Beschluss des Gemeinderats Erdweg

Für drei Monate keine Kita-Gebühren

Arg gebeutelt sind Eltern in der Corona-Zeit: Schulen waren lange gar nicht oder an wenigen Tagen nur geöffnet, kleine Kinder mussten ebenfalls wochenlang zu Hause bleiben. Auf die Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen hat der Gemeinderat Erdweg jetzt reagiert.

ErdwegEltern sollen zumindest finanziell entlastet werden. Das ist die zentrale Aussage, die Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt am Dienstagabend in der Sitzung traf. Dazu listete er eine Litanei von Rahmenbedingungen und möglichen Erleichterungen auf für Eltern, die mit dem Betreuungsverbot oder dem eingeschränkten Betreuungsbetrieb ab 16. März zurechtkommen mussten. Da waren die März-Gebühren bereits eingezogen. Und die Verwaltung hat abgewartet, „wie lange die Schließung überhaupt dauert“.

Im April blieben die gemeindlichen Betreuungseinrichtungen in Welshofen und Kleinberghofen (jeweils Kindergarten und Krippe) bekanntlich alle geschlossen. Ab 25. Mai besuchten Vorschulkinder und Geschwisterkinder (insgesamt 35) die Kinderhäuser im eingeschränkten Betrieb.

Ab 15. Juni kamen 70 weitere Kinder dazu, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden sowie Krippenkinder im dritten Lebensjahr.

Da es jedoch viele zeitliche Einschränkungen gab und im Prinzip – wie in der durchgehenden Notbetreuung – taggenau abgerechnet werden müsste, legte die Verwaltung den Gremium zwar detaillierte Beschlussvorschläge vor, die im Prinzip aber eines bedeuteten: Die Elternbeiträge für April bis einschließlich Juni werden erlassen, außer für die 35 Vorschulkinder, die im Mai und Juni in der Betreuung waren. Ab Juli müssen wieder alle zahlen, wegen der immer noch reduzierten Öffnungszeiten jedoch weniger als sonst. Dem stimmte der Gemeinderat einmütig zu. Günter Sommermann (Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen) fasste den allgemeinen Tenor so zusammen: „Alles andere wäre unnötiger bürokratischer Aufwand. Das entspricht auch dem Geist, weswegen diese Maßnahmen gemacht wurden.“

Der Beschluss fiel dem Gemeinderat ohnehin leicht. Denn der Freistaat Bayern gewährt den Trägern der Einrichtungen eine freiwillige finanzielle Förderung für den Ersatz der entfallenen Benutzungsgebühren. Für Krippenkinder erhält der jeweilige Träger, sprich hier die Kommune, vom Freistaat 300 Euro monatlich je Kind und für Kindergartenkinder 150 Euro je Kind und Monat. Der Haken: Für Monate, in denen die Betreuung teilweise oder in vollem Umfang in Anspruch genommen wurde, wie beispielsweise bei den Vorschulkindern im Mai, gibt es keinen Beitragsersatz durch den Freistaat. Diese Regelungen gelten auch für die Notbetreuung.

Dennoch hält sich das Defizit für die Gemeinde im Rahmen, muss jedoch noch genau beziffert werden.

Apropos Notbetreuung: Hier sei man „restriktiv“ gewesen, so Christian Blatt und habe genau hingeschaut, welche Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Die Notbetreuung für monatlich etwa 26 Buben und Mädchen fand in der Schule statt – in kleinen Gruppen und zu unterschiedlichen Zeiten. Schließlich sollten Kinder und Personal geschützt bleiben.

Äußerst lobend äußerte sich der Gemeindechef über das Personal. „Alle waren sehr flexibel und umtriebig.“ Teilweise seien zuhause online-Fortbildungen erledigt worden. Die Gemeinde habe ihrerseits keine Minusstunden abgerechnet, wenngleich Resturlaub und Überstunden als erstes abgebaut werden mussten.

Die gute Nachricht: Die Gemeinde plant, auf die Schließtage im August ganz oder teilweise zu verzichten, um Eltern, die vielleicht schon viel oder den gesamten Urlaub nehmen mussten, entgegenzukommen. Doch werde es kürzere Öffnungszeiten geben.

Sabine Schäfer

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