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Ulrike Lau in ihrem Element. Ihren Stil wechselt die Künstlerin gern und oft. Intuitiv, wie sie es nennt. 

Malen als großes Glück und Therapie

Künstlerin Ulrike Lau stellt im Erdweger Rathaus aus

Der Garten war in den vergangenen Monaten ihr Atelier, die Natur ihre Inspiration. „Heimat“ ist das Thema, das Ulrike Lau für die kommende Ausstellung im Rathaus Erdweg bearbeitet hat.

Ihre Bilder hängen überall im Haus in Eisenhofen. Mal kommt eines dazu, ein anderes weg. Je nach Stimmung. Gerade in diesem Jahr hat Ulrike Lau viel gemalt – noch im Rausch der prächtigen Farben und Eindrücke einer langen Indienreise, die sie im vergangenen Herbst unternommen hat.

Das Thema „Heimat“ beschäftigt sie in in diesem Zusammenhang besonders. Ein Kunstliebhaber aus Großberghofen hatte obendrein zu Weihnachten dazu zwei Bilder geordert.

Dabei hat die 78-Jährige erst relativ spät zur Malerei gefunden. Mit einem Einser-Abitur ausgestattet, studierte sie in München Lehramt für die Grund- und Hauptschule mit Kunst als Wahlfach. Als Ulrike Lau 1973 ihren Dienst als Lehrerin in der Volksschule Erdweg antrat, stellte die Malgruppe des Künstlers Wolfgang Huss aus Hirtlbach gerade im Pfarrzentrum aus. Die junge Frau besuchte die Ausstellung und ihr war klar: „Da will ich hin!“

Sie bewarb sich bei der Malgemeinschaft und lernte zehn Jahre lang, mit Öl umzugehen. Als Huss wegzog, meldete sich Lau zum Grafikstudium beim polnischen Privatdozenten Leon Joncyk an und erwarb nach drei Jahren Studium den Master of Arts.

„Danach sehnte ich mich wieder nach Farben“, erzählt Ulrike Lau und lässt sich schließlich etliche Jahre vom Dachauer Künstler Heinz Eder unterweisen, bis dieser aus beruflichen Gründen den Privatunterricht beenden musste. Seitdem arbeitet die aus Landau stammende Malerin mit anderen zusammen einmal pro Woche im Atelier des renommierten Künstlers Jess Walter in München.

Das Malen ist für Ulrike Lau beglückend. „Ich bin froh, dass ich das habe. Eine Aufgabe, bei der man sich etwas vornehmen kann.“ Das Malen war sogar eine Art Therapie nach der Pensionierung. „Ich war damals todunglücklich, habe den ganzen Schulalltag vermisst.“ Ulrike Lau absolvierte zudem ein Seniorenstudium in Kunst und Psychologie. Auch das habe ihr sehr geholfen. „Die jungen Studenten waren alle sehr nett zu mir.“

Mittlerweile genießt sie es, sich die künstlerische Arbeit einteilen zu können, ein Luxus, den die leidenschaftliche Lehrerin früher nicht hatte. „Meine Frau ist manchmal zwei bis drei Stunden in ihrem Atelier im Keller“, schmunzelt Ehemann Christian, mit dem sie seit 53 Jahren verheiratet ist. Er steht voll hinter den Aktivitäten seiner Frau. Tochter und Enkelin sind ebenfalls positiv unterstützend.

Langeweile kennt Ulrike Lau nicht. Backen, der Garten und Freunde einzuladen sind weitere Lieblingsbeschäftigungen. Zu denen ist sie allerdings kaum noch gekommen, da sie die Rathaus-Ausstellung mit über 30 Bildern bestückt hat. Über die Treppenaufgänge und im großen Foyer kann man Ulrike Laus Werke bis 6. Januar betrachten. Den dritten Stock hat sie umgetauft in „Blauer Salon“ mit großen abstrakten Werken – vornehmlich in Blau.

Vernissage ist am Sonntag, 13. Oktober, von 11 bis 13 Uhr im Rathaus Erdweg.

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