Sie fühlen sich miteinander verbunden: die Ex-Schulleiter mit den Ex-Schulräten. foto: san

Wie eine Schulfamilie

Dachau - Es ist wie ein ein Ehemaligen-Treffen: Gemeinsam wird geratscht, getratscht und gelacht. Und doch ist es einzigartig. Jedenfalls in Oberbayern: Denn bei diesem Pensionisten-Treffen sitzen Schulleiter und Schulräte in trauter Gemeinsamkeit beieinander.

Wenn sich die pensionierten Schulräte, Rektorinnen und Rektoren aus dem Landkreis Dachau zum Weißwurstessen treffen, ist es wie in einer Schulklasse am Tag nach den Ferien. Im Hotel Burgmeier in Dachau sitzen sie dann an Tischen zusammen und kommen aus dem Ratschen gar nicht mehr heraus. Auch als sie sich für das Gruppenfoto aufstellen sollen, herrscht bei den Pensionisten Organisations-Chaos wie bei einem Klassenfoto. „Da benehmen sie sich schlimmer als Schüler“, schmunzelt Rudolph Lorenz, ehemaliger Leiter der Grundschule Karlsfeld.

Seit zwölf Jahren kommen die 39 Ruheständler regelmäßig zusammen. Zu ihnen gehören sechs Schulräte und 30 Rektoren, von denen aber vier altersbedingt leider nicht mehr teilnehmen können. Auch bekannte Persönlichkeiten sind dabei: Neben dem Landtagsabgeordneten Martin Güll und dem von der Max-Seidl-Stiftung in China abgeordneten Manfred Heinrich sieht man dort oft auch den früheren stellvertretenden Landrat Hans Philipp und die Regierungsschulräte Dr. Josef Hoyer und Alfons Vogelmeier.

Im Hotel Burgmeier herrscht auch diesmal wieder eine familiäre, freundliche Stimmung. „Unser Verhältnis war schon im Dienst besonders - und jetzt ist es richtig persönlich“, erklärt der ehemalige Schulrat Heinz Beyer. Tatsächlich sind die Pensionisten sehr stolz darauf, mit ihren Zusammenkünften oberbayernweit einzigartig zu sein: „Schulräte und -leiter sind nicht gerade immer einer Meinung“, sagt Rudolf Lorenz. Daher sind die Treffen der Ehemaligen aus dem Landkreis Dachau die einzigen, bei denen Vertreter beider Gruppen erscheinen.

Ins Leben gerufen haben die Zusammenkünfte im Jahre 2002 Anton Fuhrmann, früher Rektor der Klosterschule Dachau, Rudolf Lorenz und Siegfried Wohlschlägl von der Ludwig-Thoma-Volksschule. Erst trafen sie sich immer zu dritt, dann luden sie immer mehr Ruheständler dazu und alle Beteiligten gewannen die Treffen lieb. „Bitte behaltet das bei“, sagte damals beispielsweise Ex-Schulamtsdirektor Konrad Schneid. Mit 94 Jahren ist er heute das älteste Mitglied. „Es gibt keinen Verband, das war einfach nur eine Idee“, erzählt Rudolf Lorenz.

Obwohl mittlerweile die Mehrheit aller Schulleiter im Landkreis weiblich sind, sind die Frauen bei den Ehemaligen in der Unterzahl. „Noch“, sagt Siglinde Raetzel, früher Rektorin in Schwabhausen, „aber wir holen auf“.

Neben den Treffen, die alle zwei Monate stattfinden, gibt es einmal jährlich eine besondere Veranstaltung. Letztes Jahr waren sie zum Beispiel im Hoftheater Bergkirchen, dieses Jahr gab es einen Gedenkgottesdienst für die inzwischen fünf Verstorbenen Mitglieder mit anschließendem Essen. „Früher haben wir immer was mit den ,Aktiven’ gemeinsam unternommen. Die wollten irgendwann nicht mehr, da haben wir uns das unter den Nagel gerissen“, berichtet Lorenz.

Die Pensionisten haben eine ganz besondere Bindung zueinander. „Es stand bei uns Räten und Rektoren immer im Interesse, der Sache dienlich zu sein. Das ist nicht selbstverständlich“, so erklärt sich Heinz Beyer diese außergewöhnliche Beziehung. Und Anton Fuhrmann fügt hinzu: „Wir fühlen uns als Gemeinschaft, wie eine Art Schulfamilie.“

(san)

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