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Gratulierten Christian Blatt (Mitte): Veronika Eisenhofer, Rainer Loderer, die Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath und Anton Kreitmair sowie Benni Riedmair.

Christian Blatt kandidiert

Zweiter Bürgermeister will erster werden

Er ist seit drei Jahren Gemeinderat und zweiter Bürgermeister. Jetzt möchte Christian Blatt hauptamtlicher Bürgermeister werden.

Erdweg – Der Abend bot keine Überraschungen. Bereits im Januar hatte Christian Blatt als zweiter Bürgermeister die Geschäfte für den erkrankten und im Mai verstorbenen Bürgermeister Georg Osterauer (Freie Wähler) übernommen. Es gab nur eine zweiwöchige Unterbrechung im April, als Osterauer kurzzeitig wieder die Geschäfte übernahm. 

Blatt kandidiert „auch wenn der Anlass ein trauriger ist“

Ende Juni, als der 33-Jährige nach dem Tod des Bürgermeisters das weitere Prozedere für die Kommune erklärte, gab er seine Absicht zu kandidieren bekannt, „auch wenn der Anlass ein trauriger ist“, wie Blatt noch einmal am Freitag betonte.

Der seit zwei Jahren amtierende CSU-Ortsvorsitzende wurde von seiner zweiten Stellvertreterin Veronika Eisenhofer als Kandidat vorgeschlagen. In drei Jahren habe sich Blatt ein enormes Wissen angeeignet: „Man merkt, dass er das nicht nur aus der Not heraus macht“, sagte Eisenhofer. 

Der Großberghofener durfte sich am Ende über den vollen Rückhalt des Ortsverbandes freuen: Von 31 Wahlberechtigten erhielt er 31-Ja-Stimmen und viel Beifall der rund 60 Zuhörer.

Christian Blatts beruflicher Hintergrund

Unterstützung hatte Christian Blatt nicht nur durch seine Frau Christine, sondern auch durch den Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath, der als Wahlvorstand agierte. Seidenath bezeichnete den Kandidaten als „Glücksfall für die Gemeinde“. 

Christian Blatt studierte Wirtschaftsingenieurwesen (FH) und erhielt dabei Einblick in viele Unternehmen, war unter anderem auch sieben Monate in den USA.

Er arbeitete als Unternehmensberater und wagte danach den Sprung in den Öffentlichen Dienst – zunächst als Projektleiter im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Erding, wo er sich mit der Einführung des Digitalfunks in den Landkreisen Erding, Ebersberg und Freising beschäftigte.

Seit 2015 ist er Fachbereichsleiter für Asylmanagement im Landratsamt Erding, mit 28 Mitarbeitern und einem 12 Millionen Euro starken Haushalt. Er habe immer versucht, dem Gemeinwohl zu dienen: in Vereinen und im Gemeinderat, wo er wesentliche Themen wie das Baulandmodell, die Zuschussrichtlinien oder nachschulische Betreuung mitgestaltet habe, so Blatt. 

Für die Gemeinde habe er sich vorgenommen, die kommunalen Themen mit Augenmaß und dem Blick für Zusammenhänge zu entwickeln. „Und bürgernah. Das ist mir wichtig, denn ich bin hier verwurzelt.“

Was will Christian Blatt verändern?

Diese Themen und Handlungsfelder sieht CSU-Bürgermeisterkandidat und bisher zweiter Bürgermeister Christian Blatt in der Gemeinde Erdweg als vordringlich an: Siedlungspolitik mit bedarfsgerechten Wohnformen. „Es rührt sich jetzt schon gewaltig was mit unserem neuen Baulandmodell“, sagte Blatt. Es brauche dabei auch Infrastruktur, die dazu passt: Kanäle, Kinderbetreuung (auch nachschulische Betreuung): Entwürfe stehen schon und werden dem Gemeinderat im Herbst zur Entscheidung vorgelegt; einen weiteren Fokus legt er auf die Sportplatzverlagerung: Das Konzept wird in der Gemeinderatssitzung am morgigen Dienstag diskutiert; Gewerbe und Wirtschaft: Flächen müssen generiert werden, aber mit Blick auf Standortfaktoren und den Bedarf. 

„Auch die Kommunikation mit unseren Unternehmern ist verbesserungswürdig“, sagt Blatt. Ein Thema brannte Zuhörer Franz Willibald auf den Nägeln: die Geh- und Radwegverbindung von Welshofen nach Unterweikertshofen. Christian Blatt hatte bei dem Thema eine gute Nachricht: „Das ist alles schon beauftragt.

Von Sabine Schäfer

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