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Umwerfend: Bei ihren Ermittlungen muss Lily Piper (Elfi Ahrens) sogar einen Überfall über sich ergehen lassen. Victoria (Veronika Geißler) hilft ihr wieder auf die Beine.

Theater Schwabhausen

Putzfrau mit feiner Spürnase

Schwabhausen - Raumpflegerin Lily kann nicht nur sauber machen, sondern auch sauber ermitteln. Und das macht dem Ensemble des Theaters Schwabhausen ebenso viel Spaß wie dem Publikum, das bei der Krimikomödie „Keine Leiche ohne Lily“ mit auf die Mördersuche geht.

Mit riesigem Erfolg ist am vergangenen Wochenende im Postsaal die englische Kriminalkomödie „Keine Leiche ohne Lily“ aufgeführt worden. Hervorragende Schauspieler und Spannung bis zur letzten Minute, gepaart mit feinem englischen Humor, einem ausgefeilten Bühnenbild und einer klasse Tontechnik waren die Garanten für die gelungene Aufführung.

Elisabeth Kappes, die gemeinsam mit Heike Giesche Regie führt, ist einmal mehr ein Glücksgriff gelungen. Sowohl bei der Auswahl des anspruchsvollen Stücks als auch bei der Besetzung der Rollen. So ist die Rolle der pfiffigen Raumpflegerin Lily Piper, die alles hört, alles sieht und sich in alles einmischt, Elfi Ahrens wie auf den Leib geschrieben. Äußerst textsicher und mit viel komödiantischem Talent bekam sie viel Szenenapplaus.

Nicht weniger perfekt verkörpert Eckardt Giesche den niesenden und schnäuzenden Inspektor Harry Baxter von Scotland Yard. Er wird zusammen mit dem Polizisten Goddard (Andreas Gareis) gerufen, als Lily im Büro ihres Arbeitgebers eine Leiche entdeckt, die aber gleich wieder verschwunden ist. Während Goddard mit der flippigen Angestellten Victoria Reynolds (Veronika Geißler) anbandelt, hat der Inspektor seine liebe Not mit der vorlauten Lily Piper, die alles besser weiß und die er noch dazu aus Jugendzeiten kennt. Als sich die „Leiche“ als der Chef Richard Marshall (Christian Bieber) entpuppt, der plötzlich putzmunter wieder auftaucht, sieht sich Lily dem Spott der Mitarbeiter ausgesetzt, was sie entsetzlich wurmt. „Jetzt erst recht“, sagt sie sich und „ermittelt“ trotz Verbots des Inspektors munter weiter.

Eine zweite Leiche, die in Notting Hill gefunden wird, gibt ihrer Vorahnung recht. Als Hauptverdächtige werden zuerst Richard Marshall und dann seine Frau Claire (Iris Sebald) gehandelt. Von der Unschuld ihres verehrten Chefs felsenfest überzeugt ist die treue Sekretärin Marian Selby (Heike Giesche), aber auch Lily hat so ihre Zweifel. Und da ist schließlich noch der nette Mitarbeiter Robert Westerby (Thomas Schamberger), der kein Wässerchen zu trüben scheint. Am Ende bringt Lily – wie sollte es auch anders sein – mit sehr eigener Logik den Inspektor auf die richtige Spur, die zur Verhaftung des Täters führt.

Vom Sprecher Rainer Schuster jeweils zu Beginn der drei Akte aufgefordert, raten die Zuschauer mit, wer den nun der Mörder sein könnte. Kontinuierlich wird bis zum Schluss Spannung aufgebaut. Die Gäste halten stellenweise den Atem an, und wenn sich die Akteure flüsternd unterhalten, ist es mucksmäuschenstill im Saal, damit man ja nichts verpasst. Der lang anhaltende Schlussapplaus fiel aber dafür um so lauter und begeisterter aus.

Zum Gelingen des sehenswerten Stücks beigetragen haben auch Nina Sebald und Tanja Mischuda (Maske), Christopher Giesche und Stefan Hörl (Technik) und Heike Fuchs als Souffleuse. Für das tolle Bühnenbild haben Georg Frahammer, Adi Matscheko und Hauptdarsteller Eckhardt Giesche gesorgt.

Wer sich den Dreiakter ansehen möchte, hat dazu am Wochenende noch Gelegenheit. Das Stück wird am Freitag, 22. Juli, und Samstag, 23. Juli, um 19.30 Uhr im Saal des Gasthofs zur Post erneut aufgeführt. Einlass ist jeweils um 18 Uhr. Restkarten gibt es noch an der Abendkasse

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