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Der Einkaufsbus

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Indersdorf - Selbstständig einkaufen. Das wünschen sich viele Ältere, die aber längst nicht mehr mobil sind. Hier soll ein Projekt der Nachbarschaftshilfe helfen: Ein Bus, der einmal pro Woche ins Industriegebiet fährt. Gerade läuft die Probephase.

Sie weiß ganz genau, was die älteren Indersdorfer brauchen. Gertraud Spaderna ist Leiterin der Nachbarschaftshilfe, und versucht so gut sie kann, die Alltagsschwierigkeiten, die das Alter so mit sich bringt, ein bisschen leichter zu machen.

Wie mit dem Fahrdienst ins Industriegebiet. „Viele ältere Indersdorfer würden gerne selbstständig durch die Geschäfte gehen - selber aussuchen, was zu Hause in den Kühlschrank soll“, sagt Spaderna. Sie weiß, dass es gerade für die Bewohner im Betreuten Wohnen schwer ist, Geschäfte zu erreichen. Besonders Ältere sind deshalb immer auf Hilfe angewiesen, wollen aber Angehörigen oder Helfern nicht zur Last fallen. Deshalb hat Gertraud Spaderna mit ihrem Team den „Einkaufsbus“ ins Leben gerufen. Optimal für alle, die kein Auto haben. Es ist ein spezieller Omnibus, bei dem die Mitfahrer barrierefrei ein-und aussteigen können. „Der Bus ist also genau richtig für ältere Menschen mit Gehhilfen wie Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen“, erklärt Spaderna.

Der Bus fährt immer Donnerstags ins Industriegebiet. Das erste Mal war Anfang Dezember. Gertraud Spaderna war dabei und weiß, wie sich eine Indersdorferin gefreut hat, dass sie endlich mal wieder alleine einkaufen kann. „Sie ist in jedes Geschäft gegangen“, sagt Spaderna. „So glücklich war sie“.

Dieser Service ermöglicht gerade Älteren, noch die Dinge selber zu erledigen, die sie noch alleine schaffen. Spaderna weiß: „Die Hürde war immer nur das Hinkommen.“ Mit dem neuen Service ist das ganz einfach. Der Bus fahrt morgens zum Einkaufen, und nach rund zwei Stunden wieder zurück. „Das Tolle ist auch, dass die Leute dadurch mal wieder rauskommen“, sagt Spaderna.

Allerdings steckt das Projekt gerade in der Probephase. Ist die Nachfrage groß, könnte der Service auch zweimal wöchentlich angeboten werden. Doch im Moment müssen noch mehr Indersdorfer zeigen, dass der neue Bus gewollt und gebraucht ist. Denn: „Wenn zu wenige mitfahren, müssen wir den Betrieb wieder einstellen“, informiert Spaderna. Im Moment trägt die Gemeinde das Defizit.

Die nächsten Fahrten finden heute und am 27. Dezember statt.

Von Christiane Breitenberger

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