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Mehr Zeit für Kaffee und Kuchen: Das Hausmeister-Ehepaar Emmy und Franz Brychta hört nach 30 Jahren an der Erdweger Schule auf.

Hausmeisterehepaar Emmy und Franz Brychta nimmt Abschied von der Erdweger Schule

„Kein Schultag war wie der andere“

Sie kennen so manches Geheimnis von Schülern, haben mehrere Generationen durchs Schulleben begleitet. Nach den Osterferien sind Franz (65) und Emmy Brychta (56) nach 30 Jahren nicht mehr als Hausmeister an der Erdweger Schule tätig. Ein Gespräch über die Liebe zum Beruf und wie sie die Buben und Mädchen der Schule Erdweg erlebt haben.

Erdweg Sie kennen so manches Geheimnis von Schülern, haben mehrere Generationen durchs Schulleben begleitet. Nach den Osterferien sind Franz (65) und Emmy Brychta (56) nach 30 Jahren nicht mehr als Hausmeister an der Erdweger Schule tätig. Ein Gespräch über die Liebe zum Beruf und wie sie die Buben und Mädchen der Schule Erdweg erlebt haben.

-Nach den Osterferien sind Sie nicht mehr in der Schule präsent. Glauben Sie, dass Ihnen das fehlen wird?

Franz Brychta: Es ist sicher eine Umstellung. Die Kinder werden uns schon abgehen. Wir waren ja von 7 Uhr morgens bis abends in der Schule. Aber über den Sportverein habe ich immer noch Bezug zu vielen. Es ist aber nicht so, dass ich in ein Loch falle. Es ist genügend zu tun.

Emmy Brychta: Ich hab’ das Gefühl, ich hab jetzt immens viel Zeit. Die Kioskarbeit mit Vorbereitung ab halb 7 Uhr bis halb eins fällt ja weg. Und ich hab’ viel im Sortiment gehabt. Man mag ja nicht immer nur eine Breze und einen Kakao. Aber ich bin noch in der Schule tätig. Ich hab dort immer auch geputzt, und das muss ich noch ein paar Jahre weitermachen.

-Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht in Ihrem Beruf?

Franz Brychta:Es war viel Abwechslung. Kein Tag war wie der andere. Ob es von der Arbeit selbst war, den Veranstaltungen, den Theateraufführungen – es ist nie langweilig gewesen. Und ich hab’ zudem das ganze Außengelände in Ordnung halten müssen: Rasen mähen oder im Winter Schnee räumen ab halb 5 Uhr. Es war Arbeit, die man nicht planen konnte oder bei der immer was dazwischen kommen konnte, wie etwa ein Wasserrohrbruch oder dass die Heizung ausfiel. Man hat auch immer ein wachsames Auge haben müssen, damit nichts passiert.

-Sie beide haben viele Generationen Kinder erlebt. Unterscheiden sich die Kinder heutzutage Ihrer Meinung nach von den Buben und Mädchen vor 30 Jahren?

Franz Brychta: Ja. Früher haben mehr Kinder gegrüßt oder haben mit uns geredet. Aber als die Smartphones Einzug gehalten haben, ist das Zwischenmenschliche ein wenig auf der Strecke geblieben. Die Kinder beschäftigen sich heutzutage mehr mit sich selbst oder mit dem Handy. Auch der Anstand ist weniger geworden.

-Sie haben auch drei Rektoren erlebt. Hat sich das Schulklima jeweils verändert?

Emmy Brychta: Helmut Schneider war ein sehr akkurater Mensch, aber du hast dich tausendprozentig auf ihn verlassen können. Und er hat auf seine Leute nichts kommen lassen. Aber nach Schneider waren die Kinder offener. Helmut Radloff war ein ganz anderer Mensch. Für den hat man viel getan, was man nicht hätte tun müssen. Franz Brychta: Schneider war auf der einen Seite der ausgesprochene Chef, aber auf der anderen hast du mit ihm viel Gaudi machen können. Herr Radloff wiederum war sich nie zu schade, sogar selbst mal den Blaumann anzuziehen und irgendwo mitzuhelfen, wenn es nötig war. Mit Herrn Hacker ist wieder eine andere Generation an die Schule gekommen. Aber er war davor auch schon Lehrer an der Schule Erdweg und kannte sich aus.

-Sie haben etliche Kinder aufwachsen sehen. Sicherlich haben viele ihren Weg gemacht, wie der heutige Bürgermeister Christian Blatt. Verfolgen Sie das mit?

Emmy Brychta: Ja, wir verfolgen das mit. Zum Beispiel von den Kindern, die bei unserem Sohn in der Klasse waren. Andere trifft man beim Einkaufen. Und dann wird geratscht und das ist ganz nett. Und von vielen kennt man die Namen selbst nach 30 Jahren noch. Und dann sind die ganz glücklich, wenn man sie anspricht. Es sind auch Kinder der ehemaligen Schüler da gewesen. Die haben dann gefragt: „Du Emmy, kennst Du meinen Vater noch?“ Das ist total lustig.

Franz Brychta: Es arbeiten mittlerweile einige in Betrieben in und um Erdweg. Zum Teil sind Ehemalige als Handwerker dann wieder an die Schule gekommen. Da freut man sich, dass aus den Burschen was geworden ist.

-Wie wird Ihr Alltag jetzt aussehen?

Emmy Brychta: Ich putze ja weiterhin, habe aber reduziert und die Arbeitszeit umgestaltet, dass ich endlich einen freien Abend habe. Ich putze ja auch die Mittagsbetreuung. Und wenn in deren Räumen noch Veranstaltungen von der Vhs sind, mache ich das morgens und nicht mehr abends. Denn aufstehen tu ich nach wie vor gern. Jetzt kann man abends auch mal irgendwo sitzenbleiben, weil ich frühmorgens nicht mehr den Kiosk vorbereiten muss. Als der neue Hausmeister kam, wollte ich einen klaren Schnitt. Mit dem Franz war ich ein Team. Aber es würde nach wie vor jeder für irgendetwas zu mir kommen. Und das ist nicht gut für den neuen und nicht für mich. Der Hausmeister ist jetzt mein Chef und ich rede ihm nicht drein.

Franz Brychta: Es ist schön, in der Früh liegen bleiben zu dürfen. Ich hab nicht mehr den Zeitdruck. Es ist ja immer alles bei mir zusammengelaufen. Jetzt halte ich das Haus hier mit Anlage und Garten in Ordnung, denn unser Vermieter lebt in Amerika. Das hier ist eine Miniaturausgabe von dem, was ich drüben in Erdweg hatte. Und ich bin weiterhin für den Sportverein tätig.

Emmy Brychta: Und wir haben ja auch noch vier Enkelkinder.

Interview: Sabine Schäfer

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