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Feiert im Familienkreis den 90.: Erwin Deffner.

Erwin Deffner feiert Geburtstag

Der Baumeister von Dachau wird 90

Ohne ihn wäre die Martin-Huber-Treppe vielleicht verfallen, und in der Altstadt gäbe es womöglich kein Kopfsteinpflaster. Der Architekt, langjährige Kreisbaumeister und CSU-Stadtrat hat viele Spuren in Dachau hinterlassen. Am Dienstag feiert Erwin Deffner seinen 90. Geburtstag.

Der Baumeister von Dachau feiert Geburtstag. Erwin Deffner wird am heutigen Dienstag 90 Jahre alt. Ohne seine Arbeit würde die Große Kreisstadt wohl ganz anders aussehen.

Deffner war von 1966 bis 1996 CSU-Stadtrat und arbeitete 40 Jahre lang am Landratsamt. Er machte dort Karriere, wurde zunächst zum Kreisbaumeister und 1990 sogar zum Kreisbaudirektor befördert. „Ich hatte immer wieder viel Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt er.

Denn sein Weg war keineswegs vorgezeichnet. Nach dem Krieg machte er mit 19 zunächst eine Ausbildung als Maurer, im Anschluss studierte er Architektur. „Durch Zufall habe ich dann eine Stelle am Landratsamt bekommen“, erzählt er. Es war keine sonderlich gute Stelle, Deffner war dafür eigentlich überqualifiziert. „Aber die Stelle war so ausbaufähig, dass ich zum Schluss der Chef war“, erzählt er lachend.

In den Jahrzehnten am Landratsamt hat Erwin Deffner viele Projekte begleitet, zu den wichtigsten zählen die Renovierung der Dachauer Altstadt und der einst verfallenen Martin-Huber-Treppe. „Wir wollten die Stadt schöner und attraktiver machen und die Aufenthaltsqualität erhöhen“, sagt er. Besonders wichtig dabei: „Dass die Altstadt der Stadt nicht verloren geht.“

Authentisch sollte die Altstadt ausschauen, das besondere Flair sollte Besucher anziehen. Deshalb auch das Kopfsteinpflaster: „Wir waren so stolz, dass wir es gebraucht kaufen konnten“, erinnert sich Deffner. „Heute würde ich es wahrscheinlich auch begehbarer machen.“

Die renovierte Altstadt selbst, die gefällt ihm aber noch immer. Erwin Deffner wohnt in der Nähe, fast jeden Tag fährt er mit dem City-Bus in die Altstadt hoch, um dort einzukaufen. Auch sonst ist er viel beschäftigt: Mit viel Liebe pflegt er seinen großen Garten, dazu besucht er einen Stammtisch, einen Sonntagsfrühschoppen und singt im Kirchenchor. „Wichtig ist mir, dass das Umfeld stimmt“, sagt er. „Dass ich meinen Freundeskreis habe und dass die Familie intakt ist.“

Er ist seit fast 60 Jahren verheiratet, hat zwei Söhne, eine Tochter und sieben Enkel im Alter zwischen 17 und 30 Jahren. „Wir sind in gutem Kontakt und verstehen uns“, sagt er. Auch seinen 90. Geburtstag feiern heute alle zusammen, seine Tochter hat ein Fest organisiert. Familie und Freunde sind eingeladen, vielleicht werden auch ein paar ehemalige Weggefährten oder aktuelle Entscheidungsträger kommen.

Eines werden sie von Erwin Deffner dort sicher nicht zu hören bekommen: Kritik an aktuellen Projekten. „Es ist ein Schmarrn, immer zu sagen, wir haben es früher so gemacht“, sagt er. Natürlich verfolgt er die Diskussionen um Themen wie die Entwicklung der Münchner Straße, die Neueröffnung der Schranne oder die Zukunft des MD-Geländes. Seine Meinung dazu hält er inzwischen aber zurück – der Baumeister von Dachau genießt mit 90 lieber sein Privatleben.

cla

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