Wetterballon an 207 Meter langer Angelschnur soll die Höhe der geplanten Windräder markieren. Foto: RDS

Die Energiewende ist gescheitert

Weißling/Kammerberg - Wie hoch ist ein Windrad, wie groß der Rotorenkreis? Die Bürgerinitiative Gegenwind veranschaulichte am vergangenen Samstag die Dimensionen mit knallroten Wetterballonen und Seillängen. Die Aktion hatte Zugkraft: 200 Bürger fanden sich im Weißlinger Holz ein.

Rund 200 Bürger hat die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind mit ihrer Wetterballon- und Seillängenaktion im Weißlinger Hölzl mobilisiert. Wetterballone sollten auf eine Höhe von 207 Metern steigen, um zu verdeutlichen, wie hoch die geplanten drei Windräder in Weißling/Kammerberg werden. Dabei hatten die Akteure mit der Tücke des Objekts zu kämpfen. Der erste Wetterballon war schon bald aus den Augen verschwunden, denn die Angelschnur war gerissen.

Derweil waren die Kollegen auf Kammerberger Flur erfolgreicher. Der zweite Weißlinger Versuch war von Erfolg gekrönt. Allerdings blies der Wind heftig gegen die beiden knallroten Ballone, so dass sie recht weit seitwärts geblasen wurden. Aber in etwa bekamen die Menschen einen Eindruck, wie hoch 207 Meter sind. Ähnlich war es bei der 115-Meter-Distanz, die dem Durchmesser der Rotorblätter der geplanten Anlagen entspricht.

Die BI-Vorsitzende Elfriede Eisenhofer zeigte sich nach der Aktion recht zufrieden. Sie sei auf eine überwiegend positive Resonanz gestoßen. „Das haben alle unterschätzt, wie hoch die Windräder werden.“ Doch wer gedacht hatte, es würden sich keine Diskussionen unter den Teilnehmern der Aktion ergeben, sah sich getäuscht. Als Andrea Hollizeck von der BI kritisierte, die Windräder könnten bei uns gar nicht wirtschaftlich betrieben werden, fräßen aber Unsummen an Subventionen bei nur 1200 statt 1800 Volllaststunden wie an der Küste, erwiderte Joachim Jacob aus Kollbach: „Andere Energieformen sind noch viel schlimmer. Wissen Sie wie hoch die Atomkraft subventioniert wird? Was haben wir für Alternativen?“ Hollizeck antwortete: „Die Windkraft kann die Hoffnungen nicht erfüllen.“ Im übrigen wehre sie sich gegen Totschlagsargumente, dass Braunkohle und Atomkraftwerke viel schlimmer als Windkraftanlagen seien. Jacob meinte: „Vielleicht ist dieser Standort schlecht. Aber Sie können nicht generell gegen Windkraft argumentieren.“

Auf die Gefahr brennender Windrädern, wo die Feuerwehr auch nicht mehr helfen könne und hilflos zuschauen müsse, verwies Elfriede Eisenhofer. Sie sagte: „Die Energiewende ist gescheitert.“ Man dürfe nun nicht versuchen, sie auf dem Rücken der Bürger zu retten. Die Anlagen seien einfach gefährlich.

Da schaltete sich Hartmut Kapusta ein und warnte: „Das ist kein gutes Argument. Im Straßenverkehr kommen jedes Jahr Tausende von Menschen ums Leben. Aber trotzdem kommt niemand auf die Idee, den Straßenverkehr verbieten zu wollen. Durch Windkraft ist meines Wissens noch nie ein Mensch ums Leben gekommen.“ Aber auch er war der Meinung: „Die Windräder sind einfach zu nah den Siedlungen dran.“

Eine Dame, die namentlich nicht genannt werden möchte, schimpfte: „Ich finde es nicht richtig, dass die Anwohner einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Da sollen die drei Windräder noch schnell vor Einführung der bayernweiten 10H-Regel durchgezogen werden.“

Sogar ein Basenji, ein Jagdhund aus dem Kongo, nahm begleitet von Hans und Rosemarie Hahn an der Veranstaltung teil. Auch er trug eines der Anti-Windkraft-T-Shirts mit der Aufschrift „Stoppt den Windpark“. Sein Frauchen berichtete, dass ihr Schwiegervater ursprünglich ein Windkraftbefürworter gewesen sei. Im vergangenen Jahr aber habe er eine schwere Herzoperation gehabt und auch einen Herzschrittmacher bekommen. Sein Sohn fuhr nun mit ihm zu einer Windkraftanlage bei Allershausen. Dort fühlte sich der alte Herr dermaßen schlecht, dass er ganz schnell wieder von dort weg wollte. Seither sei er kein Windkraftanhänger mehr. (rds)

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