Bunt geschmückter Weihnachtsbaum
+
Sind stolz auf ihren Baum: Tessa und Simon Reindl

Die Reidls lieben es, zu dekorieren

Weihnachtswunder in Eisenhofen: 700 Kugeln an einem Baum und eine gigantische Krippe

Die Reidls haben eine ganz große Leidenschaft: Weihnachten. Ihren Baum zieren 700 Kugeln und 70 Vögel. Zudem erfreut das Paar auch jedes Jahr viele mit seiner gigantischen Krippenlandschaft.

VON SABINE SCHÄFER

Eisenhofen – Die Reindls sind von Grund auf positive und zufriedene Menschen. Im Sommer sind es die 15 Bienenvölker und die selbst gebaute Gartenlandschaft mit 350 Gartenzwergen, die Simon Reindl hegt und pflegt. Den Winter aber lieben die Eisenhofener wegen der Advents- und Weihnachtszeit. Dann leben Tessa und Simon Reindl ihre Deko-Leidenschaft in vollen Zügen aus.

Tessa Reindls großer Stolz ist jedes Jahr der Christbaum, den sie seit wenigen Tagen schon fertig geschmückt hat. Die Tanne haben sie wie immer aus Oberhandenzhofen geholt. 3,40 Meter war sie diesmal hoch und wurde gekürzt auf 2,40 Meter. Aufgerichtet wurde der Baum in einem XXL-Ständer, gefüllt mit Wasser und Glycerin. „Dann hält er länger“, weiß die gelernte Drogistin.

Doch im Hause Reindl ist im Prinzip alles XXL. Rund 700 verschiedenste Kugeln aus insgesamt etwa 1000 sowie 70 bunte Vögel, die eigens noch Federn aufgesetzt bekommen, wurden auch heuer aus unzähligen Kisten gekramt und aufgehängt. Mit großer Hingabe und gewissen Ritualen: „Die Vögel müssen alle nach Norden schauen. Das bringt Reichtum ins Haus“, lacht Tessa Reindl und zeigt uralte und neue Kugeln, geschmückte und einfache, die sie meist selbst noch mit Perlen oder Borten verziert. Es gibt Kugeln noch von den Schwiegereltern und Mitbringsel der drei Kinder. Ein bisschen Schmuckwerk hat Sohn Simon, 30, aus einem Weihnachtsladen in San Francisco beigesteuert, anderes von einer Reise nach Kanada.

Bewundern – wie so viele die Krippenlandschaft von Simon Reindl: Kilian (8) mit seinen Schwestern Anna und Maria (beide 5) aus Eisenhofen. 

Eigentlich ist das Haus der Reindls vor 16 Jahren regelrecht nach dem Christbaum ausgerichtet worden. Beim Bauen habe man den Erker nur für den Baum dazugebaut. „Wir haben ja gewusst, dass wir in der Hinsicht spinnen“, so die 58-Jährige fröhlich und freut sich, wenn in der Nachweihnachtszeit Leute ins Haus zum „Baum loben“ kommen. Bei diesem Brauch wird der Baum ausgiebig bestaunt. Als Dank erhalten die Besucher dann einen Schnaps. „Sogar Pfarrer Josef Mayer vom Petersberg war einmal mit einer Tagungsgruppe bei uns“, erinnert sich Simon Reindl schmunzelnd.

Viel Aufmerksamkeit erregt aber auch die Krippenlandschaft des Hausherrn, die er meist 14 Tage vor dem ersten Advent auf der verglasten Terrasse des Hauses aufbaut – in weit über 20 Stunden, in denen der ebenfalls handwerklich geschickte Sohn mithilft.

Als erstes werden die beiden ums Eck gelegten Grundplatten (4,90 mal 5,60 Meter) vor einer Watzmann-Kulisse aufgebaut. Dann geht es an die Elektrik, damit sich unzählige Lämpchen an einem Sternenvorhang und in der Landschaft täglich um 16.30 Uhr einschalten. Auch kleine Wasserstellen entstehen mit Hilfe von Pumpen, die normalerweise für Zimmerbrunnen verwendet werden.

Die Landschaft selbst wird immer anders gestaltet mit Rauchstellen, Menschen aus allerlei Handwerksgruppen, Häusern, Teichen, unzähligen Tieren verschiedenster Spezies. Sogar ein Storch vom Christkindlmarkt im Europapark Rust sitzt auf einem Schuppen. Christkindlmärkte allerorten durchstöbern die Reindls gerne auf der Suche nach Neuem. Eines aber bleibt immer gleich: Die eigentliche Krippe steht prominent platziert in der Ecke.

Simon Reindl sieht man den Stolz auf sein jährliches Kunstwerk an. Es ist eine Sammlung aus 53 Jahren. „Die erste Krippe war ein Geschenk aus dem Quelle-Katalog“, erinnert sich der 62-Jährige. Die stand dann auf dem Wohnzimmerschrank im Elternhaus. Von da an war der Funke entfacht und es wurde überall etwas dazugekauft. „Krippendeko ist ein gern gesehenes Weihnachtsgeschenk oder Mitbringsel für meinen Vater“, weiß Simon Reindl junior.

Und der freut sich fast wie ein Schneekönig über seine bezaubernde Groß-Landschaft. „Das gibt mir jeden Tag Ruhe“, so Reindl. Doch genauso liebt er es, wenn sein „Werk“ von anderen bewundert wird. Kürzlich habe ein Paketfahrer durch die Scheibe fotografiert. Den habe er dann hereingeholt, damit er sich alles genau anschauen kann.

Die Weihnachtsidylle hat sich herumgesprochen. Beinahe täglich kommen Kinder vorbei, die vier Enkel der beiden Töchter sowieso. Mittlerweile haben sich die Reindls sogar ein kleines Suchspiel ausgedacht. „Da wird irgendwo eine Kuh versteckt, aber so, dass man sie tatsächlich entdecken kann. Wer die Kuh findet, darf sie dann für andere Kinder wieder verstecken.“ Hinterher hat Tessa Reindl für jedes Kind noch einen Cola-Lutscher parat.

„Advent ist für uns die schönste Zeit“, ist sich die Familie Reindl einig. Das kann jeder sehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare