Älterer Mann mit Urkunde
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Bei der Verabschiedung 2018 mit „Pensionierungsurkunde“: Hans Ulrich Hacker.

Hans Ulrich Hacker ist tot

Große Trauer um einen beliebten Pädagogen

Erdweg trauert um einen beliebten Lehrer: Hans Ulrich Hacker starb im Alter von nur 66 Jahren.

Erdweg/Altomünster – Mit Tränen in den Augen wurde Hans Ulrich Hacker im Juli 2018 von seinem Kollegium der Grund- und Mittelschule Erdweg in den Ruhestand verabschiedet. Den durfte er jedoch nicht lang genießen. Am Donnerstag starb Hacker 66-jährig völlig unerwartet nach einem Herzinfarkt.

40 Jahre lang war der Beruf des Pädagogen sein Leben. Die meiste Zeit verbrachte Hans Ulrich Hacker als Lehrer und in leitender Funktion an der Schule Erdweg. Dort hatte der gebürtige Münchner bereits seine zweite Lehramtsprüfung abgelegt und unterrichtete ab 1985 die Klassen sieben bis neun in Musik, EDV und Englisch.

Im Jahr 2000 bewarb sich Hacker um die Stelle des ersten Konrektors in Altomünster, die er bis 2009 innehatte. Auch in der Marktgemeinde unterrichtete er siebte bis neunte Klassen. Im Februar 2009 wollte der damals 53-Jährige seinem Berufsleben noch einmal eine neue Wendung geben und übernahm die vakante Stelle als Nachfolger von Helmut Radloff in Erdweg, der während des Schuljahres zum Schulrat befördert worden war.

Hacker hat seine Schüler geliebt. „Ich mag es einfach, mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten, sich mit ihnen über ihre Erfolge zu freuen und ihnen bei Schwierigkeiten zur Seite zu stehen“, sagte er in seiner Dankansprache zur Pensionierung.

Umgekehrt war auch er beliebt und geschätzt. Mehreren Generationen von Schülern habe er den Weg gewiesen, erklärte Schulverbandsvorsitzender Christian Blatt in der Abschiedsrede für Hacker. Blatt zeigte sich schockiert vom Tode Hackers. Mit Sachverstand, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl habe er die Schule geführt und vieles auf den Weg gebracht: gebundene Ganztagszüge und -klassen aufgebaut, Jugendsozialarbeit eingeführt, die EDV erneuert oder ergänzt, den Schulgarten neu gestaltet.

2012 war das Jahr, in dem aus der Haupt- die Mittelschule wurde. Das 50-jährige Jubiläum der Schule im Juni 2018 hatte Hans Ulrich Hacker noch organisiert und mitgefeiert. Doch dann wollte er Privatmensch sein. Er freute sich auf den Ruhestand, weil er wenig später auch noch Opa werden sollte. Das sei noch mal eine neue Wendung, so Hacker.

Im Mai 2007 war seine Frau Marlene, zuletzt stellvertretende Schulleiterin in Augustenfeld, völlig unerwartet mit 49 Jahren verstorben. Seit 1982 waren die Hackers ein Ehepaar. Sie war sein „Zentrum und Motor“, wie er sich einmal ausdrückte. Halt gaben ihm seine Kinder Stephanie und Christoph – und sein Beruf.

Reisen wollte er künftig antizyklisch zu den Ferien. Gleich im September 2018 unternahm der frisch gebackene Pensionär eine Fahrt die ganze Atlantikküste hinauf: von Nordspanien bis nach Irland. Und zwischendrin besuchte er seinen Sohn in Frankreich. Irland war eines seiner Lieblingsziele.

Er plante zudem, ein paar Hobbys wieder aufleben zu lassen. „Ich hab früher sehr viel Musik gemacht. Da werde ich wieder einsteigen. Und ich habe eine Modelleisenbahn. Die würde ich gerne digitalisieren“, hatte er in einem Interview mit den Dachauer Nachrichten aufgezählt.

Ansonsten wollte er sich um den Garten seines Hauses in Indersdorf kümmern und sein E-Bike nützen. Er dachte auch daran, den einen oder anderen Dozentenauftrag anzunehmen. Seine Pläne konnte Hacker leider nicht mehr verwirklichen.

Die Beerdigung findet am heutigen Montag um 10 Uhr im kleinen Kreis im Waldfriedhof Indersdorf statt. Einen Gedenkgottesdienst wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Sabine Schäfer

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