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Zwischen Sepp Vogl und Iris Türk gibt es Kommunikationsschwierigkeiten. 

Grosse Unstimmigkeiten bei der HSG Glonntal

Eine Handball-Ehe vor dem Aus

Das war’s mit der Spielgemeinschaft. Nach nur eineinhalb Jahren ist die Handball-Ehe zwischen dem TSV Indersdorf und der SpVgg Erdweg gescheitert. Spielleiterin Iris Türk hat die Auflösung der HSG angekündigt. Der Grund: Zerwürfnisse. Und wie es bei einer Scheidung so üblich ist, beschuldigen sich Frau (Iris Türk) und Mann (Sepp Vogl) gegenseitig.

Es ist wie im richtigen Leben. Wenn zwei Eheleute merken, dass die Chemie nicht mehr stimmt, erfolgt meist die Trennung. Dass die Chemie in der vor eineinhalb Jahren gegründeten Handballspielgemeinschaft anscheinend nicht mehr stimmt, war für Erdwegs Handballabteilungsleiter Dirk Schielke und HSG-Spielleiterin Iris Türk der Anlass, die Auflösung der HSG Glonntal zum Jahresende bekanntzugeben. Als Grund nannte Türk die mangelnde Kommunikation und die letztlich doch unterschiedlichen Zielsetzungen der beiden Vereine.

„Für die Erdweger Handballabteilung sind die Alleingänge der kommissarischen Indersdorfer Abteilungsleitung der Tropfen gewesen, der das Fass leider zum Überlaufen gebracht hat“, meinte Türk. „Die angesprochene mangelnde Kommunikation herrschte zwischen Sepp Vogl als kommissarischem Vertreter der Handballabteilung des TSV Indersdorf und mir als Spielleiterin der HSG.“ Als Beispiel führte sie an: „Ohne Absprache mit der HSG und der SpVgg wurde seitens des TSV Indersdorf dem neuen Männertrainer eine Gehaltszusage gemacht.“

Diese Aussagen von Türk wollte Vogl nicht auf sich sitzen lassen: „Die Alleingänge machte eigentlich nur die Spielleiterin selber. Es wurden Spielverlegungen vorgenommen, um nur ein Beispiel zu nennen, ohne Rücksprache mit uns, was zu einer Verwirrung in der Hallenbelegung führte.“ Auf die Gehaltszahlung an den Trainer – Sohn Jürgen – ging Vogl auch ein. „In einer gemeinsamen Sitzungen wurde damals nur davon gesprochen, dass man auf der Suche nach einem Spielertrainer sei, den man wohl für unter 5000 Euro für die Saison nicht bekommen würde. Die HSG sicherte damals zu, dass man sich zur Hälfte an den anfallenden Kosten beteiligen wolle. Später wusste weder die HSG noch die SpVgg mehr was von der Zusage. Von einer finanziellen Zusage für den späteren Trainer ist in dieser Sitzung nie die Rede gewesen.“ Dass über diese Zusage sogar ein Protokoll des TSV-Vorsitzenden Bernd Wetzstein existiere, fügte Vogl noch an.

Die Trennung könnte weitreichende Folgen für die Mannschaften haben. Zwar wird der Spielbetrieb bis Saisonende aufrechterhalten. Doch was dann? Die SpVgg Erdweg und der TSV Indersdorf werden sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich wieder eigene Teams formen müssen. Und das könnte im Einzelnen schwierig werden – weil sie zu wenige Spieler haben oder weil diese frustriert zu anderen Klubs abwandern. Ansätze dazu gibt es bereits jetzt. Nach der Bekanntgabe der Auflösung herrscht in der Männermannschaft der HSG, die in der Bezirksliga antritt, eine arge Verunsicherung, wie Coach Jürgen Vogl unter der Woche feststelle, denn die Trainingsbeteiligung „ist beschämend gewesen“, wie er meinte.

Laut Iris Türk lege der TSV Indersdorf den Fokus zu sehr auf die Männermannschaft. Die Abteilung Erdweg möchte dagegen eigene Spieler leistungsmäßig weiterentwickeln, einsetzen und Spieler im Verein halten. Dazu konterte Vogl: „Die erste Männermannschaft und die Frauenmannschaft sind halt mal das Aushängeschild jedes Vereins. Trotzdem werden die Jugendteams nicht vernachlässigt.“ Vogl bedauere zwar die Auflösung der HSG, „doch muss man das halt leider akzeptieren“.

Walter Hanusch

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