Majestäten auf Zeit: Die Zuckerrübenvizekönigin Veronika Eisenhofer (Zweite von links) und Zuckerrübenkönigin Magdalena Röckl (rechts) wurden von der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (Zweite von rechts) und einer nichtroyalen Festdame beglückwünscht.
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Majestäten auf Zeit: Die Zuckerrübenvizekönigin Veronika Eisenhofer (Zweite von links) und Zuckerrübenkönigin Magdalena Röckl (rechts) wurden von der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (Zweite von rechts) und einer nichtroyalen Festdame beglückwünscht.

19-Jährige aus dem Landkreis Dachau

Zuckerrübenvizekönigin Veronika

Veronika Eisenhofer aus Altstetten ist die 14. Deutsche Zuckerrübenvizekönigin. „Vize“ ist in diesem Zusammenhang nicht als Zurücksetzung zu verstehen. Die 19-Jährige wird bis 2021 die Kulturpflanze gemeinsam mit der Zuckerrübenkönigin auf Veranstaltungen von internationalem Rang preisen.

VON THOMAS ZIMMERLY

Altstetten/Schierling – Es ist paradox im Freistaat Bayern. Freistaat heißt frei von Monarchie, doch davon kann keine Rede sein, wie das Pfingstfest in Schierling (Landkreis Regensburg) bewies. Sage und schreibe 60 Königinnen hielten im großen Bierzelt Hof. An der Spitze des Defiliercours der Monarchinnen vorbei an der Landrätin des Landkreises Regensburg Tanja Schweiger schritten Veronika Eisenhofer, 19, aus Altstetten (Gemeinde Erdweg) und Magdalena Röckl, 20, aus Aufhausen (Landkreis Regensburg). Die Beiden sollten kurze Zeit später zur 14. Deutschen Zuckerrübenkönigin (Magdalena) bzw. -vizekönigin (Veronika) gekrönt werden – unter dem donnernden Applaus von fünf Dutzend weiterer Produkt- und Festköniginnen.

Zwar trugen die Majestäten statt opulenter Roben und Hermelinumhängen fesche Dirndl zur Krone, doch das wertete die Zeremonie keineswegs ab. Wobei: Zeremonie ist nicht das richtige Wort, denn der Titel Zuckerrübenkönigin wurde ausgelost. Veronika und Magdalena hatten sich zuvor neben vielen weiteren Kandidatinnen um die Regentschaft beworben. Eine Jury hatte im Anschluss die Oberbayerin und die Oberpfälzerin ausgewählt. Und in Schierling entschied schließlich das Los. Ob Königin oder Vizekönigin spielt dabei keine Rolle, denn Magdalena und Veronika werden ab sofort und bis 2021 gemeinsam die Zuckerrübe in der gesamten Republik als wichtige Kulturpflanze preisen.

„Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Wir bekommen nur die Fahrtkosten bezahlt. Und wir haben fast jedes Wochenende einen Termin“, freut sich Veronika Eisenhofer schon auf ihre Pflichten als 14. Deutsche Zuckerrübenvizekönigin. Dazu gehören Volksfeste wie beispielsweise der Barthelmarkt in Oberstimm, aber auch Veranstaltungen von internationalem Rang wie die Grüne Woche in Berlin oder die Agritechnica in Hannover, die weltweit größte Landtechnik-Messe. „Ich kann nicht überall dabei sein, weil ich ab September auf die Berufsoberschule gehe“, sagt Veronika, die in Kürze ihre Lehre als Groß- und Außenhandelskauffrau bei der BayWa abschließen wird, „daher werden wir uns absprechen.“

Dabei wird die 19-jährige Altstettenerin eine profunde Vertreterin ihrer Branche sein, denn Veronika lebt noch Zuhause auf dem Hof ihrer Eltern Martina und Martin, die – man ahnt es – Zuckerrüben anbauen. Die Eisenhofers lassen auf ihren Feldern zudem Mais oder Weizen wachsen. Und Veronika hilft nach der Arbeit in der BayWa-Niederlassung in Dachau im elterlichen Betrieb mit.

„Ansonsten mache ich die Hallenfeste im Dachauer Landkreis unsicher“, lacht Veronika. Zudem ist sie gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Franziska, 21, und Stefanie, 17, im Mädchenverein Welshofen aktiv und singt in einem Chor.

In Schierling übrigens erhielt Vizemonarchin Veronika Eisenhofer, wie es sich bei höfischen Einladungen geziemt, Geschenke. Indes kein Gold oder Geschmeide, sondern eher Kurioses. Die Hopfenkönigin ließ Hopfenlimo, Hopfenduschgel und Hopfenlippenbalsam überbringen, und die Goaßmasskönigin legte ein Goaßmass-Starterpaket auf den Gabentisch: Bier, Cola und Kirschlikör.

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