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„Diese Auszeichnung ist ein Ansporn“: Silke Mader (links) erhielt von Gesundheitsministerin Melanie Huml die Staatsmedaille. Als junge Mutter von Frühchen musste Mader bittere Erfahrungen machen.

Staatsmedaille für Silke Mader

Einsatz für die allerkleinsten Patienten

Karlsfeld - Seit Jahren setzt sich die Karlsfelderin Silke Mader für Frühchen und deren Eltern ein. Dafür wurde die 44-Jährige, die als junge Mutter ein frühgeborenes Mädchen verlor, mit der Staatsmedaille ausgezeichnet. 

Große Ehre für Silke Mader: Die Mitbegründerin der europäischen Stiftung für Frühgeborene und kranke Neugeborene (EFCNI) ist mit der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege ausgezeichnet worden (wir berichteten). Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml verlieh die Medaille bei einem Festakt in Nürnberg.

Huml würdigte an Silke Mader (44), dass sie mit ihrer Stiftung Wissenschaftler, Fachleute und Eltern zusammenbringe, um alle Kräfte zu bündeln und damit nachhaltig die bestmögliche Versorgung von Frühgeborenen sicherzustellen. Darüber hinaus lobte Huml die Preisträgerin für ihren tatkräftigen Einsatz, die medizinische, psychologische und sozialpädagogische Unterstützung betroffener Eltern zu verbessern.

Gerührt nahm Silke Mader die Auszeichnung entgegen: „Die Staatsmedaille bedeutet mir sehr viel, ich freue mich von ganzem Herzen. Vor genau 20 Jahren war ich schwanger und freute mich, Mutter von gesunden Zwillingen zu werden. Doch dann folgte für meinen Ehemann und mich ein Albtraum, den keine jungen Eltern mehr durchmachen sollen.“

Silke Mader bringt 1997 wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung per Notkaiserschnitt in der 25. Schwangerschaftswoche Zwillinge zur Welt. Während Tochter Lena nach wenigen Tagen stirbt, kämpft sich ihr Sohn Lukas ins Leben. Zur damaligen Zeit gibt es weder familienzentrierte, entwicklungsfördernde Versorgung von Frühgeborenen noch psychologische Unterstützung für Eltern. So erhalten Silke Mader und ihr Mann während der Zeit im Krankenhaus keinerlei Informationen darüber, wo sie außerhalb der Klinik Hilfe finden können.

Erschüttert von der mangelnden Unterstützung für Eltern, engagiert sich Mader zunächst in der Selbsthilfe und später als Vorsitzende des Bundesverbandes Das frühgeborene Kind e.V. Mit dem starken Wunsch, Frühgeborenen in Europa und weltweit eine Stimme zu geben und ihnen den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, gründet sie 2008 gemeinsam mit Betroffenen und Fachleuten die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI). Es ist die erste europaweite Organisation, die die Interessen Früh- und Neugeborener und derer Familien vertritt. Sie bringt Eltern und Experten verschiedener Disziplinen mit dem gemeinsamen Ziel zusammen, langfristig die Gesundheit von Früh- und Neugeborenen zu verbessern.

„Die Auszeichnung ist ein Ansporn, mich weiter für die Interessen von Frühgeborenen, kranken Neugeborenen und deren Familien einzusetzen“, sagt die Karlsfelderin. „Denn es gibt im Bereich der Pflege und Versorgung der kleinsten Patienten noch viel zu tun. Weiterhin muss es unser vorrangiges Ziel sein, gemeinsam mit medizinischen Fachkräften Eltern auf ihrem Weg zu unterstützen.“

Besonders wichtig ist es Silke Mader, den Eltern die Scham und die Angst zu nehmen. Viele verbinden eine Frühgeburt mit dem Vorurteil, Alkohol oder Drogen seien im Spiel gewesen. Dies trifft nur bei fünf Prozent aller Fälle zu. 95 Prozent der Frauen haben eine Schwangerschaftsintoxikation, Infektionen oder andere medizinische Probleme.

Laut Statistik ist jedes zehnte Kind in Deutschland ein Frühchen, das heißt, es kommt vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Etwa 66 000 Frühchen gibt es pro Jahr in Deutschland. Frühgeburten sind also kein Einzelfall. dn

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