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Das andere Nepal stellt Elvira Schauwetter in ihrem Buch vor. Sie bereiste das Land schon über 20 Mal, um der Bevölkerung vor Ort zu helfen.

Elvira Schauwetter veröffentlicht Buch

Die Nepalhelferin

Mummy – so nennen einige Nepalesen Elvira Schauwetter. Denn seit über 20 Jahren stellt sie Hilfsprojekte in dem südasiatischen Land auf die Beine. Darüber hat die Oberrotherin ein Buch geschrieben.

Oberroth – Einmal das „Dach der Welt“ zu besteigen, mit diesem Traum begann für Elvira Schauwetter (70 plus) aus Oberroth ihre große Liebe zu Nepal. Als es 1992 so weit war, verliebte sich die geborene Oberösterreicherin gleich Hals über Kopf in Land und Leute. Und sie wollte helfen. 

Die Armut in Nepal erinnerte sie an ihre Kindheit

Denn was sie bei ihren zahlreichen Reisen erlebte, berührte ihr Herz – erkannte sie doch ihre eigene Kindheit in der Armut der Menschen wieder. „Das Faszinierende war, dass mich die Armut dort nie gestört hat, sondern ich mich gleich verbunden fühlte.“

Über ihre Verbundenheit mit Nepal hat Elvira Schauwetter nun ein Buch geschrieben. „Karma Sonam Dolma – Das andere Nepal“ (bedeutet ,Befreiung durch gute Tat’) heißt das Werk, in dem es nicht um ihre Person geht, sondern um ihre mehr als 20-jährige Arbeit als Entwicklungshelferin (wir haben mehrfach berichtet). „Und um die vielen Menschen, die mir so sehr vertraut haben.“

Elvira Schauwetter: „Meine Seele lebt in Nepal“

Das Haus von Elvira Schauwetter in Oberroth ist leicht zu erkennen: Rund ums Haus ist eine bunte Girlande aus tibetanischen Gebetsfahnen gespannt. Auch in dem Doppelhaus zeugen unzählige Fotos, Landkarten und Mitbringsel von der großen Leidenschaft der Frau mit den kurzen grauen Haaren und den hellblauen Augen. 

Ihr österreichischer Akzent ist immer noch zu hören, obwohl sie bereits 1970 nach Deutschland gekommen ist. „Ich brauche das. Mein Körper lebt hier, meine Seele lebt in Nepal. Und das wird auch bis zu meiner letzten Stunde so bleiben“, sagt sie. Acht Monate arbeitete Elvira Schauwetter, die von den Nepalesen nur „Mummy“ genannt wird, an dem Buch. „Ich habe nie Tagebuch geschrieben, ich hatte alles im Kopf gespeichert“, sagt die Mutter eines Sohnes.

270 000 Euro trieb sie für die Einwohner in Nepal auf

Bei der Reise in die Vergangenheit habe sie „viele Tränen vergossen“. Gleich nach ihrer ersten Nepal-Reise 1992 begann Elvira Schauwetter, Geld für eine Klosterschule zu sammeln. Es folgten weitere 20 Besuche in ihrem Sehnsuchtsland. Insgesamt 270 000 Euro trieb Schauwetter während der vergangenen 21 Jahre für die Einwohner im Osten des Landes auf. Ihre Sponsoren, wie sie Elvira Schauwetter nennt, kommen aus ganz Deutschland.

Sie informierte sie regelmäßig per Post, gab Sponsorenessen, bei denen sie ihnen vor Ort gedrehte Videofilme zeigte. Inzwischen gibt es auch auf YouTube kurze Filme über den Fortgang der Spendenarbeit. Das letzte Mal war die Oberrotherin 2015 in Nepal. 

Damals brachte sie ihr aktuelles und letztes Projekt auf den Weg: 850 rauchfreie Metallöfen für die 850 Häuser des Dorfes Chheskam. Dort wurde bisher an offenen Feuerstellen gekocht. „Es gab viele Verbrennungsunfälle, vor allem von kleinen Kindern, und Augen- sowie Lungenkrankheiten in Folge des offenen Rauches.“ Hier will „Mummy“ noch einmal helfen. „Das ist die schwerste Arbeit überhaupt: Von hier aus ein Projekt managen.“

Nachfolger für Entwicklungshilfe gesucht

Ohne Bikash (27), ihren engen Mitarbeiter vor Ort, wäre es überhaupt nicht möglich, erzählt Schauwetter. Denn sie selbst kann mit 70 plus die beschwerlichen Wege in Nepal nicht mehr zu Fuß laufen. Seit fast zehn Jahren sucht sie deshalb nach einem Nachfolger für ihre Entwicklungshilfe – bislang erfolglos. „Es gab viele Bewerber, aber es war noch nicht der richtige dabei.“

Karma Sonam Dolma

so heißt Elvira Schauwetters Buch. Wie ihre Arbeit aussieht, können Interessierte auf 220 Seiten nachlesen. Es kostet 16,80 Euro und ist im Verrai-Verlag erschienen.

Von Conny Kirmaier

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