Anton Kreitmair Kleinberghofen Heimat
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Anton Kreitmair im Februar 2020 in seiner Heimat in Kleinberghofen. Er starb im Alter von 57 Jahren.

Dachauer Bauernobmann und CSU-Politiker starb im Alter von 57 Jahren

Trauer um Anton Kreitmair

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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Sein Herz schlug Zeit seines Lebens für die Landwirtschaft. Als die Politik sein Hauptberuf wurde, setzte sich Anton Kreitmair ohne Wenn und Aber für die Bauern ein, als Bezirkspräsident des oberbayerischen Bauernverbandes, als Landtagsabgeordneter für die CSU. Er blieb sich stets selbst treu, stimmte notfalls auch gegen seine Fraktion und gab so vielen Menschen den Glauben an eine ehrliche Politik zurück. Am Samstag starb der Kleinberghofener im Alter von 57 Jahren.

Kleinberghofen – Anton Kreitmair hat den Kampf gegen den Krebs verloren. In den frühen Morgenstunden des Samstags schloss der Landwirt und Politiker bei sich zu Hause in Kleinberghofen im Kreise seiner liebsten Menschen für immer die Augen.

Bis zuletzt hat sich Anton Kreitmair für seine Bauern eingesetzt. Erst am vergangenen Dienstag rang der Kreisobmann des Bauernverbandes im Landkreis Dachau noch mit sich, ein Interview mit den Dachauer Nachrichten persönlich zu führen, übergab es dann aber an seinen Stellvertreter Simon Sedlmair. Zu diesem Zeitpunkt war der 57-Jährige schon zu schwach.

Sein Ehrgeiz, sein Weitblick und sein Tatendrang prägten seine berufliche und politische Karriere. „Er war von klein auf zielstrebig und geradlinig und dadurch auch sehr erfolgreich“, berichten seine vier Schwestern. „Das gilt für ihn als Landwirt und als Politiker.“

Anton Kreitmair besuchte als Jugendlicher die Hauptschule Erdweg und arbeitete immer mit auf dem Hof seiner Eltern. Im Alter von 24 Jahren war er staatlich geprüfter Landwirtschaftsmeister. Bald begann er, sich politisch zu engagieren, in der Jungbauernschaft, ab 1996 im Erdweger Gemeinderat, ab 2002 für die CSU im Kreistag. 2005 wurde er zum Kreisobmann des Bauernverbandes bestimmt, 2012 wählten ihn die Landwirte zum Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes Oberbayern. Als Kreitmair 2013 in den Landtag gewählt wurde, war die Politik sein Hauptberuf.

Er nahm die Anliegen der Bürger sehr ernst, er erarbeitete sich Respekt bei Wählern und Kollegen. „Er war ein sehr authentischer Mensch“, sagt seine Lebensgefährtin Rosmarie Böswirth. „Was er sagte, davon war er zu 100 Prozent überzeugt.“ Kreitmair blieb sich und seinen Einstellungen stets treu. Er hat den Mut gehabt, als Landtagsabgeordneter auch gegen seine Fraktion zu stimmen. Er stellte sich zum Beispiel gegen die 10-H-Regelung oder stimmte gegen eine dritte Startbahn am Flughafen – woraufhin er zum damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gebeten wurde. Zu den Landtagswahlen 2018 trat Kreitmair nicht mehr an – ein schwerer Schlag für die CSU. Als Gründe nannte Kreitmair die Doppelbelastung, er wollte sich vor allem auf seine Arbeit im BBV konzentrieren.

Um seinen Hof, den Moslhof in Kleinberghofen, kümmerte sich sein Sohn Stefan Kreitmair (27). „Mein Vater hat mich immer begleitet und beraten, auch wenn er nicht da war und viel zu tun hatte, hat er mich immer bei Entscheidungen unterstützt“, sagte Stefan Kreitmair. Überhaupt war Anton Kreitmair hilfsbereit in jeder Hinsicht. „Wenn es den anderen gut geht, geht es mir automatisch auch gut“, das sei eine seiner Grundeinstellungen gewesen, sagt Rosmarie Böswirth. Anton Kreitmair hat stets ein offenes Ohr gehabt für die Belange der Menschen, hat die Anliegen von jedem aufgenommen. „Als Kreisobmann hat er eine 24-Stunden-Rufbereitschaft gehabt.“ Und bei allen Gesprächen und Appellen an die Politik habe er kleine Betriebe genauso mitgenommen wie große. Er wurde nicht müde zu betonen, dass jeder Betrieb im Landkreis seinen Platz hat: ob klein oder groß, ob bio oder konventionell, ob Haupt- oder Nebenerwerb. Seite an Seite kämpfte er mit ihnen für höhere Preise ihrer Erzeugnisse.

Kreitmair brachte die Menschen zusammen, ihm war es wichtig, miteinander zu sprechen. „Dabei hat er alle Menschen gleich behandelt, unabhängig von Rang und Status“, sagt seine Schwester Maria Buchberger. So engagierte sich der Kleinberghofener auch sozialpolitisch, etwa im Verein „Perspektiven für Burkina Faso“, „ein Projekt, das ganz am Anfang steht und für das er sich gerne weiter engagiert hätte“.

Vor dreieinhalb Jahren wurde Anton Kreitmair krank. Der Kleinberghofener kämpfte, gab sich trotz der Krankheit mit vollem Einsatz seinen Ämtern hin. Seine Familie war immer der Mittelpunkt für ihn. Er hatte seinen eigenen, netten Humor, war gesellig – und immer optimistisch. Anton Kreitmair hinterlässt neben seiner Lebensgefährtin Rosmarie Böswirth seine Ehefrau Monika Kreitmair sowie die drei Kinder Stefan (27), Lisa (25) und Marina (21). Er wird seiner Familie fehlen, aber auch der Politik und den Landwirten im Landkreis und in ganz Oberbayern.

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