Neue Heimat auf Zeit

Hebertshausen springt ein

Hebertshausen – Die Dr.-Elisabeth-Bamberger-Schule hat für die nächsten fünf Jahre eine Heimat gefunden - in Hebertshausen.

Der Hebertshauser Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Dienstagabend dem Betrieb der Schule in Containern auf einem Grundstück hinter der Sparkasse zu – gegen vier Stimmen. Der Zeitraum ist auf fünf Jahre begrenzt.

Markus Tolksdorf, Geschäftsführer des Franziskuswerks, das die Trägerschaft übernommen hatte, stellte den Gemeinderäten das Vorhaben vor.

In der Schule werden Kinder unterrichtet, die aus verschiedenen Gründen als „beschulbar“ gelten, aber nicht an einem normalen Schulbetrieb teilnehmen können, wie eine Vertreterin der Schule erklärte. Etwa 70 Kinder gehen in kleine Klassen, darunter Stütz- und Förderklassen, kombiniert mit einem sozialpädagogisch betreuten Tagesangebot. An der Schule werden rund 30 Mitarbeiter tätig sein.

Die Schule wird in Doppelstockcontainern untergebracht. Die gebrauchten Container kommen aus Neufahrn, können kurzfristig beschafft und auch aufgestellt werden. Und das ist gut: Bürgermeister Richard Reischl wies daraufhin, dass die Zeit eilt: Der Schulbetrieb müsse ab 12. September wieder aufgenommen werden.

Noch ist die Dr. Elisabeth-Bamberger-Schule in Karlsfeld untergebracht. Der bisherige Trägerverein Kinderschutz München stellt aus finanziellen Gründen den Betrieb der Schule zum Schuljahresende ein. Im Landratsamt und im Kreistag wurde beraten, ob und wie die Schuleinrichtung gerettet werden kann. Weil viele Schüler aus München und dem Landkreis Fürstenfeldbruck kommen, war ein neuer Standort nur in Verbindung mit einem S-Bahnhaltepunkt sinnvoll. Sowohl die Gemeinde Karlsfeld als auch die Große Kreisstadt Dachau haben dem Landratsamt mitgeteilt, dass keine geeignete Flächen zur Verfügung stünden.

Das sprang Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl ein. Gesucht wurde ein übergangsweiser Standort für einen Zeitraum von fünf Jahren. Reischl signalisierte die Bereitschaft zur Hilfe in der Notsituation. „Ich wollte einfach helfen“, so die Worte des Gemeindechefs. Unterstützt wurde er vom Fraktionssprecher des FBB, Martin Gasteiger. Da keine gemeindeeigenen Flächen zur Verfügung stehen, musste die Bereitschaft der Eigentümer für einen Standort eingeholt werden, was sogleich erfolgte. Zugleich erklärte das Franziskuswerk, dass es als Träger zur Verfügung stehe.

Ein endgültiger Standort wird aber noch gesucht. Nach Meinung von Markus Tolksdorf und des Landratsamtes sei ein zukünftiger Standort am sinnvollsten in Dachau.

Nach der Zustimmung des Hebertshauser Gemeinderates mit nur vier Gegenstimmen geht es mit Tempo weiter: Wie Projektleiter Andreas Simmacher erklärte, sind die Anträge und Planungen vorhanden. Sobald die Genehmigung vorliegt, werden die gebrauchten Container geliefert und aufgestellt.

khr

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