Diskussion um Aussenbereichssatzung

Bauland schaffen, auch in Grenzfällen

Bauland ist knapp. Aber nicht überall kann gebaut werden. Eine Zwickmühle, wie sie jetzt auch im Gemeinderat Erdweg zu spüren war.

Von Sabine Schäfer

Erdweg – Eine Familie aus dem Ortsteil Oberhandenzhofen hat bereits einen abgelehnten Antrag auf Ausweisung einer Außenbereichssatzung für den westlichen Bereich von Oberhandenzhofen auf dem Tisch. Jetzt hat sie einen erneuten Anlauf genommen. Und damit eine längere Diskussion im Gemeinderat Erdweg entfacht. Denn grundsätzlich ist Bauen im Außenbereich unerwünscht. Und erst recht, wenn es sich nicht um eine privilegierte Nutzung handelt. Und selbst für eine Außenbereichssatzung sieht das Kreisbauamt keine Chance. Denn es handele sich hier nicht wirklich um die Schließung einer Baulücke. Ein weiteres Hindernis sei die Erschließung, heißt es in der Stellungnahme der Behörde weiter. Und es werden Nachfolgeanträge befürchtet, wie Otmar Parsche (Freie Wähler Erdweg) andeutete.

Günter Sommermann (Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen) erinnerte an die Vorgabe des Baulandmodells, in dem ganz klar die Schaffung von Bauland für Einheimische geregelt ist. „Wir sollten Bedingungen schaffen, dass das Ganze ins Rollen kommt.“

Zweiter Bürgermeister Christian Blatt (CSU) plädierte dafür, wenigstens zu versuchen, eine Außenbereichssatzung durchzubekommen. Immerhin sei die Gemeinde der Entscheidungsträger, sogar wenn ein Beschluss angefochten werden kann. Wegen dieser Unwägbarkeit kündigte Stefan Burghart (Wählergemeinschaft Großberghofen) an, einer solchen Satzung nicht zuzustimmen. Michael Graf (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen) fand, dass wegen des vermehrten Zuzugs eben auch Weiler in gewissen Maße wachsen müssten. Helmut Steiner, sein Kollege aus Unterweikertshofen, betonte: „Wir müssen für den Bürger etwas schaffen, auch wenn es mal schwierig ist.“

Am Ende entschieden sich 13 gegen sieben Räte für die Ausweisung einer Außenbereichssatzung.

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