Grünes Licht für Sanierung des Kinderhauses

Einigung mit dem Ordinariat

Der Ärger über das Vorgehen des Ordinariats zu den Sanierungsplänen am Kinderhaus St. Paul in Erdweg scheint verflogen zu sein. Der Gemeinderat fasste einen wichtigen Beschluss.

Erdweg – „Es gab intensive Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Ordinariat“, so die wichtigste Botschaft von Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt. Wichtig deshalb, weil sich die Gemeinde noch im Herbst nur sehr unzureichend informiert gefühlt hatte, was die Baumaßnahmen am Kinderhaus betrifft.

Im Oktober hatte das Gremium den Antrag auf Vorbescheid der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, Walkertshofen, für die Sanierung des Bestands und den Neubau eines Teils des Kinderhauses auf dem Tisch. Der eigentliche Bauherr indes ist das Ordinariat. Und dieses hatte die Gemeinde nur sehr spärlich über die Planungen, die Finanzierung und den Investitionszuschuss, den die Kommune zu leisten habe, informiert. Doch ohne ein Mitspracherecht wollte man sich nicht auf die reguläre Pauschale von zwei Dritteln der Baukosten einlassen.

Nach einem Treffen aller Beteiligten Ende Oktober im Rathaus konnte der Erdweger Gemeindechef nun aber folgenden Sachstand im Gemeinderat präsentieren: Das Kinderhaus soll weiter fortgeführt werden unter der Trägerschaft des Ordinariats. Und es muss sichergestellt werden, dass die Relationen gewahrt werden: Die politische Gemeinde Erdweg beteiligt sich daher mit einem Fixbetrag in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Eine Beteiligung in Höhe von vier Millionen Euro wurde ausgeschlossen. Daher ist auch das Ordinariat noch einmal in sich gegangen und hat Rücksprache mit der externen Kostenplanung gehalten. Ergebnis: Statt der bisher angenommenen 7,9 Millionen Euro Projektkosten will man nun mit 7,4 Millionen auskommen.

Die Beteiligten waren zudem einig, dass nach Möglichkeit – abhängig vom weiteren Planungsverlauf – aus pädagogischen und wirtschaftlichen Gründen auf ein Containerprovisorium verzichtet werden soll. Vielmehr ist für die Bauzeit die provisorische Unterbringung aller Kindergartengruppen in einem Gebäude wie beispielsweise dem Schulhaus anzustreben.

Die erforderlichen Mittel will die Gemeinde in die Vermögenshaushalte 2023 bis 2025 einplanen. Nach aktuellem Stand kann die Gemeinde Erdweg wiederum mit Zuschüssen in Höhe von 1,3 bis 2,1 Millionen rechnen.

Alexander Winterholler (Überparteiliche Wählergemeinschaft Eisenhofen) und Michael Graf (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen) stimmten „nur mit Bauweh“ zu, denn man brauche ja das Kinderhaus. Für Günter Sommermann (Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen) war es „das beste Ergebnis, das wir hier erzielen konnten. Sonst hätten wir selbst ein Kinderhaus errichten und betreiben müssen“.

Matthias Osterauer (Freie Wähler Erdweg) hatte keinerlei Vorbehalte, „denn es wird ja ein inklusiver Kindergarten“. So sah es auch der Gemeindechef selbst: „Es ist ein wichtiger Schritt getan. Wichtig, weil der Kindergarten in Erdweg bleibt, viergruppig wird und inklusiv.“ Der Grundsatzbeschluss war schließlich einstimmig. Mit der Eröffnung rechnet Christian Blatt nicht vor 2024.

sas

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