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Günther Bichler gratulierte dem frisch gekürten Kandidaten Dr. Joseph Ndogmo.

Freie Wählergruppe Welshofen nominiert Dr. Joseph Ndogmo

Der dritte Bewerber fürs Rathaus

Er war bestens vorbereitet, hat ein klares Konzept samt Wahlslogan und ein Ziel: Dr. Joseph Ndogmo will Bürgermeister von Erdweg werden. Gelingt es ihm, wäre der gebürtige Afrikaner der erste schwarze Bürgermeister in Bayern.

Von Sabine Schäfer

Erdweg – „Kompetent, unparteiisch, bürgernah“, so lautet der Wahlspruch von Dr. Joseph Ndogmo. Er geht nun nach Christian Blatt (CSU) und Rolf Blaas (Freie Wähler Erdweg) als dritter Bewerber ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Erdweg. Am Donnerstagabend erhielt er von den 27 Wahlberechtigten aus Welshofen 18 Ja-, acht Neinstimmen und eine Enthaltung.

Es waren indes etwa 35 Interessenten auch aus anderen Ortsteilen ins Pfarrheim gekommen, wo die Freie Wählergruppe Welshofen ihre Nominierungsversammlung abhielt.

„Wir haben das nicht initiiert, damit es noch einen Kandidaten gibt, sondern weil er das Zeug dazu hat“, meinte der Sprecher der Welshofer, Günther Bichler, früher selbst langjähriger Gemeinderat.

„Ich bin fähig, das Amt zu bekleiden“, sagte auch Dr. Ndogmo. Seine Frau Christiane habe ihn letztlich zu dieser Überzeugung gebracht. Mit ihr und den drei Kindern, die alle in Deutschland geboren sind, lebt der gebürtige Kameruner seit 2012 in Welshofen. Mit vielen anderen Stipendiaten war Ndogmo 1986 von der Regierung Kameruns zum Studieren in sie DDR geschickt worden. Nach der Wiedervereinigung blieb er in München hängen und promovierte. Als akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Metallbau an der TU lehrt und forscht er. Privat wollte der Sohn einer Lehrerin und eines Schulinspektors sich sofort einbringen. „Ich bin zu 1000% sehr gut aufgenommen worden und habe hier Wurzeln geschlagen.“

Joseph Ndogmo ist 49 Jahre alt, Mitglied bei den Stockschützen, beim Gartenbauverein, Jugendwart bei der SpVgg-Tennisabteilung , Lektor in der Kirche und seit drei Jahren für die Freie Wählergruppe Welshofen im Gemeinderat. Er will sich in keine Schublade stecken lassen, denn Kommunalpolitik habe nichts mit einer Partei zu tun.

Aus dem Ist-Zustand der Gemeinde hatte er ein Maßnahmenkonzept angefertigt, das er als Powerpoint-Präsentation vorstellte (siehe Kasten). Gefragt nach seiner Einstellung zum Juz meinte Ndogmo, dass man Jugendliche in ihren Initiativen unterstützen müssen, „Aber die, die nicht integriert sind, bräuchten eben Unterstützung durch das Juz.

Helmut Bayer aus Welshofen, der dem geplanten Neubau einer Wohnanlage in seinem Ort kritisch gegenübersteht (siehe Bericht auf dieser Seite), wollte Ndogmos Meinung dazu hören. Der zeigte sich „hin- und hergerissen“. Erdweg solle so wachsen, dass es nicht aus allen Nähten platzt. Und die Kommune müsse das alles auch finanziell stemmen können.

Neuen Ideen will Ndogmo, sollte er Bürgemeister werden, breiten Raum einräumen. Ein Bürgermeister müsse auch Visionär sein und sollte nicht nur verwalten. Deswegen wolle er ein Internetportal schaffen für ein Zusammenspiel zwischen Rathaus und Bürgern, die ein Anliegen oder Ideen haben.

Nach seiner Wahl gab sich Joseph Ndogmo kämpferisch. „Sie haben einen ganz jungen Kandidaten, einen, der in Pension ist und ich bin dazwischen“, meinte der Welshofer Kandidat, der als erstes bei den anderen Wählergruppen im Gemeinderat um Unterstützung bitten will. Notfalls will sich Ndogmo sogar professionelle Hilfe holen. „Die anderen Kandidaten sollen sich warm anziehen. Ich werde einen heißen Wahlkampf machen.“

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