Emma Hartmann starb mit 81 Jahren.
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Emma Hartmann starb mit 81 Jahren.

Langjährige beliebte Chorleiterin ist gestorben

Singgruppe Welshofen trauert um Emma Hartmann

Ihrem Heimatdorf hat Emma ein Lebenswerk von großem Wert hinterlassen: Die Singgruppe Welshofen. Die langjährige Chorleiterin ist jetzt im Alter von 81 Jahren gestorben.

Welshofen - „Singgruppe Welshofen“ – so heißt sie bis heute. Viele Chöre haben raffinierte Namen, irgendein Wortspiel, dieser nicht. „In aller Bescheidenheit sind wir bis heute ganz unspektakulär das geblieben, was Emma gegründet hat: Eine Gruppe von Menschen, die gerne gemeinsam singen, eben die Singgruppe“, sagt Sprecherin Andrea Kuffner.

Weil viele Mitglieder berufstätig sind, wurde die Singgruppe erweitert um einige Mitglieder, die tagsüber meist zuhause sind oder die Zeit haben, bei Beerdigungen zu singen. Auch diese Gruppe hat keinen extravaganten Namen, sondern heißt nüchtern „Beerdigungschor“. Beide Namen, Singgruppe und Beerdigungschor, zeigen in ihrer Schlichtheit, dass es Emma Hartmann nie um Äußerlichkeiten oder Show ging, sondern um die Sache. Sie hat die Dinge einfach beim Namen genannt.

Die ersten Proben der Singgruppe fanden irgendwann in den 80er Jahren in Hartmanns Wohnzimmer in Welshofen statt. Ein paar Jugendliche trafen sich und übten neue geistliche Lieder mit Gitarrenbegleitung für Gottesdienste. Emma Hartmann war von Anfang an der Mittelpunkt der Gruppe und leitete sie in ihrer leisen und unaufdringlichen Art.

Die Atmosphäre bei den Proben war immer entspannt – eine Mischung aus Ratschen und Singen und ganz viel Lachen. Und – was die Singgruppe Welshofen vermutlich von vielen Chören unterscheidet: Alle durften sich bei der Gestaltung und Interpretation eines Liedes einbringen, und gemeinsam wurde ausprobiert, wie es allen am besten gefällt. Für dominante Dirigenten wäre diese Methode wohl völlig inakzeptabel, geradezu das Gegenteil von Dirigent-Sein. Doch Emma Hartmann ermöglichte in diesem Klima des Miteinanders den Sound, der die Singgruppe bis heute prägt.

In den fast 40 Jahren seit den ersten Proben sind viele neue Sänger und Musiker zur Singgruppe dazugekommen. Emma Hartmanns Offenheit, dass alle ihre Ideen einbringen dürfen, wird auch heute noch in der Singgruppe gelebt. Die Auftritte zu Hochzeiten und Taufen führen die Singgruppe inzwischen in zahlreiche Kirchen und Orte.

Sprecherin Andrea Kuffner betont: „Wir, die Singgruppe Welshofen, werden den Chor in ihrem Sinne weiterführen.“

Auch über die Singgruppe hinaus verbinden viele Menschen Erinnerungen mit Emma Hartmann. Der Veteranenverein Welshofen übertrug ihr im Jahr 1982 bei der Fahnenweihe die Ehre, die Fahnenmutter zu sein. „Für das erste Krippenspiel, an das ich mich erinnere, trafen wir Welshofer Kinder uns im Keller bei Emma, und ihr Bruder Robert Prunitsch leitete die Proben“, sagt Kuffner.

Und lange Jahre hat Emma Hartmann im Pfarrzentrum Erdweg und in der Bücherei mitgeholfen, so dass auch über Welshofen hinaus viele Menschen ihre zurückhaltende Freundlichkeit erleben durften. Emma Hartmann war eine Welshoferin vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens und auch ihre beiden Kinder Monika und Manfred leben mit ihren Familien in Welshofen. 

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