Kraftvoll wie die Elemente sind auch die Bildwerke von Eberhard, Katharina und Bernhard Heller (von links), die sie fotografisch und in Ölmalerei schaffen. foto: DON

Elementare Familienkunst

Dachau - Es ist eine echte Familienangelegenheit. Und: „eine elementare Sache“. So lautet der Titel der Gemeinschaftsausstellung von Vater Eberhard Heller, Sohn Bernhard und Tochter Katharina Heller im Wasserturm.

„Eine elementare Sache“ nennen sie ihre Kunst. Vordergründig, weil sich Eberhard, Bernhard und Katharina mit den Naturelementen auseinandersetzen. Vor allem aber, weil ihnen diese persönliche Auseinandersetzung elementar wichtig ist. Sie nähern sich dem Themas mit unterschiedlichen Medien: Berhard Heller in der Ölmalerei, Eberhard und Katharina Heller mit Fotografie. Gemeinsam ist ihnen, dass sie, beeindruckt von Schönheit und Kraft der Naturgewalten, das real Vorgefundene gemeinsam angereichert mit ihren persönlichen Empfindungen weiterverarbeitet haben. Die Ergebnisse dieses intuitiven Entwicklungsprozesses könnten kaum unterschiedlicher sein: Feuer unterm Dach, goldene Quellen und Erdstrukturen sowie unvergänglichen Schneemännern.

Katharina Heller hat es die Kraft des Feuers angetan. Auf ihren Farbfotografien glüht, flackert und lodert es: Die ungezügelte zerstörerische Gewalt der Flammen wird sichtbar. Die fesselnden Aufnahmen sind bei den Fallas di Valencia und auf Sylt beim Biikebrennen entstanden. Sie hängen von der Decke und bewegen sich im Luftzug, zusammen mit gedämpfter Beleuchtung, Tonperformence und etwas Fantasie fühlt sich der Betrachter an einen Brandherd versetzt.

Das kühle Element fasziniert Eberhard Heller: Das Wasser an sich in seiner wechselnden Farbigkeit, je nach Untergrund und Lichteinfall, wie es in der Natur vorkommt, beschäftigt ihn nachhaltig. Er löst die Fläche aus der Umgebungssituation, verwandelt in ein Konzentrat von Strukturen, die aus Fließbewegung, Sonnenstrahlen, Untergrund oder Schatteneinwirkung entstehen.

Ganz anders stürzt sich Bernhard Heller auf die Natur. Er setzt den Menschen in die Landschaft und in Beziehung zu den Naturgewalten. Auf hohen Gipfeln winzig klein, wie Loreley auf dem Rheinfelsen wasserumflutet, oder als dicker Schneemann umgeben vom Grün der Wiesen. Er nähert sich in seiner romantischen Ideologie dem Kunstideal von Caspar David Friedrich an. Einerseits unterstreicht er die Bedeutungslosigkeit des Menschen angesichts der Schöpfung, andererseits schenkt er dem Schneemann in seinen Bildern Unvergänglichkeit.

Die Ausstellung im Dachauer Wasserturm wird vom 9. bis 17. November im Dachauer Wasserturm gezeigt. Geöffnet ist Samstag und Sonntg von 14 bis 18 Uhr. Vernissage ist am Freitag, 8. November, ab 19 Uhr. Klara Hella spricht einführende Worte (don)

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