TSV Eintracht Karlsfeld lädt Flüchtlinge ein

Sport baut Brücken

Karlsfeld - In der anhaltenden Debatte um die Flüchtlingskrise wird allerorten über die zweifelsohne notwendige, rasche Integration der Schutzsuchenden diskutiert. In Karlsfeld nicht. Hier wird gemacht. Der Sportverein geht mit beispielhaftem Engagement voran.

Vor drei Wochen begann in Karlsfeld eine Erfolgsgeschichte: Birgit Plösch vom Helferkreis Asyl und Rolf Friedrichsen, Leiter der Turnabteilung im TSV Eintracht Karlsfeld, holten Flüchtlinge an deren Unterkunft im Gewerbegebiet ab. Ziel war die Männerfitness der Turnabteilung. Dort wurden die zunächst neun Gäste herzlich aufgenommen. Mittlerweile kommen die Asylbewerber regelmäßig, um in der Schieblhalle an der Jahnstraße Sport zu treiben.

„Mal waren es 18, mal nur elf Gäste aus Pakistan und dem Senegal, aber immer waren alle mit Begeisterung beim Sport“, berichtet Friedrichsen. Die Trainer erklärten alle Übungen auf Englisch und Deutsch – und beim abschließenden Fußballspiel in der Halle brauchte nichts mehr erklärt zu werden.

Die Sportangebote, die in der Asylunterkunft ausgehängt wurden, stießen auf große Resonanz. Allein für die Teilnahme am Judotraining trugen sich in kurzer Zeit 28 Interessenten ein. 22 kamen, das war entschieden zu viel. Zum Glück sprang die Taekwondoabteilung ein und übernahm die Hälfte der Interessierten. Inzwischen bieten mehrere Abteilungen des TSV Sport für Flüchtlinge an. Wer mag, kann Badminton spielen, und nach den Weihnachtsferien soll ein zusätzliches Gymnastikangebot der Turnabteilung folgen. Auch die Sportarten Fußball und Leichtathletik werden aufgenommen.

„Die Vereinsführung freut sich über das soziale Engagement ehrenamtlicher Vereinsmitglieder und unterstützt dies, so gut es geht“, so Friedrichsen. „Da unsere Flüchtlinge erst seit kurzer Zeit in Karlsfeld sind, stecken unsere Aktivitäten auch noch in den Kinderschuhen. Wir können heute noch nicht absehen, wie sich das Angebot und die Teilnahme weiter entwickeln werden. Sicher ist aber, dass die sehr unterschiedliche Verweildauer der Flüchtlinge in Karlsfeld bei der Planung unseres Angebots berücksichtigt werden sollte.“

Die Verantwortlichen im TSV betonen, dass dieses zusätzliche Angebot gestemmt werde, obwohl die Rahmenbedingungen ein voll zufriedenstellendes Sportangebot für unsere Mitglieder nicht zulassen – es fehlt vor allem an Sportflächen und Hallen. Zudem sind die Trainingszeiten durch die Sperrung der Dachauer Berufsschulsporthalle noch einmal deutlich gekürzt worden.

„Aber das, was wir jetzt organisieren, ist so angelegt, dass unser momentanes Sportangebot für unsere Vereinsmitglieder durch die Integration der Flüchtlinge in keiner Weise zusätzlich eingeschränkt wird“, versichert Friedrichsen. „Die Abteilungen des Vereins werden mit Unterstützung der Vereinsführung auch weiterhin einen Beitrag im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit im Helferkreis Asyl in Karlsfeld leisten.“

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