Einfach zu einfach

Dachau - Schon immer war Christian G. (Name geändert) im Internet auf der Suche nach Fotos und Pornos von jüngeren Frauen. Dass er irgendwann damit anfing, sich für Kinder und Jugendliche zu interessieren, könne er sich aber auch nicht erklären, gab er vor dem Amtsgericht kleinlaut zu.

Über 1000 Bilder hatte der Estrichleger laut Anklage auf seinem Computer gespeichert; darunter das Bild eines fünfjährigen, nackten Mädchens, das sich zwischen die Beine fasst.

Seit zwei Jahren verbringt der 26-Jährige nach eigenen Angaben nun schon seine Freizeit damit, das Internet nach Kinderpornographie zu durchforsten. Er selbst hat ein 16 Monate altes Kind. „Wie fänden Sie es, wenn jemand ihr Kind zu solchen Bildern zwingen würde?“, fragte ihn Richterin Svenja Lux. „Schrecklich“, seine Antwort. Allerdings habe er nicht richtig darüber nachgedacht, weil es eben so leicht sei, an derartiges Material zu gelangen.

Für seine Suchrecherche habe er den Rechner seiner Freundin genutzt, die ihm seine Tatenmittlerweile verziehen hat und ihn sogar unterstützen würde.

Die Staatsanwältin forderte am Ende eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Die Verteidigung gab zu bedenken, dass ihr Mandant, indem er sich diese Bilder angesehen hätte, keinem Kind mehr geschadet habe. „Die Bilder haben bereits existiert.“

Richterin Lux verurteilte G. schließlich zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. „Es wurden 50 Erstellzeitpunkte nachgewiesen. Das ist keine Kleinigkeit und passiert nicht einfach mal so aus Versehen“, stellte sie fest. Auch muss Christian G. an einer ambulanten Sexualtherapie teilnehmen.

(reg)

Auch interessant

Kommentare