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Entscheidung im allerletzten Flug

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Hat bereits die WM im Visier: Modellsegelflug-Europameister Stefan Schweiger mit Fluggerät und EM-Medaille. foto: ost
Hat bereits die WM im Visier: Modellsegelflug-Europameister Stefan Schweiger mit Fluggerät und EM-Medaille. foto: ost

Tandern - Stefan Schweiger aus Tandern ist frischgebackener Europameister im Modellsegelfliegen. Bei der Europameisterschaft in Istanbul sicherte sich der 16-Jährige mit der Jugend-Nationalmannschaft den Titel in der Klasse F3J.

Zwei Wochen war der junge Tanderner zusammen mit seinem Vater Josef bei den Titelkämpfen in der Türkei. Josef Schweiger, der selbst ein begeisterter, erfahrener Modellsegelflugpilot ist, ist Stefans heimlicher Coach. „Der erste Tag lief nicht gut. Aber am zweiten Tag war Stefan der Beste“, so Vater Josef. Insgesamt sechs Flugtage waren angesetzt. An den übrigen Tagen landete Stefan auf Rängen zwischen sechs und neun, was in der Einzelwertung Platz sieben bedeutete.

Dass das deutsche Jugendteam in Istanbul die Teams aus Italien und der Ukraine auf die weiteren Plätze verwies, ist aber zu einem großen Teil dem Tanderner zu verdanken. Beim allerletzten Flug setzte sich Stefan hauchdünn im direkten Vergleich mit seinem italienischen Konkurrenten durch - der Gesamtsieg war perfekt. „Das war ein ganz schöner Nervenkitzel“, meinte Josef Schweiger. Sohn Stefan, der bis vor wenigen Tagen noch Schüler in der Realschule Indersdorf war, war schlichtweg glücklich: „Wir haben uns ein Dreivierteljahr vorbereitet. Dass alles so gut geklappt hat, ist das Größte“, so Stefan, der mit Piloten aus Mönchengladbach und Düsseldorf das deutsche Team bildete.

Für Stefan Schweiger gilt wie für viele andere Spitzensportler: ohne Fleiß kein Preis. Schweiger ist nämlich das ganze Jahr über auf Wettbewerben. Zuletzt war er mit dem Nationalkader im Trainingslager in Wetzlar. Erst vor zwei Wochen wurde der 16-Jährige zum dritten Mal in Folge Bayerischer Jugendmeister. Selbst wenn mal kein Wettbewerb in seinem Terminkalender steht, frönt er auf der Wiese hinter seinem Elternhaus in Tandern seinem Hobby. Seinen ersten Flieger brachte Stefan mit elf in die Luft. „Seit vier Jahren mache ich den Sport intensiv“, so der 16-Jährige.

In die Türkei hatte Schweiger sechs Flieger vom Modell „Satori“ mitgenommen, die sich rein nur vom Gewicht her unterscheiden. 3,60 Meter beträgt die Spannweite seiner Flieger. Zusammen mit seinem Vater feilte Schweiger, der in den nächsten Wochen eine Ausbildung als Industriekaufmann bei MAN in Karlsfeld aufnimmt, auch in den Wintermonaten an seinem Fluggerät. Knapp 800 Stunden investierte die beiden in die Entwicklung von eigenen Rümpfen und Leitwerken.

Kaum dass Stefan Schweiger die Goldmedaille bei der EM in Empfang genommen hat, geht sein Blick schon in Richtung Weltmeisterschaft, die 2014 in der Slowakei stattfindet. Momentan steht er auf der deutschen Rangliste auf dem zweiten Platz. Die besten drei Jugendlichen aus der Bundesrepublik bilden in der Slowakei das Nationalteam. Schweiger geht fest davon aus, dass er dabei ist.

(ost/zim)

Das ist F3J:

F3J ist eine Wettbewerbsklasse im internationalen Luftsport. Das Reglement wird für diese Wettbewerbe von der Fédération Aéronautique Internationale in Übereinstimmung mit den Landesverbänden festgelegt. Dabei steht der Buchstabe F für die Sparte Modellflug, die Zahl 3 für den funkferngesteuerten Modellflug und J für Thermik-Dauerflug. Seit dem Jahr 1998 finden alle zwei Jahre Weltmeisterschaften statt. Bei den Meisterschaften wird neben der Seniorenwertung eine Jugendwertung und jeweils eine Mannschaftswertung ausgeflogen. Das Ziel ist, mit einem funkferngesteuerten Segelflugmodell nach einem Hochstart einen Flug von zehn Minuten Dauer zu erreichen. Dieser wird durch eine Ziellandung abgeschlossen. Pro Wettbewerb darf jeder Teilnehmer bis zu drei Modelle einsetzen.

(dn)

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