Eine Schleife ins Himmelreich

Dachau - Eine Buslinie in den Dachauer Stadtteil Himmelreich ist zu teuer, sagen die Stadtwerke. Auch die Alternativen bieten keine Lösung - aber vielleicht der Vorschlag von Kai Kühnel.

Die Menschen im Dachauer Stadtteil Himmelreich fühlen sich vom Rest der Stadt abgeschnitten: Ihnen fehlt eine Busanbindung. Zwar verbindet die Regionalbuslinie 791 das Himmelreich mit dem S-Bahnhof, allerdings fährt der Bus nur zweimal am Tag. Um in die Stadt zu gelangen, müssen die Bürger einen längeren Marsch in Kauf nehmen - und die Einkaufstüten von den Läden in der Münchner Straße wieder zurückschleppen. Geschäfte sind im Himmelreich nämlich Mangelware.

Für eine Busanbindung des Stadtteils hat sich die Überparteiliche Bürgergemeinschaft stark gemacht. Sie stellte mehrere Fragen an die Stadt. In der Hauptausschusssitzung wurden diese beantwortet - mit diesem Ergebnis: Eine eigene Linie ist schlichtweg zu teuer. Neben einmaligen Kosten für den Ausbau von sechs Haltestellen zwischen 96 000 und 150 000 Euro (mit und ohne Wartehalle) fallen jährliche Betriebskosten zwischen 45 000 und 135 500 Euro an - je nachdem, ob 20-, 40- oder 60-Minuten-Takt.

„Welches Fahrgastaufkommen wäre nötig, damit eine vergleichbare Auslastung zu bestehenden Linien hergestellt wäre?“, wollte die ÜB noch wissen. Die Stadtwerke haben zur Beantwortung dieser Frage beim Verkehrsplanungsinstitut Gevas eine Studie in Auftrag gegeben. Demnach sei der südliche Ast der Linie 724 zwischen Bahnhof und Moosstraße für einen Vergleich geeignet. Erforderlich wären zwischen 630 (20-Minuten-Takt) und 210 Fahrgästen pro Tag (60-Minuten-Takt). Derzeit sei kein für eine Stadtbus-Bedienung ausreichendes Fahrgastpoptenzial erkennbar, lautet das Fazit der Gevas-Experten. „Es wäre kurzfristig höchstens die halbe Auslastung der bislang am schwächsten ausgelasteten Linie 724 zu erwarten.

Als Alternative zu einer ÖPNV-Anbindung schlugen die Stadtwerke eine Kleinbus-Linie vor - die auch mit 140 000 Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Eine Lösung könnte dagegen die Idee von Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) sein: Kühnel schlug vor, die Linie 724 in einer Schleife über das Himmelreich und über den ASV zu führen. „Dann hätten wir den ASV und die Schulen mit drin“, sagte Kühnel: „Mehrere Fliegen mit einer Klappe.“

Dieser Vorschlag wird nun von den Stadtwerken geprüft. Im Werkausschuss wird den Stadträten das Ergebnis vorgelegt.

Nikola Obermeier

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