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Offizieller Kandidat: Rolf Blaas (rechts), der die Glückwünsche von FW-Chef Otmar Parsche und dessen Stellvertreterin Monika Sedlatschek entgegennimmt. 

Freie Wähler Erdweg nominieren Bürgermeisterkandidaten

Rolf Blaas will Osterauers Arbeit fortführen

Bis zum Schluss haben die Freien Wähler Erdweg ein Geheimnis daraus gemacht, wer aus ihren Reihen als Kandidat für die Bürgermeisterwahl antreten soll. Am Donnerstagabend fand nun die Nominierungsversammlung statt.

Von Sabine Schäfer

Erdweg – Einstimmig wählten die 15 Wahlberechtigten im Wirtshaus am Erdweg Rolf Blaas zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Er tritt dabei gegen Christian Blatt an, den der CSU-Ortsverband gestern Abend nominierte.

Beide wollen im September die Nachfolge antreten von FW-Bürgermeister Georg Osterauer, der im Mai verstorben ist.

„Wir haben lange diskutiert, ob wir wieder einen Kandidaten ins Rennen schicken. Aber es ist nur eine richtige Wahl, wenn es mindestens zwei Kandidaten gibt“, so FW-Chef Otmar Parsche. Rolf Blaas, seit über drei Jahren Mitglied der FW, habe sich schließlich bei einer Mitgliederversammlung selbst ins Spiel gebracht und starkes Interesse an der Gemeinderatsarbeit gezeigt. „Mit großer Mehrheit haben wir uns dann entschlossen, mit diesem Kandidaten ins Rennen zu gehen“, betonte Parsche.

Kommunalpolitische Erfahrung hat Rolf Blaas indes noch nicht, aber nach eigener Aussage die Fähigkeit, sich schnell in eine Materie einzuarbeiten. Der 60-jährige Düssseldorfer war zwölf Jahre bei der Luftwaffe Neubiberg, und hat dort auch Elektrotechnik studiert. Danach war Blaas in leitender Position bei einem Automobilzulieferer in Frankfurt tätig, bevor er von 1990 bis Ende 2013 bei BMW in München für Qualitäts- und Projektmanagement zuständig war.

Seit 2013 ist Rolf Blaas indes Privatier, wie er es ausdrückte. Seine „Spielwiese“ sei die Astrophysik und die Astronomie. Weitere Hobbys sind Radfahren, die Musik sowie kochen und grillen. Seit 1985 ist Rolf Blaas mit Gesa Blaas verheiratet. Sie ist Vorsitzende des Kulturvereins Erdweg. Das Paar hat eine Tochter und wohnt seit 2003 in Großberghofen. Davor hat die Familie Blaas 17 Jahre lang in Schwabhausen gelebt, wo Gesa Blaas auch ein Atelier führt.

Seine politischen Ziele formulierte Rolf Blaas vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die derzeit auf die Kommune warten. In erster Linie soll die Kontinuität zu Georg Osterauers Politik gewahrt werden. Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept warte auf konzeptionelle Umsetzung, so Blaas. „Besonders begeistert hat mich, wie Georg die Bürger angepackt hat. Seine Arbeit mit der Verwaltung und dem Gemeinderat war immer offen, ehrlich und von Respekt und Toleranz geprägt.“ Auch das wolle er fortführen und alle Bürger und Interessengruppen in die politische Arbeit einbeziehen.

Der Erdweger Hansjörg Tschan, parteiloser Direktkandidat für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau, wollte von Rolf Blaas wissen, ob ihm die Probleme der Sportplatzverlegung und der fehlenden Gewerbeflächen vertraut seien. Die Verfügbarkeit der Flächen, „das sind Themen, an die wir dringend ran müssen“, antwortete der frisch gekürte Kandidat.

Das eindeutige Votum freute nicht nur Rolf Blaas, sondern auch den FW-Vorsitzenden Otmar Parsche. „Ich persönlich und die Freien Wähler Erdweg sehen es als richtig an, dass der Bürger eine echte Wahl hat. Das wurde von unseren Mitgliedern durchdiskutiert und ist gut überlegt worden.“

Rolf Blaas hat sich seinen politischen Weg offenbar auch gut überlegt. Eigentlich habe er angestrebt, sich in drei Jahren auf die FW-Kandidatenliste für den Erdweger Gemeinderat setzen zu lassen. Georg Osterauers Tod habe bei ihm jedoch die Frage aufgeworfen, ob er warten oder versuchen soll, diese Lücke jetzt zu füllen.

Die Familie hat ihm die Antwort darauf anscheinend leicht gemacht. Sie war bei der Nominierungsversammlung anwesend. Denn, so Rolf Blaas, „wir sind immer zu dritt im Boot“.

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