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Seit Jahren schon gammelt der Lastwagen in Erdweg vor sich hin. id

Bürgerversammlung Erdweg

Leer stehende Gebäude und Unrat

Die Natur und das Erscheinungsbild ihres Ortes ist den Erdwegern offenbar sehr wichtig. Bei der Bürgerversammlung für den Hauptort sowie für Großberghofen und Walkertshofen wurden dazu viele Fragen an Bürgermeister Christian Blatt herangetragen.

Von Sabine Schäfer

Erdweg – Der Erdweger Gemeindechef zeigte sich am Dienstagabend beeindruckt vom sehr guten Besuch der Bürgerversammlung. Rund 120 Interessierte waren in den Tafernsaal des Wirtshauses am Erdweg gekommen. Viele hatten ein Anliegen. Hans Schmid, Bio-Landwirt aus Walkertshofen, beklagte, dass viele Straßenränder zu stark abgemäht würden. Hintergrund seiner Kritik ist die Tatsache, dass der Insektenbestand um rund 75 Prozent zurückgegangen sei. Hier solle die Gemeinde als gutes Beispiel vorangehen und grüne Straßenränder auch mal stehen lassen. Auffällig sei das Mulchen vor allem beim meditativen Wanderweg zwischen Petersberg und Altomünster, „weil es hier offenbar sauber sein muss“, so Schmid. Er nannte das einen Einsparvorschlag, der zudem noch die Natur schone. Bürgermeister Christian Blatt gab zu, dass er sich hier erst einmal informieren müsse.

Hans Schmid monierte zudem, dass der Fahrradständer am Parkplatz des Wirtshauses hinter einem Mülltonnenhäuschen versteckt und obendrein zugewachsen sei. Ebenso versteckt sei die Tankstelle für Elektro-Fahrräder, ganz zu schweigen davon, dass sie sehr lang nicht funktioniert habe und man den Schlüssel dafür jedes Mal beim Wirt holen müsse. Christian Blatt versprach bei beiden Problemen Abhilfe. Gleiches gilt für die Kritik von Brigitte Maier, die den Bahnhof momentan wieder „ziemlich verdreckt“ findet.

Der Erdweger Helmut Schmid kritisierte, dass mehrere Wirtschaftswege, die auch von Fahrradfahrern genutzt werden, mit grobem Schotter repariert würden. Dies sei für die Radfahrer sehr gefährlich. Dem Gemeindechef war das Problem wohl bekannt und sicherte zu, die von Radfahrern genutzten Wirtschaftswege, wie zum Beispiel den von Eisenhofen nach Hof, mit geeigneterem Material reparieren zu lassen.

Rudi Mader fragte, ob die Gemeinde wegen der Debatte über zunehmenden Flächenfraß vorhabe, mehr in die Höhe zu bauen. Der Bürgermeister erklärte, dass das in Erdweg momentan kein Thema sei. Die Geschossflächenzahl von 0,4 dürfe ohnehin nicht überschritten werden. Blatt: „Wir versuchen gemischte Bau- und Wohnformen anzubieten. die Gebäude müssen ja schließlich auch ins Landschafts- und Ortsbild passen.

Apropos Wohnungen und Ortsbild: Ursula Kreis bemängelte die vielen Wohnungs-Leerstände. Doch erklärte Christian Blatt, dass sich die Gemeinde Erdweg hier auf einem „normalen Niveau“ befinde“. Es bleibe nur immer die Möglichkeit, mit den Besitzern zu sprechen. „Und ich spreche mit manchen Personen sehr sehr lange“, so Blatt. Das Lachen im Publikum zeigte, dass dieses Thema ein Dauerbrenner in der Gemeinde Erdweg ist. denn bereits seit vielen Jahren lässt ein Haus- und Grundstücksbesitzer gleich mehrere Anwesen leer stehen und verrotten. Paradebeispiel ist der Laster vor dem Schreibwarengeschäft, der seit Jahr und Tag dort abgestellt ist, was auch in der Versammlung zur Sprache kam. Christian Blatt: „Sie glauben nicht, wie oft ich dem Mann zugeredet habe. Aber der Gemeinde sind die Hände gebunden. Nur der Eigentümer kann über sein Eigentum entscheiden.“

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