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Frische Traktorspuren waren in der Wiese zu sehen.

Landratsamt hat Anzeige erstattet

Umweltfrevel in Biotop bei Erdweg: Unbekannter vergiftet Pflanzen

Ein unbekannter Täter hat vergangene Woche auf wunderschönen Wiesen bei Kleinberghofen sein Unwesen getrieben: Er vergiftete die dortigen Pflanzen!

Naturschutzwächter Michael Keller konnte es nicht fassen, was er zwei Tage vor Christi Himmelfahrt bei einer Kontrolle der von ihm gepflegten Blindwiesen südöstlich von Kleinberghofen sah: Auf dieser dem Landkreis gehörenden Nasswiese waren fast alle Blütenpflanzen verwelkt und verformt, darunter besonders geschützte oder gefährdete Arten wie das Breitblättrige Knabenkraut, die Sumpf-Dotterblume oder der Große Wiesenknopf. Zusammen mit frischen Traktorspuren ein eindeutiger Hinweis, so das Landratsamt, dass hier flächig von einem Unbekannten Herbizide ausgebracht wurden.

Bei der Wiese handelt es sich um eine regional bedeutsame Nasswiese mit Quellsumpf, die ein geschützter Feuchtlebensraum und in der Biotopkartierung Bayern erfasst ist – und die nachhaltig und erheblich geschädigt wurde, so das Landratsamt.

Das Abspritzen des Großen Wiesenknopf-Bestandes hat auch zur Folge, dass der hier vorkommende Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine stark gefährdete und streng geschützte Schmetterlingsart, seine Futterpflanze und damit seine Lebensgrundlage verloren hat.

Die Fläche ist über viele Jahre hinweg über den Landschaftspflegeverband gepflegt und das Mahdgut als Heu verwertet worden. Dadurch hat sich ein stabiler Bestand entwickeln können. Durch den Pestizideinsatz sind nun die Bemühungen für den Artenschutz zunichtegemacht worden.

Das Landratsamt hat Anzeige erstattet. Zeugen, die in der Woche vor Christi Himmelfahrt Beobachtungen gemacht haben, sollen sich bei der PI Dachau, 0 81 31/56 10 melden. dn

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