Ratlos und frustriert: Günter Sommermann, der mit einer guten Mannschaft noch einmal kandidieren würde, und Maria Braun. Foto: cc

Verärgerung, Ratlosigkeit, Frustration in KLeinberghofen

FWK: Versammlung geplatzt

Verärgerung, Ratlosigkeit, Frustration – das waren die Reaktionen bei der Aufstellungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Kleinberghofen. Die am Ende gar nicht stattfand. Mangels Interesse.

Kleinberghofen – „Es müssen wohl alle zufrieden sein“, sinnierte Michael Flamensbeck, ab 2006 für eine Periode Gemeinderat für die Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen. Er war einer von insgesamt vier (!) Interessenten, die am Mittwochabend die Aufstellungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Kleinberghofen besuchten. Und obwohl die beiden amtierenden Gemeinderäte Günter Sommermann und Maria Braun noch eine halbe Stunde im Bürgerhaus auf weitere Interessenten warteten, wurden es nicht mehr. Damit war die Versammlung geplatzt. Denn auch die vier Kleinberghofener, die mit Sommermann und Braun mitlitten, hatten nicht wirklich vor, sich auf die Ortsteilliste setzen zu lassen, die es seit der Gründung der Gemeinde Erdweg gibt.

„Wir haben die S-Bahn, ein Kinderhaus – vielleicht reicht das den Leuten“, meinte Maria Braun, die nach einer Periode selbst nicht mehr kandidieren will, weil sie unter anderem auch im Helferkreis Asyl in Erdweg stark engagiert ist.

Mehr zur Kommunalwahl im Landkreis Dachau

Dass gerade dieses Ehrenamt mit Sitzungen und Vorbereitung zeitintensiv ist, räumten sowohl Günter Sommermann, als auch Maria Braun und Michael Flamensbeck ein. Dennoch zeigte sich vor allem Günter Sommermann verärgert. Die freien Ortsteillisten stellten eine direkte Vertretung im Gemeinderat dar und könnten so manches Projekt anschieben. Gerade in Kleinberghofen müsse man auf die sich verändernde Struktur achten. Der Zusammenhalt im Ort sei jetzt schon nicht mehr da.

Das sieht auch Maria Braun so, die von der wunderbaren Gemeinschaft sprach, als das Dorf – praktisch in Eigenleistung – 1989 das Bürgerhaus errichtete.

Auch Bürgermeister Christian Blatt findet, dass sich die Ortsteillisten bewährt hätten. „Es wäre schade, wenn ein so großer Ort wie Kleinberghofen keine eigene Mannschaft stellt. Dann stimmt die Symmetrie im Gemeinderat nicht mehr.“ Kleinberghofen zählt über 1500 Einwohner. Alle wurden per Wurfblatt informiert.

Bis 23. Januar, 18 Uhr, müssen die fertigen Listen im Rathaus abgegeben sein, erklärte Geschäftsleiter Robert Wagner, seines Zeichens auch Wahlleiter. Im Januar will Günter Sommermann noch einmal einen Versuch wagen, nachdem er eine Nacht über den verpatzten Abend geschlafen hat. „Dann ist Schluss.“ Und das wohl endgültig!

Sabine Schäfer

Kommentar: Armutszeugnis für einen so großen Ortsteil

In Kleinberghofen geht man offenbar lieber zum wöchentlichen Schnitzelessen ins Bürgerhaus, als wenigstens interessehalber dorthin zu einer Aufstellungsversammlung. Das Ehrenamt hat es schwer, ein politisches noch dazu. Und doch gibt es Ortsteile, in denen die Listen für die Aufstellungsversammlung ruckzuck fertig waren. Beispiel Eisenhofen oder Welshofen. Liegt es an der dort gut funktionierenden Dorfgemeinschaft, oder will man hier mit Elan noch etwas anschieben und ist deshalb bestrebt, sich auch kommunal zu engagieren? Für einen so großen Ortsteil wie Kleinberghofen ist das mangelnde Engagement für eine eigene Liste wirklich beschämend. 

Sabine Schäfer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Petershausen gibt es nicht mehr - zumindest wenn es nach den Ortsschildern geht: Unbekannte Täter haben alle acht Schilder in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag …
Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
 „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie!“ - Besuche bei Faschingswagen-Bauern im Landkreis Dachau 
Ein besonderer Spaß im Fasching ist, auf einem der vielen Wagen mitzufahren. Die Heimatzeitung hat einige Wagen-Bauer besucht.
 „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie!“ - Besuche bei Faschingswagen-Bauern im Landkreis Dachau 
Entsetzen im Karlsfelder Gemeinderat über Münchner Parkhaus-Pläne
Das klingt nach Streit unter Nachbarn: In der Landeshauptstadt München reifen Überlegungen, am Karlsfelder Bahnhof ein möglichst großes Parkhaus mit bis zu 300 …
Entsetzen im Karlsfelder Gemeinderat über Münchner Parkhaus-Pläne
AfD-Kundgebung im Thomahaus lockt wenig Besucher - aber Gegendemonstranten
Unter der Überschrift „5 Köpfe, 5 Themen“ bat die AfD am Donnerstagabend zu einer Wahlkampfveranstaltung ins Ludwig-Thoma-Haus. Unter den Köpfen waren AfD-Männer, die …
AfD-Kundgebung im Thomahaus lockt wenig Besucher - aber Gegendemonstranten

Kommentare