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Für manche Gemeinderäte ist der große Raum im Dachgeschoss eine Rumpelkammer, für andere guter und günstiger Wohnraum. Foto: Schäfer

Haus der Dorfgemeinschaft Unterweikertshofen

Dachgeschossausbau mit Konfliktpotenzial

Günstiges Wohnen zu ermöglichen, das hat sich die Gemeinde Erdweg auf die Fahnen geschrieben. Dafür hat der Gemeinderat auch das Dachgeschoss im Haus der Dorfgemeinschaft unter die Lupe genommen. Das stößt nicht bei allen auf Gegenliebe.

Von Sabine Schäfer

Erdweg – Weit über 100 Quadratmeter umfasst das Dachgeschoss im Haus der Dorfgemeinschaft Unterweikertshofen. Dort ist der Fahnenraum der örtlichen Vereine untergebracht, der Fundus des Theatervereins und im größten Raum ein Stuhllager. Bereits mit dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses war angedacht, im Obergeschoss noch eine Wohnung unterzubringen. „Keine Sozialwohnung, aber bezahlbarer Wohnraum für etwa 6,65 Euro je Quadratmeter“, so zweiter Bürgermeister Christian Blatt. Mit Zuschüssen des kommunalen Wohnbauförderprogramms könnte eine 83 Quadratmeter große Wohnung mit rund 107 000 Euro im Stuhllager realisiert werden. Reduziert man die Baunebenkosten verbliebe ein Eigenanteil von etwa 87 000 Euro bei der Gemeinde, die für diese Maßnahme im laufenden Haushalt 125 000 Euro eingeplant hat. Gleichzeitig soll der viel zu kleine Fahnenraum erweitert werden.

Beide Maßnahmen wurden mit den Unterweikertshofer Vereinen abgesprochen, die vorher ihren Raumbedarf angemeldet haben.

Alexander Winterholler (Überparteiliche Wählergemeinschaft Eisenhofen) sprach sich strikt gegen eine Wohnung im Dachgeschoss aus. „Es gibt nur einen gemeinsamen Eingang. Mit den vielen Veranstaltungen, die dort stattfinden, wird es sicher immer Konflikte mit einem Mieter geben.“ Die gleiche Meinung vertrat Michael Graf (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen). Die Veranstaltungen seien für die Vereine enorm wichtig. Konfrontationen mit einem Mieter würden zwangsläufig auch finanzielle Einbußen bedeuten, so Graf.

Günter Sommermann (Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen) zeigte sich der Meinung, dass sich ein potenzieller Mieter mit den Gegebenheiten abfinden müsse. Und: „Eine so günstige Wohnung bekommen wir nicht wieder.“

Auch Manfred Kircher (SPD) wünscht sich, das Verfahren weiter voranzutreiben. Dritte Bürgermeisterin Monika Sedlatschek (Freie Wähler Erdweg) führte an, dass eine solche Wohnraumlösung im ehemaligen Pfarrhaus Walkertshofen bereits gut funktioniere. Und für eine spezielle Wärme- und Schalldämmung könne gesorgt werden. Christian Blatt stellte klar: „Erste Priorität müssen die Vereine haben, dann die Mietwohnung. Ich bin selbst am Überlegen, wie ein Zusammenleben funktionieren kann. Ein Mieter muss sich jedoch auch an die Gegebenheiten anpassen.“

Am Ende fasste der Gemeinderat gegen die Stimmen von Bernhard Kellerer und Alexander Winterholler den Beschluss, das Verfahren für eine Baugenehmigung voranzutreiben und  eine Förderung zu beantragen. Danach will das Gremium grundsätzlich über die Maßnahme entscheiden.

Ernst Suppmair, seit 20 Jahren Fahnenträger beim örtlichen Krieger- und Veteranenverein und früherer langjähriger Gemeinderat, gab sich bei einem Ortstermin leicht verstimmt. Der Ärger mit den Vereinen sei vorprogrammiert, mutmaßte er. Zudem müsse die Gemeinde richtig viel investieren, um das oberste Stockwerk bewohnbar zu machen. „Und da stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis einfach nicht“, so Suppmair.

Ganz allgemein gab er zu bedenken, dass sich die Vereine oder andere Gruppen vielleicht irgendwann ausbreiten müssten. „Man könnte die 80 Quadratmeter ja auch mal nachhaltig für die Belange des Ortes freihalten.“

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