Bürgerversammlung im Gasthaus Gschwendtner

Unendliche Geschichte: Gehweg nach Hof

Voll war der Saal im Gasthaus Gschwendtner in Eisenhofen bei der zweiten und letzten Bürgerversammlung für die Gemeinde Erdweg. Die Interessierten waren aus allen Ortsteilen gekommen. Das Wirtshaus war hier natürlich erst recht ein Thema.

Eisenhofen – Nach dem Bericht des zweiten Bürgermeisters Christian Blatt, der den erkrankten Bürgermeister Georg Osterauer vertrat, meldete sich Altbürgermeister Michael Reindl am Donnerstagabend als Erster zu Wort. Er sprach seine „hohe Anerkennung“ aus für die zukunftsweisende Entscheidung des Gemeinderats, das Wirtshaus samt Umgriff zu kaufen. Es sei eine gesamtpolitische Aufgabe, das Gasthaus als Ensemble zu erhalten. Reindl mahnte allerdings an, dass der Erhalt des Bestands nicht allein von den Vereinen geschultert werden könne. Mittlerweile, so Christian Blatt, liege der Gemeinde auch das Konzept der Arbeitsgruppe zum Erhalt des Wirtshauses vor.

Nahezu erledigt scheint das zweite Anliegen Reindls zu sein, die Marienkapelle in Hof nach 40 Jahren einmal zu sanieren. Josef Eisenmann aus Hof hat mit Ludwig Ostermair vom Bauamt Erdweg bereits eine Ortsbesichtigung unternommen. „Die Sache ist im Laufen“, so Eisenmann. Dieser wiederholte aber sein Anliegen, den Burschen in Hof einen Treffpunkt zur Verfügung zu stellen, wenn der Gemeinderat schon den Antrag auf Nutzung eines Bauwagens abgelehnt hat. Als Kompromisslösung schlug Eisenmann vor, eine bestehende Hütte am Bolzplatz zu erweitern. Christian Blatt will den Denkansatz als Anregung mitnehmen.

Zur Fußwegverbindung nach Hof, die teils ein Feld- und teils ein geteerter Wirtschaftsweg samt Überquerung der Kreisstraße werden soll, wollte Eisenmann über die Haftungsfrage Auskunft erhalten. Geschäftsleiter Robert Wagner teilte ihm mit, dass die Landwirte schon auch in der Verantwortung sind, den Weg sauber zu halten, wenn sie ihn durch ihre Gefährte verschmutzt haben.

Bei diesem Thema hakte Altbürgermeister Reindl nach. Er glaubt, dass ein Geh- und Radweg, der von der übergeordneten Straße wegführt, nicht angenommen wird und auch nicht in das überörtliche Geh- und Radwegenetz integriert werden kann. „Das ist jetzt schon rausgeschmissenes Geld“, so Reindl und plädierte weiterhin für einen an der DAH  17 entlangführenden Geh- und Radweg, auch wenn die Grundstücksverhandlungen noch länger dauern.

Christian Blatt hielt Reindl entgegen, dass es mehrere Varianten gegeben habe, weil die Grundstücksverhandlungen für einen Geh- und Radweg auch auf lange Sicht nicht erfolgreich geführt werden könnten. Der Landkreis sende ebenfalls kein Signal aus, die Straße auszubauen und die Kurve zu entschärfen. „Sollte es einen Durchbruch geben, kann man wieder über diesen Weg reden“, so der zweite Bürgermeister. Die jetzige Variante sei eine Zwischenlösung und halte die Kosten in Grenzen.

Helmut Steiner, einer von mehreren Gemeinderäten bei dieser Versammlung, sagte in Richtung Altbürgermeister: „Wir haben lang dafür gekämpft, auch mit Dir. Wir müssen froh sein, dass es hier überhaupt eine Lösung gibt.“

Auf die Frage von Benno Schegg aus Walkertshofen, ob in seinem Ort sozialer Wohnungsbau geplant sei, antwortete Christian Blatt, dass Planungen für die alte Schule im Landratsamt zur Vorprüfung liegen. Planungskosten für sozialen Wohnungsbau seien zudem im Etat 2017 hinterlegt. Auch in Sachen Wertstoffhof „tue sich etwas“, so Blatt auf Scheggs zweites Anliegen.

Johannes Emonts beklagte die zahlreichen Bauruinen in Erdweg und die ungeordnete Situation auf dem Gelände des Wirtshauses am Erdweg. „Man sollte den Ortskern ansehnlicher machen“, wünschte er sich. Christian Blatt hielt ihm entgegen, dass ein Großteil der Fläche am Wirtshaus in Privatbesitz sei. Und bei den Bauruinen habe die Gemeinde nur sehr begrenzte Handlungsbefugnis.

Christian Blatt lud am Ende alle Interessierten zu einem offenen Workshop für ein Ortsentwicklungskonzept am Mittwoch, 5. April.

Sabine Schäfer

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