Auf dem Gipfel des Chimborazo, 6268 Meter über dem Meer: Rudi Loibl (links) mit Bergführer Benno Schlauri. Foto: Privat

Rudi Loibl (67) aus Kleinberghofen erklomm in zehn Tagen die höchsten Berge Ecuadors

Diese Geburtstagsfeier war der Gipfel

Diese Geburtstagsfeier war der Gipfel: Rudi Loibl (67) aus Kleinberghofen erklomm in zehn Tagen die höchsten Berge Ecuadors

Kleinberghofen – Während andere es sich mit 67 Jahren im Fernsehsessel bequem machen, denkt Rudi Loibl gar nicht ans erholsame Rentnerleben. Der Kleinberghofener, der über viele Jahre eine Autospenglerei im Ort betrieb, hat jetzt innerhalb von zehn Tagen drei Gipfel bestiegen, die jenseits einer gemütlichen Bergwanderung im Voralpenland liegen.

Loibl bestieg die höchsten Berge Ecuadors, darunter den 6268 Meter hohen Chimborazo, der nicht nur Ecuadors höchster Gipel ist, sondern wegen seiner Nähe zum Äquator als der vom Erdmittelpunkt am weitesten entfernte Punkt der Erdoberfläche gilt.

Geplant hatte Rudi Loibl die abenteuerliche Reise schon länger. „Aber bisher hatten sich zu wenig Teilnehmer angemeldet, dann kam die Tour nicht zustande“, erzählt er. Als er dann plötzlich die Nachricht bekam, dass es kurzfristig im November klappt, zögerte er nicht lange, packte seine Koffer und flog nach Südamerika!

Zurück in Kleinberghofen: Stolz präsentiert Loibl sein Expeditions-Zertifikat.

Zum Einstieg der Tour ging es in der Gruppe und mit Bergführern zur Höhenanpassung zunächst auf den 4200 Meter hohen Vulkanberg Pasochoa. Bereits einen Tag später erklomm die Gruppe den 4788 Meter hohen El Corazón und kurz darauf, an Loibls 67. Geburtstag, den Gipfel des Illiniza Norte auf 5126 Meter.

Danach war Gletschertraining auf 5000 Metern Höhe angesagt, weil sich die Gruppe nur kurz darauf zur Cotopaxi-Besteigung (5897 Meter) aufmachte. „Wir hatten Glück, dass wir diesen Berg besteigen konnten“, berichtet Loibl. „Der Vulkan ist 2015 ausgebrochen, noch immer roch alles nach Schwefel.“

Nach einer weiteren Erholungs- und Vorbereitungsphase von zwei Tagen stand der Höhepunkt der Reise an: Die Besteigung des höchsten Berges Ecuadors: des Chimborazo mit einer Höhe von 6268 Metern. Die Besteigung dieses Gipfels war für Rudi Loibl etwas ganz besonderes. Bei zwölf Grad unter null und zum Teil hüfthohem Schnee kämpfte er sich bis ganz nach oben. Er war mit Abstand der älteste Teilnehmer der Expedition, von der es nicht alle bis zum Gipfel schafften und manche vorzeitig umkehren mussten. „Alle haben mich gefragt: Rudi, wo nimmst du die Kondition her?“, erzählt er und lacht dabei.

Ganz genau weiß er es selbst nicht. „Ich hab halt eine gute Grundkondition.“ Doch die kommt nicht von ungefähr. Loibl ist das ganze Jahr viel auf den Beinen, joggt, walkt und geht Bergwandern. „Mir macht es Spaß, dass ich in dem Alter noch so fit bin und den Jüngeren noch was zeigen kann“, sagt er. Ob er nochmal so hoch hinaus will, weiß er noch nicht. Doch der Fernsehsessel muss weiter warten. „Eine Schneeschuhwanderung in der Slowakei würde mich noch reizen“, sagt er und schmiedet schon wieder Pläne.

Christian Chymyn

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