Baulandmodell der Gemeinde Erdweg

Erarbeitet und nicht gebilligt

Erdweg - Das neue Baulandmodell für Erdweg hat Gemeinderat und Bauausschuss lange beschäftigt und Kopfzerbrechen bereitet. Am Dienstagabend sollte es endlich beschlossen werden. Doch vor allem zweiter Bürgermeister Christian Blatt hatte nun gravierende Einwände.

Gerecht sollte es sein, flexibel und sozial. „Wir haben viel Arbeit in die Überarbeitung des Baulandmodells gesteckt. Aber das ist nicht die Beschlussvorlage des Bauausschusses“, monierte Christian Blatt (CSU) am Ende der eigentlich kurzen Vorstellung durch Bürgermeister Georg Osterauer. Wichtig, so Blatt, sei nicht nur darzustellen, wie der Ankauf von Grundstücken funktioniert, sondern auch die Verwendung des jeweils gemeindlichen Teils.

Blatt empfand, dass durch die Zusammenfassung gewisser Punkte die Art der Verwendung nur unzureichend dargestellt sei. So heißt es in der Tischvorlage, die im übrigen bei seinen Ratskollegen nicht einheitlich war: „Die Gemeinde wird die von ihr erworbenen Grundstücksflächen zur Deckung des Wohnbedarfs der ortsansässigen Bevölkerung und des Wohnbedarfs von Bevölkerungsgruppen mit besonderen Wohnraumversorgungsproblemen sowie als Gemeinbedarfsflächen verwenden.“

„Es kommt nicht heraus, dass wir Mehrparteienhäuser bauen, sozialen Wohnungsbau betreiben und bedarfsgerecht entscheiden wollen. Wir brauchen neben dem Einheimischenmodell eventuell auch noch andere Wohnformen“, so Christian Blatt.

„So kommen wir nicht zusammen“, meinte auch Peter Eisenhofer (CSU). Eva Rehm (CSU) stellte den Antrag, den Punkt wegen dieser Unklarheiten zurückzustellen, was auch geschah.

Geschäftsleiter Robert Wagner erklärte gegenüber der Heimatzeitung, dass der Unterschied zur Beschlussvorlage des Bauausschusses durch eine Empfehlung der Rechtsanwaltskanzlei gekommen sei, die Art der Verwendung allgemein zu halten. Daher seien manche Punkte zusammengefasst worden.

Die Münchner Kanzlei hatte sich ebenso ausgiebig mit der Prüfung des Baulandmodells befasst. Neu ist, dass es keine starre Ankaufsregel von 800 Quadratmetern mehr gibt. Jetzt soll Wohnbauland nur noch dann ausgewiesen werden, wenn die Gemeinde im Vorfeld 40 Prozent der künftigen Nettobaulandfläche erwerben kann. Der Gemeindeanteil von 60 Prozent reduziert sich nur, wenn nicht sichergestellt ist, dass für jedes Kind des Grundstückseigentümers keine 600 Quadratmeter verbleiben.

Das Baugebot muss zudem innerhalb von fünf Jahren beurkundet sein, für die Grundstücke der nachgeborenen Kinder wird eine Frist von 15 Jahren nach Vollendung des 18. Lebensjahres gewährt.

Die Gemeinde kauft die Grundstücke zudem zum Verkehrswert im Zeitraum des Erwerbs an.

Sabine Schäfer

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