Gräfin Leonie von Hundt starb am 27. Dezember, 15 Monate nach ihrem Mann.
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Gräfin Leonie von Hundt starb am 27. Dezember, 15 Monate nach ihrem Mann.

Trauer um Leonie Gräfin von Hundt zu Lautterbach

Die Familie war ihr größtes Glück

Sie war ein absoluter Familienmensch und eine starke Frau. Jetzt ist Leonie Gräfin von Hundt zu Lautterbach gestorben – nur 15 Monate nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes Dr. Hans Graf von Hundt zu Lautterbach.

Unterweikertshofen – Am Festtag der Heiligen Familie, dem Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr, schloss Leonie Gräfin von Hundt zu Lautterbach im Alter von 84 Jahren für immer ihre Augen – umgeben von ihrer Familie. „Ihr Leben war geprägt von ihrem tief verwurzelten Sinn für ihre Familie“, sagt ihr Sohn Georg von Hundt.

Geboren wurde Leonie von Ondarza am 25. Oktober 1936 in Viktring bei Klagenfurt als drittes von vier Geschwistern. Hier hatten ihre Eltern Bertram und Elisabeth von Ondarza eine kleine Landwirtschaft erworben. Das Familienglück währte nur kurz in Österreich. Denn es erfolgten die Einberufung des Vaters und der Umzug in die Kaserne nach Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern.

Leonies Vater starb noch während des Krieges. So wuchs sie nach der Flucht aus dem Osten mit Mutter, Tanten, Cousins und Cousinen während der Kriegsjahre im Haus der Großeltern Ondarza in Gralenstein an der Ostsee auf. Liebevoll genannt „Das Haus mit den nachgebenden Wänden“ erinnerte sie sich zeitlebens gerne an diese Zeit zurück, die entbehrungsreich gewesen sei, aber voller Wärme und Geborgenheit.

Ein neuer Lebensabschnitt begann in Bonn. Dort lebte Leonie von Ondarza gemeinsam mit Mutter und Schwestern, bis sie zur Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin nach München zog. Dort traf sie ihren späteren Ehemann, Hans Graf von Hundt zu Lautterbach, den sie 1962 heiratete und bis zu seinem Tode im Jahr 2019 in tiefer Liebe und Zuneigung verbunden blieb. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Wolf-Dietrich, Desirée, Stefanie und Georg. Die junge Familie lebte vorerst in Pasing, später in Krailling. Erst nach dem Tod der Schwiegermutter Gerda zog die Familie nach Unterweikertshofen.

Mit diesem Umzug in den Landkreis Dachau in den 80er Jahren begann das Leben auf einer Baustelle. Zwei Schlösser befanden sich dort technisch im Vorkriegs-Zustand. Dach, Heizung, sanitäre Anlagen, Strom, Wasser – alles musste erst einmal eingebaut oder erneuert werden. Lautterbach drohte zu diesem Zeitpunkt gar der Einsturz. Tatkräftig baute Gräfin Leonie von Hundt im Hintergrund mit ihrem Mann beide Häuser mit viel Geschick in bewohnbare Familien-Mittelpunkte um.

„Als Vollblut- und Löwenmutter und -Großmutter hat sie all ihre Kraft, Energie und Liebe in ihre Kinder, Schwiegerkinder und die nachfolgende Enkelgeneration gesteckt“, so Georg von Hundt. Liebevoll von allen „Omama“ genannt, habe sie immer ein offenes Ohr für die Nöte der Familienmitglieder gehabt. Kein Weg sei zu weit und kein Hindernis zu hoch gewesen, um ihren Lieben das Leben zu verschönern oder zu erleichtern. „Die Familie war ihr größtes Glück, und sie schuf einen Ort der Geborgenheit und Wärme für ihre vier Kinder, die angeheirateten Schwiegerkinder und die 15 Enkelkinder, an dem sich alle jederzeit willkommen und aufgehoben fühlten.“

Neben ihrer Familie verband sie mit ihrem Mann ein inniger Glaube an Gott und die katholische Kirche. Ein Sonntag ohne Gang in die Kirche, meist nach Odelzhausen oder zum Petersberg, war für beide undenkbar. Georg von Hundt: „Es war ein nicht verhandelbarer, uneingeschränkter Glaube an unseren Herrn, aus dem sie täglich Kraft zog und der ihr geholfen hat, im Beisein ihrer Kinder und Enkel den letzten Weg am Festtag der heiligen Familie zu gehen.“  

dn

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