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Erdweg hat zwei neue Ehrenbürger

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Zahlreiche Gäste aus der Politik gaben sich beim Festabend die Ehre und gratulierten der Gemeinde Erdweg und den neuen Ehrenbürgern.
Zahlreiche Gäste aus der Politik gaben sich beim Festabend die Ehre und gratulierten der Gemeinde Erdweg und den neuen Ehrenbürgern.  © Habschied

Es war ein Festakt nach Maß: gut besucht, mit bestens gelaunten Gästen und schöner Atmosphäre. Die Gemeinde Erdweg feierte ihr 50-jähriges Bestehen.

Erdweg - Der Gemeindechef zeichnete dabei kurz den Weg auf, wie durch den „friedlichen Zusammenschluss fünf ehemaliger Gemeinden eine vollkommen neue Gemeinde mit dem Hauptort Erdweg“ zustande kam. Dabei seien die Ortsteile immer eigenständig geblieben. Das Nachbarschaftliche habe stets funktioniert – auch die Arbeit im Gemeinderat mit acht unterschiedlichen Gruppierungen.

Zum 50-jährigen Bestehen zwei neue Ehrenbürger in Erdweg

Die Gemeinde Erdweg ist seit dem Zusammenschluss im Jahr 1972 von 3800 auf 6600 Einwohner angewachsen. Maßgeblich zur Entwicklung beigetragen hätten, so Blatt, zwei Menschen, die sich schon in jungen Jahren dafür entschieden haben, für die Gemeinde zu wirken. „Ihr habt auf unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern große Erfolge erzielt“, betonte Blatt mit Blick auf den langjährigen Bürgermeister Michael Reindl und auf den in vielen Funktionen tätigen Kommunalpolitiker Blasius Thätter.

Beide hätten nicht nur in der Welt der Politik mitmischen wollen. „Es war die Überzeugung, dass man Verantwortung übernehmen muss, dass bürgerschaftliches Engagement das A und O unserer Gesellschaft ist.“

Die Blaskapelle Eisenhofen umrahmte den Festabend musikalisch
Die Blaskapelle Eisenhofen umrahmte den Festabend musikalisch © Habschied

Eine Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde vergeben kann. Dem Antrag, diese Auszeichnung an Michael Reindl und Blasius Thätter zu verleihen, habe der Gemeinderat sofort zugestimmt.

Michael Reindl war 34 Jahre erster Bürgermeister. Unzählige Maßnahmen seien in diesen Jahren auf den Weg gebracht worden. Christian Blatt nannte exemplarisch Straßen- und Brückenbauten, die Errichtung der Gemeinschaftshäuser und Veranstaltungsstätten in den Ortsteilen, Kanalbaumaßnahmen, die Erweiterung der Kläranlage sowie die Erweiterung, Modernisierung und Sanierung der Schulgebäude und den Turnhallenbau.

„Sehr wichtig war Dir auch das Vereins-, Sport- und Feuerwehrwesen. In diesen Bereichen hast Du viel angepackt und geschaffen.“ Soziale Kontakte seien dem ehemaligen Gemeindechef ebenso wichtig gewesen, wie die Fülle der Veranstaltungen beweise, die Reindl in seiner Amtszeit besucht habe.

Blasius Thätter war nicht nur 36 Jahre Mitglied des Gemeinderats und sieben Jahre zweiter Bürgermeister. In diesen Funktionen habe der heute 86-Jährige bei den Grundstücksthemen für die Sporthalle und das Wirtshaus am Erdweg maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gemeinde das Areal bzw. das Gebäude kaufen und das Projekt verwirklichen konnte.

Das erste Fass Bier zapfte der Gemeindechef unter den kritischen Augen von MdB Benno Zierer, Michael Reindl, Bernhard Seidenath, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Landrat Stefan Löwl an.
Das erste Fass Bier zapfte der Gemeindechef unter den kritischen Augen von MdB Benno Zierer, Michael Reindl, Bernhard Seidenath, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Landrat Stefan Löwl an. Verdeckt ist Katrin Staffler. © Habschied

In seiner Funktion als Landtagsabgeordneter von 1994 bis 2008 habe Thätter den Stimmkreis als Direktkandidat vertreten. „Und Du warst für jeden da, der Deine Hilfe benötigt hat.“ Darüber hinaus habe der Großberghofener sich für die Gesellschaft, die Vereine, die Kultur und die Wahrung der Historie eingesetzt.

