Eine Frau
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Katja Faig ist neue Jugendbetreuerin in der Gemeinde Erdweg. KJR

Jugendbürgerversammlung Erdweg

Von der Fragerunde in der Aula direkt ins Juz

Sehr interessiert und aufmerksam zeigten sich rund 15 Jugendliche bei der Jungbürgerversammlung der Gemeinde Erdweg. Mit dabei war die neue Jugendbetreuerin Katja Faig. Sie brach an diesem Abend auch eine Lanze für das Juz am Bahnhof.

Erdweg – Einige der Fragen, die Bürgermeister Christian Blatt nach seinem kurzen Vortrag in der Schulaula beantwortete, betrafen nämlich Treffpunkte für Jugendliche wie etwa Bauwägen. Dazu musste Blatt dem 14-jährigen Sebastian allerdings sagen, dass die aktuellen Bauwägen nur noch geduldet sind, da es immer wieder technische Mängel gebe. Ein Bauwagen dürfe im Grunde nur privat und – sofern es sich um Jugendliche unter 18 Jahren handelt – unter Aufsicht betrieben werden. Zudem gelte sogar bei Bauwägen das Baurecht.

Katja Faig bezeichnete Bauwägen als „ganz heiße Geschichte“. Im Juz gebe es hingegen immer eine Aufsicht in Person einer pädagogischen Fachkraft und einer Begleitung. Gleichzeitig sicherte die Nachfolgerin von Jugendbetreuer Janusz Rys zu: „Es wird dort keine Drogen geben.“ Das Juz leide unverdientermaßen unter einem schlechten Ruf. „Das ist eine tolle Einrichtung“, versicherte Katja Faig und lud die anwesenden Jugendlichen spontan zu einem Besuch nach der Jungbürgerversammlung ein. Alle seien hinterher mitgegangen und hätten Billard oder Kicker gespielt, freute sich Katja Faig gegenüber den Dachauer Nachrichten. Und sie zeigte sich begeistert von der Hilfsbereitschaft der Jugendlichen. Man habe ihr sofort geholfen, das Sofa für ihr Büro im Rathaus aus dem Auto zu laden. Außerdem habe sie von einem Mädchen ein selbst gemaltes Bild fürs Büro erhalten. Katja Faig will sich zum neuen Schuljahr vor allem in den achten und neunten Klassen der Schule Erdweg vorstellen. Nach den Ferien werde es auch feste Bürozeiten geben.

Hanna Kreis, 14, bat um mehr Sitzgelegenheiten am Schulsportgelände. „Da gibt es nur zwei neue, es könnten aber mehr sein“, fand auch ihre gleichaltrige Freundin Bianca.

Sebastian erkundigte sich außerdem, ob eine Erweiterung der Skateranlage möglich sei. Die Anlage befindet sich auf einer Fläche zwischen der Fahrradhalle der Schule und dem Kindergarten St. Paul. Dieser Bereich sei zu klein, erwiderte Bürgermeister Blatt. Jedoch sei eine Erweiterung im Rahmen der Sportplatz-Verlagerung geplant. Dabei seien nämlich explizit auch Freizeitflächen vorgesehen. „Es scheitert nicht immer nur am Geld, sondern oft an Rahmenbedingungen wie etwa der Lautstärke“, erläuterte Blatt zudem. Gemeinderat Thomas Kreis, der ebenso wie zweiter Bürgermeister Otmar Parsche anwesend war – einer der fleißigsten Besucher von Bürgerversammlungen – riet ambitionierten Inlinern, derweil nach Indersdorf oder Unterbachern auszuweichen.

Apropos Geld: Lukas (14) brachte eine aus vielen anderen Bürgerversammlungen bekannte Bitte vor: Mehr Gewerbegebiete ausweisen, „dann hat die Gemeinde mehr Geld für Projekte“. Am guten Wille der Kommune scheitere das nicht, erklärte Blatt. Es fehle an günstigen und vor allem an verfügbaren Grundstücken.“

Korbinian, 14, wäre zum Beispiel schon mit einem Bolzplatz oder einer Tischtennisplatte für Großberghofen zufrieden.

Hannes brachte ein Ärgernis an, das auch in der Bürgerversammlung in Unterweikertshofen Thema war: die Jägerstraße. Es sei ärgerlich, dass dort ständig jemand durchfahre, sagte der 15-jährige Unterweikertshofener. Da pflichtete ihm Bürgermeister Blatt zu: „Die Jägerstraße ist ja sowieso nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge gedacht.“

Auch die Frage nach einem Jugendrat wurde behandelt. „Dafür ist ein sehr großes ehrenamtliches Engagement notwendig“, sagte dazu Katja Faig. Und Christian Blatt ermunterte die Jugendlichen: „Wenn irgend etwas ist, kommt zu mir oder zur Katja. Oder schreibt uns eine Mail.“

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