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Rektor Hans Ulrich Hacker verabschiedet sich Ende Juli in den Ruhestand.

Erdwegs Rektor Hans Ulrich Hacker geht in Ruhestand

„Es reicht nach über 40 Jahren“

40 Jahre sind genug, meint der Rektor der Erdweger Grund- und Mittelschule, Hans Ulrich Hacker. Zum Schuljahresende geht er in Pension. Die Nachfolge ist geregelt. Im Interview zieht der 63-Jährige, der seit elf Jahren verwitwet ist und in Indersdorf lebt, eine kleine Bilanz.

- Sie haben jetzt die letzten Pfingstferien in Ihrem Arbeitsleben verbracht. Waren das besondere Ferien mit besonderen Gedanken?

Es war schon interessant, nach diesen Ferien noch einmal mit der Arbeit anzufangen. Das letzte Mal. Das ist schon ein eigenes Gefühl.

- Gibt es ein Erlebnis , an das Sie sich in Ihrer Zeit als Rektor besonders gern erinnern.

Hacker: Das sind eigentlich die zwei Hoagart’n, die wir an der Schule gemacht haben.Das war ein gemeinschaftlicher aufwand und ein Riesenerfolg für die Schule. Da erinnere ich mich wirklich gern dran, weil auch die Arbeit der Kollegen sichtbar geworden ist.

- Gibt es eine Begebenheit, an die Sie sich nicht gern erinnern?

Die Geschichte, als ein Schüler mit Reizgas einen Großalarm ausgelöst hat. Wir mussten die Feuerwehr alarmieren, alle Fenster öffnen, die Schüler evakuieren. Da war heftig was los. 20 Feuerwehren waren da. Das muss man nicht haben.

-Welche Zeit hat Sie mehr gefordert: die als Lehrer und Konrektor in Altomünster oder die als Lehrer und Rektor in Erdweg?

Hacker: Die Zeit in Altomünster hat mich sehr gefordert. Zum einen, weil ich natürlich eine Klasse in Vollzeit hatte und gleichzeitig Konrektor war mit sehr vielen Schulverwaltungsaufgaben. Da war auch ein sehr intensiver Elternbeirat, der viel angeschoben hat. Die ganze Geschichte war sehr anstrengend, aber auch sehr lehrreich. Aber ich habe gelernt, wie man mit verschiedenen Dingen umgeht, und das ist für einen Rektor ja hilfreich.

Die zehn Jahre als Rektor hier arbeitete ich mehr selbstbestimmt. Aber die Verwaltungsarbeit ist gigantisch geworden. Das wird Ihnen jeder Rektor bestätigen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern, weil die sehr anspruchsvoll geworden sind.

-Ist der Schüler- und Lehreralltag in den letzten 20 Jahren anders geworden?

Ich denke schon. Als ich 1979 Lehramtsanwärter hier in Erdweg war, hatten wir zwar größere Klassen, aber die Schüler waren weniger anstrengend. Jetzt haben wir kleinere Klassen und zum Großteil ein sehr gutes Schülerpotenzial, aber zwischendurch hat man halt sehr, sehr schwierige Fälle, die einem einiges abverlangen. Und der Druck, auf weiterführende Schulen zu gehen, ist ebenfalls immens geworden und wird nicht nachlassen.

- Würden Sie sich mehr männliche Kollegen in den Mittelschulen wünschen? Und wenn ja, wie könnten Studenten fürs Lehramt für diese Schulart begeistert werden?

Wir haben jetzt schon auch ein paar männliche Kollegen bekommen, die meisten aus Mittelfranken, Es sollten aber aber auch in den Grundschulen mehr männliche Lehrkräfte werden. Es ist ja ein völlig weiblich dominierter Berufszweig. Das ist jedoch nicht negativ gemeint. Eine Mischung ist außerdem für das Kollegium gut.

Aber es wird schon ein bisschen besser. Manche Realschullehrer, die keinen Job bekommen haben, schulen mittlerweile um auf Mittelschule, und es gefällt ihnen am Ende.

- Wie sehen Sie Ihren Alltag als Pensionär?

Ich freu mich drauf. Zum einen reicht es jetzt eigentlich nach über 40 Jahren. Und ich werde Opa, und das ist nochmal eine ganz neue Wendung. Wenn die Schule im September wieder anfängt, mache ich erstmal eine Fahrt die ganze Altlantikküste rauf: von Nordspanien bis nach Irland. Und zwischendrin besuche ich meinen Sohn in Frankreich. Ich habe zudem geplant, ein paar Hobbies wieder aufleben zu lassen. Ich hab früher sehr viel Musik gemacht. Da werde ich wieder einsteigen. Und ich habe eine Modelleisenbahn. Die würde ich gerne digitalisieren. Da bin ich sicher eine Weile beschäftigt. Ansonsten gartele ich gerne und werde mein neues E-Bike nützen. Außerdem habe ich noch ein Haus, wo ich den Speicher mal durchschauen muss. Ich denke auch, dass ich vielleicht den einen oder anderen Dozentenauftrag annehmen werde.

Das Interview führte Sabine Schäfer

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