Beide Politiker erhielten nicht nur die Urkunde und Medaille, sondern jeder zudem einen Baum: Reindl eine Eiche, die bereits auf dem Gelände des Kinderhauses in seinem Heimatort Eisenhofen gepflanzt wurde, Thätter eine Linde, die im Herbst am Kinderhaus „Bei den Linden“ in Walkertshofen gesetzt werden soll.

Michael Reindl ließ es sich nicht nehmen, in seiner Dankesrede auf insgesamt 42 Jahre zurückzublicken, die der gelernte Industriekaufmann in der Gemeinde arbeiten durfte, zunächst als Verwaltungsangestellter unter dem ersten gewählten Bürgermeister der Gemeinde, Ludwig Ostermair – auch er wurde später Ehrenbürger – ab 1980 dann selbst als erster Bürgermeister. Der Zusammenschluss der ehemaligen Gemeinden sei „der erste bedeutende Bürgerentscheid“ gewesen, dessen Motor Ostermair gewesen sei.

Seine eigene Amtszeit und seine Arbeit bezeichnete der 70-Jährige als „Lebensaufgabe“, bei der ihn Gemeinderäte aus sechs Legislaturperioden unterstützt hätten.

Den neuen Ehrenbürgern und der Gemeinde Erdweg an sich gratulierten zahlreiche Ehrengäste. Landrat Stefan Löwl sprach von der „ersten erfolgreichen Patchwork-Familie, mit Akteuren, die die Geschichte hochhalten“.

Auch Blasius Thätter, hier mit seiner Frau Christl, freute sich über die Ehrenbürgerwürde.
Auch Blasius Thätter, hier mit seiner Frau Christl, freute sich über die Ehrenbürgerwürde. © Habschied

MdL Bernhard Seidenath mutmaßte, dass eine Gebietsreform wie 1972 „in der Art heute nicht mehr möglich wäre“. An Thätter gewandt, betonte Seidenath: „Du warst ein so wunderbarer Ratgeber und engagierter Arbeiter. Vergelt’s Gott dafür.“ Michael Reindl sei ebenfalls zu Recht Ehrenbürger geworden. „Du bist ja heute noch ehrenamtlich engagiert“, so Seidenath.

MdB Katrin Staffler gratulierte „nicht nur für das, was vor 50 Jahren passiert ist“, sondern auch dafür, das Ganze am Leben erhalten und zum Erfolg geführt zu haben.

Urkunde und Plakette zur Ehrenbürgerschaft erhielt Michael Reindl (rechts) von Bürgermeister Christian Blatt überreicht.
Urkunde und Plakette zur Ehrenbürgerschaft erhielt Michael Reindl (rechts) von Bürgermeister Christian Blatt überreicht.  © Habschied

Alle Redner und insbesondere Bürgermeister Christian Blatt hoben in Anwesenheit unter anderem vieler Bürgermeisterkollegen, der Vereine, der Verwaltung und zahlreicher Gemeinderatsmitglieder das Ehrenamt hervor. „Das ist der wertvolle Schatz der Gesellschaft.“ Der Abend machte dieses Lob besonders deutlich. Das gesamte Organisationsteam und die Helfer bestanden aus Ehrenamtlichen. Der insgesamt viertägige Hauptakt wurde getragen von der Arbeit der Ortsteile und Vereine, die sich auch beim Bürgerfest am Sonntag beteiligten (Bericht folgt).

Richtig rockig wurde es nach etwa zwei Stunden mit den Thunderbirds, zu deren Musik vornehmlich aus früheren Jahrzehnten viele Festbesucher mitsangen und tanzten.

sas

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