Kreisausschuss

Ein erster Schritt zur Umfahrung von Indersdorf

Dachau – Das war eine Kreisausschusssitzung nach dem Geschmack des Indersdorfer Bürgermeisters Franz Obesser. Gut gelaunt bedankte er sich abschließend bei den anwesenden Kreisräten und den verantwortlichen Planern. Der Grund für seine besonders gute Laune: Die südliche Umfahrung von Indersdorf wurde auf den Weg gebracht.

Die Tiefbauverwaltung darf nun die Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern beantragen darf. Konkret geht es momentan um den Abschnitt zwischen dem neuen Kreisverkehr am Gewerbegebiet Indersdorf und der Kreisstraße Dah 3. Die DAH 3 soll an die Staatsstraße 2050 angeschlossen werden. Das geht nur mit Hilfe zweier Brücken, da in dem Gebiet die Bahnlinie sowie der Rothbach verlaufen. 

Torsten Kohlmann, Sachgebietsleiter Tiefbau im Landratsamt, stellte zusammen mit den zuständigen Architekten im Kreisauschuss die Planung vor. Am Indersdorfer Kreisel ist der Anschluss für die DAH 3 bereits vorhanden. Von hier geht es dann in nordöstlicher Richtung per Brücke über die Bahngleise. „Wir werden hier etwa sieben Meter über dem Gelände sein“, berichtete der zuständige Architekt Michael Mayr. Das Tempo der Autos soll später bei 70 Stundenkilometer liegen. Im weiteren Verlauf folgt eine zweite Brücke, die die Fahrzeuge über den Rothbach führen wird. 

An der DAH 3 soll ein weiterer Kreisverkehr entstehen, „der alle Möglichkeiten einer späteren Weiterführung der Straße Richtung Norden offenlässt“, so Kohlmann. Sprich Richtung DAH 9 sowie Cyclostraße und im weiteren Verlauf wieder auf die Staatsstraße 2050 bei Glonn. Lärmschutztechnisch sei die Südspange „kein Problem“, so der Sachgebietsleiter. Laut Lärmschutzgutachten würden „die Immissionsgrenzwerte an den nächsten Wohnnutzungen weit unterschritten“. 

Auch aus landschaftspflegerischer Sicht gebe es bis dato keine Probleme. Im Zuge der Baumaßnahmen soll neben der Straße jeweils ein landwirtschaftlicher Weg entstehen, der nicht nur den Landwirten als Zugang zu ihren Flächen dient, sondern auch von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden kann. Über den Rothbach soll deshalb eine zweite kleine Brücke für Wanderer und Radler gebaut werden. Wann der Straßenbau beginnen kann, steht noch nicht fest. 

Zuerst einmal wird nun das Planfeststellungsverfahren beantragt. Wenn die Regierung dieses einleitet, kommt es darauf an, wieviele und welche Einwendungen kommen. Bis das alles erledigt ist, könnten bis zu fünf Jahre vergehen, erklärte Kohlmann. „Da will ich keine konkreten Aussagen machen.“ Laut Architekt müsse man minimal mit einem Jahr rechnen. Doch nun ist der erste Schritt getan – Franz Obesser freut’s. Dennoch ist er damit nicht zufrieden: „Wir müssen weiterarbeiten für die gesamte Umfahrung.


Hintergrund der Verlegung 

Hintergrund der Verlegung der DAH 3 ist eine Entlastung der Verkehrssituation am Indersdorfer Kloster. Eine Verkehrszählung im März 2015 hatte ergeben, dass an den von Süden und Osten nach Indersdorf führenden Straßen gegenüber 2008 eine zum Teil deutliche Belastungszunahme eingetreten ist. Bis 2020 rechnet Gutachter Harald Kurzak aufgrund der allgemeinen Verkehrsentwicklung und der weiteren Siedlungszunahme mit einer weiteren Verkehrszunahme rund um Indersdorf in Höhe von zehn Prozent. Insbesondere soll die Belastung auf der DAH 3 in Richtung Röhrmoos zunehmen. Bei einer Verbindung zwischen der Staatsstraße 2050 und der Dah 3 soll die Verkehrsentlastung am Kloster (Maroldstraße) zwischen 45 und 55 Prozent liegen, so Kurzaks Ergebnis.

Conny Kirmaier

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