Josef Mederer zog Bilanz: für 2010 und           für seine Amtszeit. kn

Euphorischer Blick in die Gemeindekasse

Schwabhausen - Der Schwabhauser Bürgermeister Josef Mederer zieht eine positive Bilanz: über den Gemeindehaushalt - und über seine Amtszeit, die sich dem Ende neigt.

Wenn Josef Mederer davon spricht, dass die Gemeinde gut aufgestellt sei, dass man seine Hausaufgaben gemacht habe, dass die Finanzen absolut geordnet seien, dann sagt er kaum etwas anderes, als in den vergangenen Jahren.

Und doch: Als der Schwabhauser Bürgermeister am Dienstagabend im Gemeinderat die Zahlen des abgelaufenen Haushalts 2010 zum Anlass für einen Bericht zum Status Quo der Gemeinde nimmt, ist etwas anders. Denn Mederer ist als Gemeindechef auf die Zielgerade eingebogen, er tritt im Herbst nicht mehr an und wird sich danach voll seinen umfänglichen Aufgaben als Bezirkstagspräsident widmen. Wenn er also in diesen Tagen davon spricht, wie gut seine Gemeinde dasteht, klingt das natürlich nicht zuletzt nach einer persönlichen Bilanz seiner eigenen Arbeit der vergangenen drei Legislaturperioden.

Vielleicht deshalb wird Josef Mederer diesmal geradezu euphorisch, wenn er aus dem Haushalt vorträgt. „Halten Sie den Atem an“, fordert er die Gemeinderäte auf, als er bekanntgibt, Schwabhausen habe Ende 2010 Rücklagen in Höhe von mehr als drei Millionen Euro auf der hohen Kante. Da sind sie wieder, die „gemachten Hausaufgaben“.

Tatsächlich hat die Gemeindekämmerei nicht nur eine „Punktlandung“ hinbekommen, sondern ist positiv übers Ziel hinausgeschossen. So übertrafen die Einnahmen bei den wichtigsten Steuereinnahmen jeweils die Ansätze: An Gewerbesteuer sind rund 1,16 Millionen Euro gegenüber den erwarteten 0,88 eingegangen, und auch der erhaltene Einkommensteueranteil lag mit 3,11 Millionen klar über den angesetzten 2,90. Insgesamt hat die Gemeinde mit 5,16 Millionen Euro 110 Prozent der erhofften Steuereinnahmen verbuchen können.

Ähnlich positiv sind die Zahlen auf der Ausgabenseite. Wie die Kämmerei hochgerechnet hat, wurden beispielsweise nur etwa 93 Prozent der Ansätze im Verwaltungshaushalt ausgeschöpft. Fast 400 000 Euro können demnach dem Vermögenshaushalt zugeführt werden - rund dreimal so viel wie erwartet.

Bei aller Euphorie: Die Gemeinde hat ein finanzielles Polster auch dringend nötig. Denn in diesem Jahr „warten große Aufgaben auf uns“, das weiß auch der scheidende Bürgermeister. Schließlich soll im Frühling der Spatenstich für den Bau des Kinderhauses an der Schule erfolgen. Und der wird insgesamt rund 3,65 Millionen Euro verschlingen. Das erklärten die Architekten Jürgen Dölfel und Georg Hillreiner ebenfalls in der Sitzung am Dienstagabend, als sie die Detailplanung des Großprojekts erläuterten (Bericht folgt).

Es ist das letzte große Vorhaben, dass Josef Mederer als Schwabhausener Bürgermeister anschieben darf. Die Einweihung wird er dann „nur“ noch als Bezirkstagspräsident erleben. (tor)

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