Der Rückhalt des Altbürgermeisters: Familie Kaspar bei der Feierstunde im Rathaus. Foto:sim

Ein Fädenzieher mit Verhandlungsgeschick

Indersdorf - Josef Kaspar ist ein Kämpfer. Die Realschule oder die große Kläranlage - Indersdorf verdankt dem Altbürgermeister einiges. Jetzt hat der Kämpfer seinen 80. Geburtstag gefeiert. Bei einem Fest im Rathaus hat er sogar Geheimnisse aus seiner Amtszeit verraten.

Josef Kaspar ist ein Kämpfer. Die Realschule oder die große Kläranlage - Indersdorf verdankt dem Altbürgermeister einiges. Jetzt hat der Kämpfer seinen 80. Geburtstag gefeiert. Bei einem Fest im Rathaus hat er sogar Geheimnisse aus seiner Amtszeit verraten.

Von Torge wester

Indersdorf - Er ist einer, der nicht aufgibt. Einer der immer die Freude am Leben behält. Und das wollte Altbürgermeister Josef Kaspar zeigen. Für die Feier zu seinem 80. Geburtstag im Indersdorfer Rathaus bedankt sich Kaspar auf seine ganz eigene Weise: Er gibt im großen Saal des Rathauses einen humorvollen und höchst unterhaltsamen Rückblick. Und lässt jedermann im Raum spüren: Der Altbürgermeister steckt immer noch voller Energie und Lebensfreude.

Ein Kunststück. Denn Josef Kaspar war zwei Jahre lang krank. „Ich musste ganz schön kämpfen“, räumt er unumwunden ein. „Der Valentin sagt immer, ich sei eigentlich erst 78, weil die zwei Jahre gar nicht zählen würden“, lacht Kaspar.

Das Alter hat ihn etwas gebeugt, aber keineswegs unterkriegen können - das können die vielen Ehrengäste im Rathaussaal spüren.

Landrat Hansjörg Christmann, nimmt man ab, wenn er betont: „Menschlich und freundschaftlich bin ich mit Josef Kaspar immer noch verbunden“. Vieles habe man zudem in dessen Amtszeit auf den Weg gebracht, gemeinsam viele Weichen gestellt, sagt der Landrat. Diesen Ball nimmt Josef Kaspar gerne auf und erinnert sich seinerseits launig an 80 Jahre, „die in Windeseile vergangen sind“. Und das eine oder andere gut gehütete Geheimnis aus seiner Zeit als Bürgermeister von 1990 bis 1996 lüftet er auch.

Da erfährt man etwa, dass die Öffnung der Klosterrealschule für Buben viel Verhandlungsgeschick erforderte. Der Widerstand der Klosterschwestern („sie dachten halt, die Mädchen müssten vor den Buben beschützt werden“) erlahmte erst, als Kaspar in Aussicht stellte, die Buben könnten im Neubau getrennt von den Mädchen unterrichtet werden.

Mit einer anderen Taktik habe er es zusammen mit dem Landrat geschafft, den Widerstand zweier Grundstückseigentümer zu überwinden, die beim besten Willen den letzten für die Indersdorfer Nordumgehung noch nötigen Grund einfach nicht abtreten wollten. Der Christmann-Vorschlag, mit den beiden Streithanseln in der Vorweihnachtszeit in seinem Amtszimmer ein Zusammensein zu arrangieren, sei Gold wert gewesen. Die beiden Landwirte wurden überredet und gaben ihren Widerstand schließlich auf, erinnert sich Kaspar.

Kaspar darf stolz auf so manche Weichenstellung sein. Ob als Kämpfer für den Erhalt der Linie A, die Grundstockförderung für Jugendarbeit in den Vereinen, die Einführung des Baulandmodells oder der Bau der großen zentralen Kläranlage - viel Wegweisendes in der Gemeinde wird mit seinem Namen verbunden bleiben. Deshalb gaben ihm auch viele aktuelle Gemeinderäte und frühere Mitstreiter die Ehre. Aus der damaligen Gemeindeverwaltung sind Sekretärin Antonie Kiening und Geschäftsleiter/Kämmerer Bruno Hanusch da, dazu die Ex-Gemeinderäte Simon Reichlmair senior, Hans Philipp, Anton Kölbl und Hans Happach. Fast die ganze Kaspar-Familie

Auch privat liegt Kaspar Indersdorf am Herzen. 35 Jahre war er Spielleiter des Theaters sowie Moderator und Organisator von vier unvergessenen Musikshows. „Ich war immer viel unterwegs und hatte meinen Spaß. Die Familie hat darunter schon ein bisschen leiden müssen“, räumt der Ehrenvorsitzende der CSU Indersdorf ein.

In Glonn, wo die Familien der Kaspars bereits seit 1644 die Landwirtschaft betreiben, freuen sich Josef und Centa Kaspar heute mehr denn je, wenn die Familie samt den fünf Enkelkindern vorbeischaut. Wie einen Tag nach dem offiziellen Empfang - als alle zusammen kamen um ganz privat weiterzufeiern.

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