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Das alte Schulhaus glich am Anfang fast einer Ruine. Mit viel Eigenleistung wurde es im Lauf der Jahre zu einem kleinen Schmuckstück.

Zehn Jahre Schulhausverein UNterweikertshofen

Geselligkeit, wo früher gelernt wurde

Eine Gruppe Unterweikertshofer hat vorgemacht, was die Eisenhofener jetzt ebenfalls probieren: Sie haben saniert und aus einem abbruchreifen Haus einen sozialen Treffpunkt gemacht. Am Sonntag feiert der Schulhausverein sein zehnjähriges Bestehen.

Von Sabine Schäfer

Unterweikertshofen – Die Initiative des Unterweikertshofers Werner Huhn zeigte im Juni 2007 Erfolg. Kurz zuvor war das Gasthaus Fischer abgerissen worden. Hier stehen jetzt Wohnhäuser.

Huhn und etliche weitere Personen waren aber der Meinung, die Dorfgemeinschaft brauche eine Wirtschaft. Dafür könne das alte Schulhaus hergerichtet werden. Das im Jahr 92 gebaute Haus der Dorfgemeinschaft erfüllte nämlich nicht für jeden den Zweck eines sozialen Treffpunkts. Dieses wird hauptsächlich von vier Vereinen genutzt, „auch wenn es jetzt ein friedliches Miteinander gibt“, versichert Werner Huhn.

Anfangs war es nur ein Nebeneinander: Von Befürwortern, die das alte Schulhaus neben dem Haus der Dorfgemeinschaft sanieren wollten, und von Unterweikertshofern, die das Haus (seit 1997 unter Denkmalschutz) als Schandfleck ansahen, den man besser wegreißen sollte. Um das alte Schulhaus nutzen zu können, musste aber zunächst ein Verein gegründet werden. Gesagt, getan: 35 Personen traten spontan bei. Viele hatten im jetzigen Gemeinschaftsraum schon die Schulbank gedrückt. „Bis zu 74 Schüler aus den Jahrgangsstufen eins bis acht wurden dort manchmal gleichzeitig unterrichtet“, erzählt Werner Huhn, seit der Gründung Schriftführer des Vereins, der von Wolf-Dietrich Graf von Hundt und Anton Haas seither geleitet wird.

Im gleichen Jahr schließt der Verein mit der Gemeinde Erdweg einen auf 40 Jahre befristeten Nutzungs- und Pachtvertrag zum symbolischen Zins von einem Euro.

Es folgen unzählige Sanierungs- oder Reparaturarbeiten: Als erstes wird der Gemeinschaftsraum umgestaltet, erhält eine Schänke sowie Tische und Stühle. Dach und Fenster werden erneuert, der Speicher entrümpelt. Die Liste der ständigen Reparaturen ist lang, die Zahl der freiwilligen Helfer zum Glück auch, freut sich Werner Huhn. Momentan wird das Dachgeschoss ausgebaut. Alles wird mit freundlich-hellem Holz ausgekleidet. Dort befindet sich auch ein Übernachtungszimmer für den mittlerweile vierten Wirt, wenn eine Veranstaltung zu lang zum Heimfahren dauert.

Denn Veranstaltungen finden mittlerweile viele statt: Wattrennen, Musikantentreffen, Grillfeste im ebenfalls idyllisch hergerichteten Garten, Weinfeste. Über 200 000 Euro wurden bis jetzt verbaut. Es gab Spenden, Zuschüsse einen Kredit und natürlich die Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung

„Das alte Schulhaus nimmt heute wieder einen festen Platz im Ortsbild ein“, schreibt Graf von Hundt in einem Grußwort. Aber dadurch sei auch ein „Ort der Erinnerungskultur“ für die nächsten Generationen erhalten worden.

Um die Zukunft macht sich der Verein keine Sorgen. Er zählt nun 270 Mitglieder, so Werner Huhn. Und alle freuen sich auf ein schönes gemeinsames Fest am morgigen Sonntag.

Das Gründungsfest beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst. Ab 11 Uhr ist dann gemütliches Beisammensein im Schulgarten oder im Schulhaus.

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