Erdwegs Vize-Bürgermeister Christian Blatt, 33 Jahre alt. 

Nach Tod des Bürgermeisters

Neuwahl in Erdweg: Christian Blatt steht bereit

Der plötzliche Tod des Erdweger Bürgermeisters Georg Osterauer stellt die Gemeinde vor eine Herausforderung. Die aktuelle Situation und wie es mit ihm persönlich weitergeht, erläuterte Vize-Bürgermeister Christian Blatt.

Erdweg – Momentan ist kein „business as usual“ im Rathaus Erdweg. „Wenn ein Todesfall so überraschend kommt , dann ist natürlich jeder geschockt, und es ist eine komische Sache, einfach weiterzumachen“, sagt Christian Blatt.

Normalerweise findet eine Neuwahl innerhalb von drei Monaten statt. Doch weil die Sommerferien dazwischenliegen, hat das Landratsamt Dachau als Aufsichtsbehörde und mit Genehmigung des Bayrischen Innenministeriums eine Fristverlängerung zugelassen. Somit findet die Wahl des ersten Bürgermeisters von Erdweg parallel mit der Bundestagswahl am Sonntag, 24. September, statt. Allerdings mit Auflagen.

So darf die Bürgermeisterwahl nicht in Konflikt treten mit der Bundestagswahl. Das heißt unter anderem, dass sich die Farbe der Wahlunterlagen klar unterscheiden muss, die Kuverts anders sind und viele Kleinigkeiten mehr. Für die Verwaltung bedeute das zwar einerseits einen großen Aufwand im Vorfeld, andererseits könne man gewisse Synergieeffekte nutzen.

Christian Blatt bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei allen Mitarbeitern, die mit ihm zusammen jetzt neu die Urlaubssituation im Rathaus geklärt haben. Denn die Vertretersituation, die bereits seit Ende Januar mit einer kurzen Unterbrechung herrscht, erfordere viel Rückhalt und Management im Rathaus. Er selbst habe zudem in seinem Hauptjob präsent zu sein. Der Großberghofener ist Leiter des Fachbereichs Asylmanagement im Landratsamt Erding. Der Erdinger Landrat gehe aber großzügig und entgegenkommend mit der Situation um, zeigte sich Blatt erleichtert. Denn immerhin habe er sich zwei Präsenztage im Rathaus Erdweg plus Abendtermine eingerichtet.

Die Vertretungszeit sei belastend für alle Mitarbeiter und für beide Seiten: in Erding und in Erdweg. Eventuell könnten gewisse Vorgänge im Rathaus Erdweg daher etwas länger dauern, auch wenn jeder versuchen werde, möglichst termingerecht zu arbeiten. Mit der Aussage: „Ich kehre auch an meine Arbeitsstelle zurück, je nachdem wie die Bürgermeisterwahl ausfällt“, machte der 33-Jährige deutlich, dass er sich erneut für die CSU um das Amt bewerben will.

2014 war Christian Blatt mit nur 441 Stimmen Unterschied gegen den Freie-Wähler-Kandidaten Georg Osterauer gescheitert. Er habe sich in dieser Angelegenheit mit den Kollegen aus der CSU-Fraktion beraten, die ihn auch wieder unterstützen wollen.

Für Blatt beginnt nun die Neubewerbung als Bürgermeister

Für Christian Blatt ist die Neubewerbung als Bürgermeisterkandidat die „logische Konsequenz“ aus der derzeitigen Situation, in der er noch mehr Einblick in dieses Amt bekommen habe. Außerdem habe er ein positives Echo aus der Bevölkerung erfahren. Das Faszinierende an diesem Amt sei für ihn, in und für die Heimat arbeiten zu können, dass diese Arbeit vielseitig ist und man Dinge strategisch angehen könne.

Beispiel Baulandmodell: Flächennutzungsplanänderungen und die vorliegenden Anträge auf Bauleitplanungen müssten wegen der Infrastruktur der Gemeinde strategisch entwickelt werden. Die Infrastruktur, zum Bespiel die Kinderbetreuung jeden Alters, müsse damit einhergehend weiterentwickelt werden.

An den Formalitäten ändert sich in diesem Fall nichts

Die Amtszeit eines neuen Bürgermeisters beträgt auch in diesem Fall sechs Jahre, da die vorhandene Restlaufzeit von zweieinhalb Jahren zu kurz sei. Und Kontinuität sollte gewahrt werden, meinte Blatt. Auch an Zahl oder Besetzung der stellvertretenden Bürgermeister werde sich nichts ändern, so der bisherige zweite Bürgermeister, „außer es tritt jemand zurück oder ein anderes Amt an“.

Bewerbungen der Bürgermeisterkandidaten müssen bis 2. August eingegangen sein. Wie sich die Freien Wähler Erdweg verhalten, steht bislang noch nicht fest. Wie FW-Chef Otmar Parsche erklärte, findet am kommenden Montag eine außerordentliche nichtöffentliche Mitgliederversammlung statt. Dann werde ausgelotet, ob erneut ein Kandidat aufgestellt wird.

Erdwegs Bürgermeister Georg Osterauer war im Mai völlig überraschend gestorben. Die Gemeinde reagierte geschockt.

sas

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