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Calisthenics-Anlage ist für manche Bürger ein Graus

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Im März wurde die Calisthenics-Anlage Erdweg eingeweiht. Nicht für jeden eine Freude.
Im März wurde die Calisthenics-Anlage Erdweg eingeweiht. Nicht für jeden eine Freude. © Gemeinde

Ein Anwohner beschwert sich auf der Bürgerversammlung über Lärm und Drogen auf der Calesthenics-Anlage in Erdweg.

Erdweg – Für die Jugendlichen war im März die Einweihung der Calisthenics-Anlage am Schulsportgelände in Erdweg „cool“, weil sie sich dieses Sportgerät gewünscht hatten. Für einige Anwohner ist die Anlage anscheinend aber ein Graus. Bei der Bürgerversammlung im Wirtshaus am Erdweg (wir haben berichtet) machte der frühere Bergkirchner Jugendpfleger seinem Ärger Luft. Er sei nun einer „Riesen-Lärmbelästigung“ ausgesetzt, weil viele Jugendliche dort mit Ghetto-Blastern auftauchten – auch fremde Gruppen. Zudem würden dort – kaum versteckt – Drogen gehandelt. Es sei schon schlimm gewesen zu Corona, als das Juz geschlossen hatte. Da seien die jungen Leute mit Cocktails to go zum Sportplatz gezogen. „Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass die Gemeinde eine Attraktion hinstellt, wo sich die Jugendlichen treffen und Anwohner belästigt werden“, wetterte Wolfgang Untersehr. Er wolle nun nämlich seine Ruhe haben.

Die Verwaltung versuche ohnehin mit dem Kreisjugendring verstärkt zusammenzuarbeiten, so Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt. Jetzt habe man zum Glück wieder eine Vollzeitstelle für die Jugendbetreuung. Klar sei auch: Die Calistenics-Anlage ist ein Sport- und kein Vergnügungsgerät. Die Gemeinde versuche, das in den Griff zu bekommen mit aufsuchender Jugendarbeit. „Aber wenn Grenzen überschritten werden, raten wir immer dringend, die Polizei zu rufen. Die Gemeinde selbst sei eben keine Polizeibehörde. Auch zusperren bringe nichts, „das wäre nur Verlagerungstaktik“. Es handele sich um eine Sportanlage in Zusammenarbeit mit der Schule, die die Anlage ebenfalls nutze. Gleichzeitig würde man dann auch alle anderen aussperren, die mit diesen Gruppen nichts zu tun hätten. „Das ist ein riesiger Abwägungsschritt, den wir im Rathaus immer wieder machen“, so Blatt. Eine einfache Lösung – auch was die Betäubungsmittel-Problematik angeht – „gibt es nicht“. Es sei keine Lösung, Flächen so unterzubringen, „wo sie keiner sieht und man nichts hört“, betonte der Gemeindechef und teilte mit, dass Jugendflächen in die Machbarkeitsstudie zur Verlegung des Sportgeländes einbezogen wurden.

Ellen Schneefeld bereiten die vielen Raupen an den Bäumen zwischen Erdweg und Walkertshofen Sorgen. Sie fürchtet, dass die Bäume geschädigt werden könnten. Da konnte Christian Blatt beruhigen. Es handele sich um die sogenannte Wollafterraupe. „Die ist eklig und unangenehm, aber ungefährlich“. Die Gemeinde habe die Försterin mit ins Boot geholt „und wir schauen uns das heuer genau an“.

SABINE SCHÄFER

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