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Arbeiten akribisch Hand in Hand: Klaus Witschel (links) und der frühere Techniker Hans Steiner. 

Museumsdepot Walkertshofen

Ein fester Platz für Keltenschätze

Für manch einen sind es nur Steine oder Knochen. Für Klaus Witschel sind die Funde aus der Keltenzeit echte Schätze. Und die will er bewahren. Dafür hat er sich ein System ausgedacht und geradezu perfektioniert.

Von Sabine Schäfer

Walkertshofen – Früher wurden hier Buben und Mädchen aus Walkertshofen und Umgebung unterrichtet, heute ist der Saal im ersten Stock des alten Schulhauses Klaus Witschels Reich.

Hier hat er die Fundstücke des Archäologischen Vereins Dachau gelagert, ein Depot angelegt. Der Dachauer Verein ist in der Endphase der Auflösung begriffen und hat den Förderverein Hutter-Heimatsammlung gebeten, die Sammlung mit Keltenfunden aufzunehmen. Einige ehemalige Mitglieder haben sich sogar den Großberghofenern angeschlossen, um dort weiterforschen und um Kenntnisse einbringen zu können.  

Der Vorstand des Huttervereins und erst recht Depotverwalter Klaus Witschel hatten ein offenes Ohr. „Natürlich helfen wir Euch“, versprach er den Dachauern. Der 79-Jährige hat bereits mehrere Ausstellungen konzipiert, Texte verfasst, Veröffentlichungen herausgebracht und sowohl im Bereich heimatkundlicher Themen als auch seinem Lieblingsthema Archäologie und speziell Alte Römerstraße geforscht und ganz nebenbei sein eigenes Lexikon angelegt, bei dem sogar das Landesamt für Denkmalpflege staunen würde.

Über 700 Stücke hat der Dachauer Verein seit Mai 2016 in vielen roten Kisten angeliefert. Das Procedere danach war immer gleich. Zunächst mussten Regale aufgestellt werden. Dann wurden die Fundstücke fotografiert und in einem Eingangsbuch mit dem Namen des Finders, genauen Fund-Koordinaten und einer Nummer erfasst. Die Fotos wurden auf dem PC bearbeitet und mit allen Angaben auf Inventarbögen protokolliert, die sauber in Folien und Ordnern aufbewahrt werden. Die Fundstücke wurden dann in den Regalen oder Vitrinen untergebracht.

Einmal pro Woche hat der frühere Bauingenieur hier regelmäßig mit Hans Steiner (84) gearbeitet. Im Winter war es im Saal manchmal eiskalt. Da hat Klaus Witschel die Katalogisierung lieber zu Hause erledigt. „Wir haben uns zusammen durchgeboxt“, so Witschel nicht ohne Stolz.

Und das darf er zum zweiten Mal sein. Denn bereits im Erdgeschoss des Depots hat er etlichen vorwiegend handwerklichen Exponaten und Dokumenten nach vielen Renovierungen mit einigen Helfern einen festen Platz gegeben. Klaus Witschel: „Hier könnte jeder Schüler genügend Material für eine Facharbeit finden.“

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