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Dieser Teil des Kinderhauses St. Paul in Erdweg soll saniert, der rückwärtige Teil neu gebaut werden.

Geplante Baumaßnahmen am Kinderhaus St. Paul

Gemeinde Erdweg ist verärgert: Vorgehen des Ordinariats ist „ein Affront“

Verärgert zeigte sich der Gemeinderat Erdweg über das Verhalten des Ordinariats. Zu den geplanten Baumaßnahmen am Kinderhaus St. Paul fühlt sich das Gremium nämlich nur sehr unzureichend informiert.

Erdweg – Auf dem Tisch hatte der Gemeinderat den Vorbescheidsantrag der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, Walkertshofen, auf Sanierung des Bestands und Neubau eines Teils des Kinderhauses St. Paul in Erdweg.

Der eigentliche Bauherr ist das Ordinariat. Und hier liegt das Problem. Vorher nämlich hat sich die Gemeinde stets mit Pfarrer Marek Bula und dem Pfarrverband über eine große Lösung für Pfarrzentrum, Brunnenhof, Kindergarten und Umgriff unterhalten. Doch seitdem eine Projektgruppe des Ordinariats die Leitung übernommen hat, fließen die Informationen nur spärlich.

Die Gemeinde sollte eigentlich in alle grundlegenden Planungen eingebunden sein. „Doch bisher haben wir noch nicht mal eine Skizze gesehen“, erklärte Bürgermeister Christian Blatt. Zu den Abstimmungsterminen mit dem Ordinariat sei man entweder nie dazu geladen worden oder aber sie wurden verschoben. Der Antrag auf Vorbescheid wurde durch den Architekten des Bauamts im Ordinariat eingereicht. Tags zuvor jedoch hatte das Ordinariat dem Gemeindechef mitgeteilt, dass sich die Pläne erst in Überarbeitung befinden und anschließend ein Abstimmungsgespräch mit der Gemeinde vereinbart werde.

Und Gesprächsbedarf besteht in der Tat. Denn das Erzbischöfliche Ordinariat will das Pfarrzentrum samt Umgriff und Kindergarten in die Denkmalliste aufnehmen (gesonderter Bericht folgt). Und das ziehe erhebliche Mehrkosten nach sich, was Sanierung und Neubau des Kindergartens betrifft, habe der Architekt angedeutet, so Blatt.

Die Finanzierung bzw. der Investitionskostenzuschuss durch die Gemeinde sei jedoch ebenfalls nicht vereinbart worden, so dass sich die Gemeinde vorerst nicht auf die reguläre Pauschale von zwei Drittel der Baukosten einlassen will, ohne ein Mitspracherecht zu haben.

„So etwas macht man nicht. Warum sollten wir uns jetzt genötigt fühlen, da noch Geld zu geben“, entrüstete sich Michael Graf (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen). SPD-Gemeinderat Manfred Kircher sprach von einem Affront gegenüber der Gemeinde. Noch drastischer formulierte es Peter Eisenhofer (CSU): „Diese Art und Weise, wie das Ordinariat mit uns seit Jahren umspringt, ist unmöglich. Was machen die überhaupt mit unseren Steuergeldern?“

Was Baugröße, Kosten, Finanzierung, Zeitplan usw. betrifft, erteilte die Gemeinde daher kein gemeindliches Einvernehmen. Man stehe jedoch zur geplanten Sanierung und dem Neubau (alles soll bis Herbst 2020 fertig sein) des dann viergruppigen Kinderhauses mit Integrationsgruppe und stimmte dem Vorbescheid zu.

Gespannt ist Bürgermeister Blatt nun auf den nächsten Termin mit dem Ordinariat am 30. Oktober.

Sabine Schäfer

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