+
Mit großem Interesse verfolgten die Vertreter der Vereine und Gemeinderäte den Vortrag zum Ehrenamt.

Ehrenamtsempfang in Erdweg

Ohne sie verliert eine Gemeinde ihre Seele

Erdweg - Sie investieren viel Zeit und Herzblut in Aufgaben, die eine Kommune allein nicht ohne weiteres stemmen kann. Doch das Ehrenamt wird zu wenig gewürdigt, findet Bürgermeister Georg Osterauer und initiierte am Mittwoch einen Dankeschön-Abend. Den ersten der Gemeinde Erdweg.

„Sie tun etwas, das für unsere Gemeinde, für unsere Gesellschaft eine große Bereicherung ist“, betonte Bürgermeister Georg Osterauer in seinen einführenden Worten zu einem besonderen Abend. 75 Vertreter von 50 Vereinen sowie die Gemeinderäte hatte die Verwaltung erstmals eingeladen, um „danke“ zu sagen für ihr Engagement. Denn eine „Bürgergesellschaft, wie wir sie haben wollen, lebt vom freiwilligen Einsatz, vom Mitmachen seiner Mitglieder“, so der Gemeindechef im Tafernsaal des Wirtshauses am Erdweg. Er weiß, wovon er redet. Vor seiner Tätigkeit als Bürgermeister war Georg Osterauer schließlich selbst 24 Jahre lang Gemeinderat und ist seit Urzeiten auch Vorsitzender des Gartenbauvereins Erdweg-Großberghofen-Walkertshofen. Ehrenamtliche vor Ort seien oft am besten mit den Gegebenheiten oder Problemen vertraut und wüssten am besten, was getan werden muss. Dieser Einsatz sei oft mit dem Verzicht auf Freizeit und Privatleben verbunden. Das Beschneiden der persönlichen Freiheit und die Individualisierung der modernen Gesellschaft sah auch Gastredner Anselm Bilgi als einen Grund für die Schwierigkeit, jemanden für unentgeltliche Arbeit zu finden. „Das Wir war früher wichtiger als das Ich.“ Auch die wachsende Mobilität spiele eine Rolle sowie der Drang, sich selbst zu entfalten. Nicht die frühere Lebensfrage an sich, die des Überlebens, sondern die Frage nach dem Lebenssinn sei in der heutigen Erlebnisgesellschaft wichtig geworden. Doch genau hier liege eine Chance des Ehrenamts: Etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft zu tun und sich selbst zu verwirklichen. Und auch die Chance, „die Generation Y“, englisch ausgesprochen wie „why“ für „warum“, für sinnvolles Engagement zu gewinnen. Der frühere Benediktinerpater Anselm Bilgri, durch einer Erkältung merklich angeschlagen, würzte seinen trotzdem halbstündigen Festvortrag mit Anekdoten und Exkursen bis in die Antike. Sein Fazit: „Eine Gemeinde würde ohne das Engagement Vieler ihre Seele verlieren.“ Doch auch dem Ehrenamtlichen selbst bringe das Engagement Zufriedenheit, ergänzte Bürgermeister Georg Osterauer am Ende, bevor er zum geselligen Festessen mit Buffet im Florian- und Sebastianssaal einlud. „Eine gute Sozialbindung zu den Mitmenschen ist ein wichtiger Faktor für ein erfülltes Leben“, so der Gemeindechef. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Ehepaar Pavel und Alina Voiler aus Großberghofen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sie machen den Namen Karlsfeld bekannt
Für Sportreferentin Birgit Piroué und Bürgermeister Stefan Kolbe ist es Jahr für Jahr ein willkommener Termin: die Sportler- und Musikerehrung im Bürgerhaus. Diesmal …
Sie machen den Namen Karlsfeld bekannt
Ins kalte Wasser geworfen
Welch nette Idee: Passend zur Sonderausstellung über die Gewässer in Karlsfeld hat das Heimatmuseum erstmals in Karlsfeld ein Entenrennen veranstaltet. Allerdings musste …
Ins kalte Wasser geworfen
16-jährige Radlerin schwer verletzt
Eine 16-jährige Schülerin ist bei einem Unfall am Sonntagabend auf der B13 schwer verletzt worden. Sie wollte die Bundesstraße überqueren, übersah dabei offenbar einen …
16-jährige Radlerin schwer verletzt
Josef Reischl neuer CSU-Chef
Die CSU Schwabhausen hat einen neuen Vorstand. In der Mitgliederversammlung des Ortsverbands wurde der 53-jährige Josef Reischl aus Rumeltshausen einstimmig zum neuen …
Josef Reischl neuer CSU-Chef

Kommentare