Vier Frauen stehen nebeneinander im Garten.
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Engagierte Frauen beim Helferkreis Erdweg: Daniela Obert, Monika Sedlatschek, Maria Braun und Petra Böck (v.l.)

Gründerinnen hören auf

Helferkreis Asyl unter neuer Leitung

Monika Sedlatschek und Maria Braun vom Helferkreis Asyl der Gemeinde Erdweg geben nach sechs Jahren die Leitung ab. Nachfolgerinnen sind Petra Böck und Daniela Obert.

Erdweg – Der Helferkreis Asyl der Gemeinde Erdweg ist seit kurzem unter neuer Leitung. Nach jeweils sechs Jahren haben sich die beiden Gründerinnen, Leiterinnen und Koordinatorinnen Monika Sedlatschek und Maria Braun aus dem Team verabschiedet.

„Nach 18 Jahren im Gemeinderat und über sechs Jahren Aufbauarbeit im Helferkreis Asyl sowie vielen einschneidenden privaten Ereignissen wollte ich jetzt andere Prioritäten setzen“, so Monika Sedlatschek gegenüber den Dachauer Nachrichten. Das Ehrenamt sei sehr zeitaufwendig und energieraubend gewesen“, sagen Sedlatschek und Braun unisono. Man habe zeitweise eine Sechs-Tage-Woche gehabt.

Am 1. Juli übernahmen Petra Böck aus Kleinberghofen und Daniela Obert aus Erdweg die Koordination des Helferkreises. Beide waren ohnehin schon von Anfang an dabei, betont Monika Sedlatschek. „Es bleibt also alles in guten Händen.“

Nachdem im Jahr 2013 zwölf Asylsuchende in einer privaten Unterkunft in Walkertshofen und 52 Asylbewerber im Jahre 2014 in der Modulunterkunft in Erdweg Aufnahme fanden, erweiterte sich der Helferkreis von anfänglich zehn auf rund 30 Personen. In erster Linie bestanden die Aufgaben der Helfer darin, den geflüchteten Menschen Orientierung in einer für sie neuen Welt und Kultur zu geben. Ebenso wurden die Asylbewerber bei Behördengängen und Arztbesuchen begleitet, zahlreiche Anträge ausgefüllt, nach Arbeitsplätzen gesucht und für Jugendliche Plätze in der Berufsschule belegt. Ein großer Teil der geleisteten Unterstützung bestand darin, in Kleingruppen die deutsche Sprache zu lehren.

Bei all diesen Hilfsangeboten stand immer im Vordergrund, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Deshalb ist das Team auch jedes Mal stolz, wenn wieder einer der Schützlinge den Weg in die Selbstständigkeit geschafft hat.

Nur in einer Sache konnten sie die anerkannten und in Arbeit stehenden Menschen (die sogenannten Fehlbeleger) nicht zufriedenstellend unterstützen, nämlich passenden Wohnraum zu finden. Deshalb richten der Helferkreis und die Gemeinde Erdweg die Bitte an mögliche Vermieter, auch anerkannten und gut integrierten Flüchtlingen die Möglichkeit einer eigenen Wohnung zu geben. Bei Interesse können sie sich jederzeit an den Helferkreis Asyl wenden.

Mittlerweile hat sich das Bild in der Unterkunft an der Arnbacher Straße sehr verändert. Vom Landratsamt wurden vermehrt Familien oder Frauen mit Kindern nach Erdweg verlegt. Dadurch änderte sich auch für die Helfer die Art der Unterstützung. Mittlerweile leben 44 Personen, davon neun Kinder zwischen fünf Monaten und vier Jahren, in Erdweg. Sie kommen aus Nigeria, Somalia, Senegal, Eritrea, Afghanistan, Syrien und aus dem Irak. Den größten Anteil bilden die Menschen aus Nigeria und Somalia. Außerdem wurde zusätzlich täglich für ein paar Stunden ein „Kümmerer“ vor Ort eingesetzt, der die anfallenden Hausmeistertätigkeiten übernimmt.

Trotzdem würde sich das Erdweger Team freuen, wieder ein paar mehr Mitstreiter in seinen Reihen willkommen heißen zu können. Einige der Helfer aus der Anfangszeit sind nämlich nun nicht mehr dabei. Es könnten sogenannte Patenschaften für die kleinen Kinder übernommen werden, das heißt unter anderem, die Kleinen und die Mütter bei der Aufnahme in den Kindergarten zu unterstützen. Für jede noch so kleine Hilfe sind die Betroffenen und der Helferkreis in Erdweg dankbar.

Monika Sedlatschek und Maria Braun können nach ihrer langen Zeit als Leiterinnen des Helferkreises auf viele Erfolge zurückblicken: Die meisten Asylbewerber sprechen verständliches Deutsch, haben den Hauptschulabschluss geschafft, machen eine Lehre oder arbeiten. Dafür sprach ihnen Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt ausdrücklich seinen Dank aus.
dn

Unterstützer gesucht

Wer den Helferkreis in irgendeiner Form unterstützen möchte, soll sich per E-Mail melden unter: integrationasylerdweg@gmx.de.
dn

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