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Auf einen guten Start: der neue Inhaber der Metzgerei Christoph Schmidmeir mit seinen Vorgängern Berta und Andreas Loibl (von links). 

Christoph Schmidmeir  übernimmt Geschäft in Kleinberghofen

Metzgerei Loibl in neuen Händen

40 Jahre haben Andreas und Berta Loibl die Metzgerei Loibl geführt. Jetzt wollen die beiden es ruhiger angehen lassen und ziehen sich langsam in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Auf die beliebten Wurst- und Fleischwaren der Loibls müssen die Kunden jedoch auch weiterhin nicht verzichten.

Kleinberghofen – 1980 hat Metzgermeister Andreas „Andi“ Loibl aus Kleinberghofen seine erste Metzgerei eröffnet, in Großberghofen. Zwei Jahre später folgte eine weitere Metzgerei in Kleinberghofen. Zusammen mit seiner Frau Berta führte er beide Geschäfte, bis sie sich 1988 entschieden, Metzgerei und Verkauf komplett nach Kleinberghofen zu verlagern. Schlachten, Wursten, Fleisch verarbeiten, das war schon immer die große Leidenschaft von Andreas Loibl. „Ja, man kann wirklich sagen, ich bin Metzger aus Leidenschaft“, so der 68-Jährige.

Für diese Leidenschaft stand er Dienstag bis Samstag morgens um halb 5 Uhr, montags (Schlachttag) um 4 Uhr auf. Mit Fleiß und Ehrgeiz machten die Loibls ihre Metzgerei zu einer der bekanntesten im Landkreis. „Meine Weißwürscht und Wiener kauf´ ich nur beim Andi“, oder „beim Loibl gibt´s den besten Leberkäs´“, waren oft gehörte Sätze.

Doch im Metzgerladen ging es um mehr als Wurst- und Fleischverkauf. All die Jahre war der Laden ein Treffpunkt, bei dem sich die Kundschaft über alles Mögliche austauschte. „Wir werden oft gefragt, was gibt es Neues, ihr müsst es doch wissen“, erzählt Berta Loibl (59) und schmunzelt. 200 Kunden am Tag waren keine Seltenheit.

Als sich die Loibls entschieden, ihre Messer nach 40 Jahren an den Haken zu hängen, waren sie froh, dass ein Metzger aus den eigenen Reihen den Betrieb übernehmen wird. Christoph Schmidmeir ist seit knapp fünf Jahren als Metzger bei den Loibls angestellt. Der 30-Jährige aus Allenberg im Landkreis Aichach-Friedberg ist ebenfalls „Leidenschafts-Metzger“: „Ich habe damals viele Praktika gemacht und hätte auch eine Lehre in der Industrie machen können. Aber das hat mich nicht gereizt. Das Metzgerhandwerk hat mir einfach am besten gefallen!“.

Bald nach der Lehre, die er als einer der besten im Landkreis Dachau abschloss, folgte eine Metzgerstelle im Landkreis, die Meisterprüfung, und schließlich wurde er Betriebsleiter von zwei Metzgereifilialen in München. Es habe ihm gut gefallen, so der 30-Jährige. Auf’s Land wollte er eigentlich nicht mehr, doch es kam anders: Ein Bekannter riet ihm, sich die Metzgerei der Loibls in Kleinberghofen anzusehen. Er tat es – und blieb. „Mit hat’s gleich gefallen, und der kurze Arbeitsweg war perfekt, das ist einfach eine ganz andere Lebensqualität“, sagt Schmidmeir, der im Alter von 17 Jahren als Bayerns jüngster Hochzeitslader bekannt wurde und in Schiltberg mit Kollegen das Bürgerhaus bewirtet.

Als neuer Inhaber eröffnet er die Metzgerei Loibl am 7. Januar. „Mir ist es wichtig, dass die Leute wissen, dass wir mit der gleichen Ware und den gleichen Rezepten die bisher hohe Qualität halten wollen“, so Schmidmeir.

Er wird die komplette Mannschaft mit Metzgern und den neun Verkäuferinnen übernehmen. Sein Stellvertreter wird Markus Burgmann, der ebenfalls schon viele Jahre als Metzgermeister in Kleinberghofen arbeitet. Erstverkäuferin im Laden wird Loibls Tochter Monika. Und auch Andreas und Berta Loibl werden ihren Nachfolger in der Anfangszeit unterstützen.

Er und seine Frau sind dankbar, dass ihnen die Kunden über Jahrzehnte die Treue hielten und würden sich wünschen, dass sie dies auch bei ihrem Nachfolger tun, wenn es dann im neuen Jahr heißt: Alles bleibt beim Alten. Fast alles: Mittags hat die Metzgerei künftig nicht mehr von 12 bis 14 Uhr, sondern von 13 bis 15 Uhr geschlossen und für den Sommer hat Schmidmeir einen kleinen Umbau geplant. Das größte Lob für ihn wäre, wenn es auch in Zukunft heißt: „Beim Loibl gibt’s den besten Leberkäs’.“

Christian Chymyn

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