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Kommunikation ist alles: Emil (Rudolf Lackner) spricht, Robert (Jürgen Strobl) muss Wohl oder Übel zuhören.

Volksbühne Dachau

Die Sprache und andere Hindernisse

Dachau - Gewünscht haben sich Thomas und Ursel Ruhe und Zweisamkeit – bekommen haben sie Streitereien zwischen Hexen und Meerschweinchen, Zombies und Traumprinzen. Die Volksbühne bringt die Zuschauer in ihrem Theaterstück rund um ein junges Paar und schwierige Schwiegereltern wieder einmal zum Schreien vor Lachen.

Am vergangenen Wochenende führte die Volksbühne zum ersten Mal die Verwechslungskomödie „Emil für Dich!“ im Ludwig-Thoma-Haus auf. Die Dachauer Theatergruppe gab dem Publikum beim Stück von Ute Tretter-Schlicker auf Mundart einen Geschmack darauf, zu welchen Komplikationen und Verwirrungen es kommen kann, wenn Sprache nur ungenau verwendet wird.

Das junge Ehepaar Thomas (Alexander Grimme) und Ursel (Eva Grimme) will eigentlich endlich ein paar ruhige Tage in Zweisamkeit in seiner Pension verbringen und sich um die Zeugung eines Stammhalters kümmern. Doch spontan kündigen sich Thomas’ Mutter Gertrude (Sandra Lackner) sowie Ursels Vater Robert (Jürgen Strobl) an. Dabei sind sich in der Familie nicht alle ganz grün: Während Thomas der Ansicht ist, „es gibt keine bessere“ Mutter, hält seine Frau Gertrude für einen bösartigen „Schwiegertiger“, der jede Gelegenheit dazu nutze, sie anzufeinden. Schließlich sei Ursel für die Schwiegermutter eher so etwas wie die „Leibeigene der Familie“. Gertrude hingegen wird nicht müde, zu betonen, „29 Stunden und 32 Minuten!“ mit ihrem Thomas in den Wehen gelegen zu haben. Auch bei Ursels Vater hat sich die „Hexe“ bisher nicht unbedingt beliebt gemacht, und so zanken sich die beiden bei jeder Gelegenheit.

Eigentlich haben Gertrude und Robert aber ganz andere Absichten in der Pension ihrer Kinder, denn sie wollen endlich ihre Internet-Bekanntschaft kennenlernen. Das Kennwort für beide: Email. Der Nachbar von Ursel und Thomas: Emil (Rudolf Lackner). Dieser Email-Fremdling und Fremdwort-Banause möchte in der Pension ebenfalls seinem Schatz zum ersten Mal begegnen. Auch deren Name ist nicht unbedingt förderlich für Eindeutigkeiten: Sie heißt Ruth (Victoria Neumeyer), während Thomas’ Mutter Gertrude von engen Freunden auch „Ruthel“ genannt wird.

So kommt es schnell nicht nur zu Verwechslungen zwischen Robert und dem „lispelnden Zombie“ Ruth, sondern auch zwischen Gertrude und „Schmusebärchen“ Emil, den sie wegen seines Problems, bei fremden Frauen immer grunzen zu müssen, schnell für ein „genmanipuliertes Meerschweinchen“ hält.

Nicht nur aufgrund der bissigen Schlagabtausche, sondern auch dank der bunt-schrägen Maske und Garderobe, um die sich Margarita Bauer und Rita Strobl kümmern, verbrachten die jeweils rund 60 Zuschauer am Samstag- und Sonntagabend einen amüsanten Abend bei Speis und Trank mit der traditionsreichen Volksbühne und konnten oft nicht mehr an sich halten. Besonders Emils grunzende Annäherungsversuche an Gertrude und Ruths Attacken auf ihren Traummann sorgten für viele Lacher und spontane Beifallsbekundungen des vollen Hauses.

So konnte die Theatergruppe, die vergangenen Oktober ihr 50-jähriges Bestehen feierte, auch dieses Mal den Abend schließen mit dem Ausruf: „Wia war ma?“

„Guad war ma!“

Weitere Vorstellungen finden an den Samstagen, 12. und 19. März, um jeweils 20 Uhr, sowie Sonntagen, 13. und 20. März, um jeweils 19 Uhr im Thoma-Haus statt.

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